"Alika" ist auf Treibball total versessen
25.05.2009
Ort: Importartikel Von: Anette Schreiber ![]()
Hundesport Seit kurzem gibt es eine neue Hundesportart: Treibball ist der Hütearbeit nachempfunden und basiert auf der Philosophie eines niederländischen Ausbilders. Die Stegauracherin Bärbl Runggaldier ist die Einzige, die in der Region Bamberg Treibball lehrt.
Acht Gymnastikbälle
Nun, acht verschieden große, farbige Gymnastikbälle sind zu Beginn etwa in der Art wie beim Billard zu einem Dreieck positioniert. „Das sind die Schafe und die gehören mir“, sagt Bärbl Runggaldier bestimmt. Also von wegen, die unaufgefordert anlangen, verschieben oder so.
Die Rudelchefin
Das geht nicht, für den Fotografen zwecks Bildkomposition ebenso wenig wie für „Alika“, die doch so gerne „treiben“ möchte, aber artig wartet. Für alle muss Bärbl Runggaldier die (Rudel-) Chefin sein. Selbst wenn sie nur in Tornähe stehen bleibt. Dort muss sie samt Stab beim Treibball auch bleiben. Bälle und Tor, das passt zusammen, wie aber kommt nun ein Hütestab ins Spiel. Das ist das Relikt aus der Schäferei. Denn Treibball ist der Arbeit mit Schafen nachempfunden, deren Rolle die Bälle übernehmen und das Tor den Pferch symbolisiert, in den alle müssen. Also die Bälle. Aber nicht wahllos, sondern jeweils ein ganz bestimmter.
Kommandos und Körpersprache
Damit „Alika“ weiß welchen, wird sie von ihrem Frauchen dorthin gelotst mit „rechts“ und „left“ (links hätte ein S am Ende wie rechts und klänge zu ähnlich, erklärt die Hunde-Fachfrau) plus Körpersprache. Dann gibt es noch das Kommando Stopp und treib. Damit ein Ball das Spielfeld nicht verlässt, darf Frauchen den Stab einsetzen. Endlich ist das geklärt!
Mit Pfoten, Kopf und ganzem Körper
„Alika“, ganz in der Tradition des Hütehundes (sie ist ein Australian Shepard, also eine australische Hütehunderasse), nimmt bei ihrer Arbeit Kopf und Schnauze, aber auch Pfoten oder den gesamten Körper (etwa für den Bodycheck zur Kurskorrektur) zur Hilfe. Auf diese Weise lenkt der Hund den Ball flott und mit fröhlichem Gebell in den „Pferch“. Sind alle (acht) Schafe drin, gibt’s ein großes Lob und zur Belohnung Beute. Also einen Beutel mit Futter. Den wirft Rudelchefin Runggaldier erst einmal weg, damit die Hündin beim Aufstöbern ein weiteres Erfolgserlebnis hat, übt sich die Stegauracherin in Philosophie. Nicht in der eigenen, sondern in der von Nijboers Natural Dogmanship.
Auf eine Denkweise einlassen
Das ist grob vereinfacht Respekt vor dem Hund und die Bereitschaft, sich auf die Denkweise des Hundes einzulassen, aber auch dem Handeln und insbesondere den Kommandos einen Sinn zu geben; wobei man versucht, auf die Bedürfnisse des Tieres einzugehen. „Eine sehr natürliche und gewaltfreie Erziehungsart eben“, begeistert sich die frühere Erzieherin. Seit acht Jahren arbeitet sie als Hundeausbilderin und hat bei einer der verschiedenen Fortbildungen den Niederländer getroffen.
Sie würde sich freuen, wenn sie Treibball auf einem Fußballplatz trainieren könnte. Sie errät den Gedanken der Zeitungsleute: „Nein, die Hunde machen nicht auf ihre Arbeitsfläche.“
Hilfe beim Aufräumen
Nach getaner Treibarbeit hilft „Alika“ sogar noch beim Aufräumen. Ein wenig müde vielleicht, nach drei Durchgängen. Aber irgendwie auch zufrieden, wenn man das jetzt vermenschlicht… Ob Treibball was für jeden Hund ist? „Muss man ausprobieren,“ sagt die Ausbilderin. Wie bei Menschen und den unterschiedlichen Sportarten halt, folgert die Presse beim Abschied.
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