Suche nach Ursache für Großbrand

22.11.2011   Ort: Zapfendorf  Von: Anette Schreiber  Fränkischer Tag

Ermittlungen Auf dem niedergebrannten Hof in Zapfendorf ist ein Gutachter zu Gange.


Das unbrauchbar gewordene Fahrzeug vor den Trümmern des Bauernhofes Foto: Ronald Rinklef
Auch drei Tage nach dem Großbrand auf dem Zapfendorfer Bauernhof Georg Sengers geht die Suche nach der Ursache für das verheerende Feuer vom Samstag weiter. Die Kriminalpolizei hat bei ihren Ermittlungen einen Gutachter hinzu gezogen. Die Arbeiten der Experten werden durch Berge qualmenden Brandschutts, aber auch durch Nebel erschwert. Es ist durchaus möglich, dass man zu keinem eindeutigen Ergebnis kommt, teilt dazu Kai Hoffmann von der Polizeipressestelle in Bayreuth mitteilt. "Bei einem Brand wird nicht immer die Ursache auch ermittelt," gesteht er zu. Während Hoffmann zur Brandursache somit noch keine Aussage treffen kann, so steht für ihn doch ziemlich eindeutig fest, dass zwischen dem Brand und der Zapfendorfer Einbruchserie vom Freitag kein Zusammenhang zu sehen ist.

Lüfter vertreiben Qualmgeruch


Ins Auge sticht am Senger'schen Hof das rote Auto, das für den Besitzer nach dem Brand vollkommen unbrauchbar geworden ist... Ins Wohnhaus soll die Familie möglichst bald zurückkehren. Damit der beißende Qualmgeruch verschwindet, hat die Feuerwehr das Gebäude - auf dessen Rettung beim Löschen das Hauptaugenmerk gelegen hatte - nach Auskunft von Kommandant Tilman Daum am Montag mit einem Speziallüfter durchlüftet. Für die Zapfendorfer Wehr (dazu gehört auch Reuthlos) steht fest, dass sie ihrem Kameraden Senger auch nach dem Brand zur Seite stehen. "Das ist bei uns selbstverständlich," erklärt Daum, Chef der gut 60 Aktiven des 120 Mitglieder zählenden Feuerwehrvereins. Daum lobt insbesondere die in Zapfendorf lebendige und am Samstag wieder praktizierte Nachbarschaftshilfe, "die ist für uns hier selbstverständlich".

Zuerst einmal stehen nach Freigabe der Kripo für Senger und seine Familie - und Helfer - Aufräumarbeiten an: Der Brandschutt muss sortiert werden, damit die Einzelbestandteile (Eisen, Holz, Heu und Steine) entsprechend entsorgt werden können, so Daum. Mit Bränden habe Zapfendorf so seine leidvolle Erfahrung, merkt Daum mit Blick auf die Explosion des Munitionszugs 1945 an. Dabei wurde ein großer Teil des Ortes zerstört. Dabei auch der Senger'sche Hof, der damals wieder möglichst wie das Original aufgebaut worden war. Weil nach dem Großbrand Unterkünfte rar waren, entstanden auch Notunterkünfte - wie die gleich bei Sengers Hof. Die war jedoch ziemlich in Vergessenheit geraten...

Nachdem die Löscharbeiten am Samstag so gut wie abgeschlossen waren, so berichtet unser Fotograf Ronald Rinklef, "stand da plötzlich jemand in Unterhosen, der gefragt hat, was das los war". So wurde der Bewohner besagter Behelfsunterkunft gleich in Sicherheit gebracht. Er konnte nach ärztlicher Untersuchung schon am Samstag wieder in sein Haus zurück.

Familie Senger kehrt ebenfalls in ihr Wohnhaus zurück. Die rund 100 geretteten Tiere des Hofes (das heißt diejenigen, die nicht geschlachtet wurden) bleiben weiterhin auswärts untergebracht. Allen voran Max und Moritz, die zu den Lieblingen ihrer Retter gewordenen Kaltbuthengste. Zwischenzeitlich haben sie sich offenbar schon wieder so gut erholt, dass Franz Schmittlutz die auf seinem Pferdehof in Mürsbach untergebrachten Tiere in getrennte Boxen stellen musste.

