Steppach entgeht knapp der Katastrophe

29.04.2010   Von: Hans Kurz  inFranken.de

Großbrand Der Einsatz von rund 300 Feuerwehrleuten und anderen und Rettungskräften hat in der Nacht zum Donnerstag in Steppach (Gemeinde Pommersfelden) eine größere Katastrophe verhindert. Beim Brand eines größeren landwirtschaftlichen Anwesens in der Ortsmitte drohten die Flammen zeitweise auf die Nachbargebäude überzugreifen.


Auch am Donnerstagmittag waren noch nicht alle Brandnester gelöscht. Fotos: Hans Kurz und Ronald Rinklef
Das Großfeuer, das gegen 19 Uhr am Mittwochabend ausgebrochen war, zerstörte schließlich zwei Scheunen und einen Stall vollständig. Im dreistöckigen Wohnhaus brannte das Dachgeschoss aus. Die darunter liegenden Stockwerke wurden durch das Löschwasser schwer beschädigt.

Die vierköpfige Familie konnte sich selbst aus dem brennen den Haus retten und wurde von Notärzten und Sanitätern versorgt. Das Ehepaar erlitt einen schwerem Schock und musste zur Behandlung ins Klinikum Bamberg gebracht werden. Die Tochter und ihr erst drei Wochen altes Baby fanden nach einer ersten ärztlichen Behandlung vor Ort in der Nachbarschaft Aufnahme. Ihr Mann war zum Zeitpunkt des Unglücks nach Aussagen von Nachbarn auf einem Lehrgang. Auch zwei Feuerwehrleute mussten nach Angaben des örtlichen Einsatzleiters wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung im Klinikum untersucht werden. Vier weitere Personen wurden laut Polizei von den Sanitätern vor Ort versorgt. Die Einsatzkräfte retteten auch rund 80 Jungkühe und -bullen vor den Flammen. Die Tiere wurden bei verschiedenen Landwirten über die Gemeinde verteilt untergebracht.


Katastrophenschutz im Einsatz


Um 19.03 Uhr am Mittwochabend hatten Passanten die starke Rauchentwicklung bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Schließlich waren rund 20 Wehren aus dem gesamten westlichen Landkreis Bamberg und aus dem angrenzenden Landkreis Erlangen-Höchstadt im Einsatz. Sogar aus Bamberg rückte ein Löschzug an. Vor Ort war auch der Katastrophenschutz des Landkreises Bamberg mit einem Fahrzeug der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung. Über Stunden hinweg bekämpften die Feuerwehren die immer wieder massiv hochschlagenden Flammen. Erst gegen 22 Uhr hatten sie den Brand so weit unter Kontrolle, dass sie "die sehr große Gefahr" des Übergreifens auf die Nachbaranwesen abwenden konnten.

Noch Donnerstagmittag stieg immer wieder dichter Rauch aus dem bis auf die Grundmauern niedergebrannten Stall auf. Qualm und Rauchgeruch war auch in allen umliegenden Straßen in der Ortsmitte von Steppach wahrzunehmen. Die Straßen waren teilweise gesperrt. Die Abrissarbeiten am Stall dauerten an.

Ein Nachbar, dessen Haus nur zwei Meter von dem brennenden Stall entfernt steht schilderte den Brand so: Er war wenige hundert Meter entfernt auf einem Geburtstagsfest, als er den ungewöhnlich dichten Rauch bemerkte. Als er nach Hause eilte schlugen bereits Flammen aus dem Dachstuhl des Nachbarn. Die Familie konnte nur noch ihre wichtigsten Papiere an sich nehmen und musste dann ihr Haus verlassen.


Hoher Sachschaden


Der entstandene Sachschaden wurde von der Polizei am Donnerstag zunächst auf rund eine halbe Million Euro beziffert. Er könnte jedoch noch wesentlich höher ausfallen, wenn sich das Wohngebäude ebenfalls als unbewohnbar erweisen sollte. Der Feuerwehr zufolge haben sich die Lehmböden stark mit Löschwasser vollgesogen. Auch das Mauerwerk wurde, deutlich sichtbar, schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die genaue Brandursache war bis gestern noch nicht geklärt. Die Kriminalpolizei Bamberg war zu Ermittlungen vor Ort. Nach Aussagen von Feuerwehrleuten könnte der Brandherd beim Kamin des Hauses liegen. Von dort könnten die Flammen auf die in einem Viereck angeordneten Scheunen und den Stall übergegriffen haben.




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