Stalldach begräbt 60 Kühe unter sich
02.01.2011
Ort: Herzogenreuth Von: Anette Schreiber ![]()
Einsturz Das Dach eines Kuhstalles hielt am Sonntag der Schneelast nicht mehr stand und begrub 60 Milchkühe unter sich. In einer großen Rettungsaktion wurden alle lebend aus dem Stall gebracht. Der Stall indes muss abgerissen werden. Den Sachschaden beziffert die Polizei mit rund 350 000 Euro.

Das eingestürzte Dach begrub die Tiere unter sich. Das THW musste jede Kuh einzeln freischneiden und mit einer Plane herausziehen. Alle Fotos: Ronald Rinklef
Seit Sonntagmorgen war ein Großaufgebot an Rettungskräften im Heiligenstadter Gemeindeteil Herzogenreuth zu Gange, nachdem hier das Dach eines älteren Milchviehstalls aus Holz der Schneelast nicht mehr standhielt und einstürzte. Die örtliche Feuerwehr sowie das Technische Hilfswerk und ein Statiker waren laut Polizeipressesprecher Alexander Czech vor Ort. Wegen der akuten Einsturzgefahr des restlichen Gebäudeteils dauerte es, bis die Rettungskräfte zu den rund 60 im Stall befindlichen Milchkühen vordringen und sie bergen konnten. Vom Einsturz gefährdet war laut Czech auch eine angrenzende Scheune, vorsichtshalber wurde zudem das Wohnhaus der Landwirtsfamilie geräumt.
Damit Einsatzkräfte in den Stall konnten, mussten erst die Außenmauern durch ein Spezialgerüst und Holzbalken gestützt werden, und auch ein Kran musste herbeigeschafft werden. Der für den Tierbestand zuständige Tierarzt war ebenso vor Ort wie Mitarbeiter des Landratsamtes, die örtliche Wehr, das Rote Kreuz und die Polizei. Die Tiere, so berichteten Czech und Götz unabhängig von einander, hätten sich erstaunlich ruhig verhalten. Da die meisten von ihnen während des Dacheinsturzes lagen, kamen sie glimpflich davon. Denn das Dach kam auf der metallenen Anbindekonstruktion zum Liegen.
Über das eingestürzte Dach schnitt das THW dann jede einzelne der 60 Milchkühe mit Motorsägen heraus, fixierte sie und zog sie mit Planen aus den Trümmern, beschreibt Götz das Vorgehen. Draußen versuchten die Helfer dann die Tiere wieder auf die Beine zu stellen. Nachbarn, Viehhändler und Landwirte transportierten die Kühe dann in andere Stallungen. Bei etwa drei Kühen ist unklar, ob sie wegen ihrer Verletzungen geschlachtet werden müssen, so Götz.
An einen derartigen Einsatz des THW Bamberg, das auch Unterstützung von Forchheimer Kollegen erhielt, kann Götz sich nicht erinnern. Mit dem Ergebnis des Einsatzes ist er jedenfalls voll zufrieden und meint, die Kühe hätten wohl alle "Schwein gehabt". Dies vor allem deswegen, weil sie ruhig geblieben sind. Polizeipressesprecher Czech indes berichtet von einem ähnlichen Fall im Landkreis Kronach, wo die Tiere gleichfalls gerettet werden konnten.
Der Stall kann nach Aussage von Götz nur noch abgerissen werden. Was mit der angrenzenden Scheune passiert, ist noch zu klären.
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