Gluthitze gut weggesteckt


Für den von uns befragten Bamberger Fachtierarzt für Pferde, Gunnar Burczyk, ist es schon erstaunlich, dass die zwei Hengste die drei Stunden der Gluthitze offenbar so gut weggesteckt haben. Für Atemwege und Fell bestehe die größte Gefahr, weiß er aus seiner Praxis. Dass die Pferde so ruhig geblieben waren, sei gut auch auf ihre Rassezugehörigkeit zurückzuführen: Kaltblüter. Die Bezeichnung beziehe sich nicht auf die Körpertemperatur, sondern auf das Gemüt, die Ausgeglichenheit also.

Mit Schaudern erinnert sich der Bamberger an Pferdestall-Brände: Vor über 30 Jahren hatte der Gaustadter Reitstall gebrannt. Die aus dem Stall geretteten Pferde galoppierten durch die Stadt - und hatten in der Folge schwere Verletzungen, vor allem am Bewegungsapparat. In Birkenreuth in der Fränkischen Schweiz habe der Pferdestall gleichfalls vor drei Jahrzehnten gebrannt: "Da gab es tote Menschen und Pferde", weiß der Tierarzt.
Umso mehr freut es ihn, dass Mensch und Tier am Samstag in Zapfendorf gerettet wurden. "Es ist schon erstaunlich, dass die Hengste so brav geblieben sind." Das kann Kollege Rolando Schmitt (Unterzettlitz), der die Pferde am Samstag behandelte nur bestätigen. Er hatte den Hengsten zur Sicherheit ein Schleim lösendes Mittel verabreicht, all die anderen - Rinder und Schweine brauchten nichts.


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Kommentare

 
6  Kommentare  
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Gudrun - 23.11.2011 00:29    (0)   
 

Feuerteufel
Hat denn eigentlich schon jemand gemerkt, dass es in den letzten 11 Monaten auffällig viele Brände in Bamberg und Umgebung gegeben hat? In Bamberg, Bischberg, Wildensorg etc. Da ist doch ein Feuerteufel am Werk!

unbekannt - 23.11.2011 07:00    (0)   
 

Nein...
..da muß ich widersprechen. Die Brände sind augenscheinlich mehr geworden da im gesamten Bundesgebiet auch mehr darüber berichtet wird.
Außerdem sind viele Brände durch technische Defekte oder Fehlverhalten der Menschen hervorgerufen worden. Jetzt in der kalten Jahreszeit wird es auch die üblichen "Fehler" mit Ofen, Gas und Kerzen geben. Auffällig sind mir nur die vielen Dachgeschoßbrände...wenns brennt dann auf oder unter Dach.

unbekannt - 22.11.2011 19:39    (0)   
 

nur neider
mann o mann bevor du so aufsprichst geh zur feuerwehr und zeig was du drauf hast du dampfplauderer! das war ein super einsatzleiter der tilman hat alles richtig gemacht! betrachter geh dahin wo du willst und lass einfach die leute in ruhe die einen superjob gemacht haben! auf solche neider und nörgler wie dich kann man verzichten!

gruß aus lauf

Unterleiterbacher - 22.11.2011 18:03    (0)   
 

Oh' Ihr Amateure und Neider
@Betrachter und andere, die meinen sie wären so schlau. Selber keine Kerze ausblasen können, aber unqualifiziert über andere herziehen. Als ehemaliger Feuerwehrkommandant sage ich Euch: Wenn Ihr was draufhabt geht zur FFW und zeigt das auch. Aber da müsste man ja Farbe bekennen anstatt zu labern und zu gaffen. Tilman Daum hat hier einen klasse Job gemacht und das ganz bestimmt nicht, um in die Zeitung zu kommen.

Betrachter - 22.11.2011 15:23    (0)   
 

der FT hat endlich gerafft
dass der Schorsch mit Familienname SEnger und nicht SÄnger heißt. Und in dem Artikel ist uns endlich der Hinweis auf das heldenhafte Verhalten des Herrn Kommandanten Daum erspart geblieben, der trotz völliger Laienhaftigkeit es geschafft hat, ein sediertes Oferd aus dem erkalteten feuer rauszuführen.

unbekannt - 22.11.2011 14:46    (0)   
 

Frage
War auf dem Dach eine Solaranlage?
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundschau/Solarbrand-photovoltaik-gefahr100.html

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