Bamberg erwirbt die insolvente Jako-Arena

29.09.2010   Von: Michael Wehner  

Finanzen Drei Stunden lang wurde im Bamberger Stadtrat kontrovers über den Kauf der Jako-Arena debattiert. Am Ende setzten sich die Befürworter einer Übernahme der Halle gegenüber den Kritikern eines Kaufs durch. Zu Hilfe kam der Mehrheit brandaktuelle Nachrichten von der Oberfrankenstiftung: Sie stellt eine MIllion Euro in Aussicht.


Foto:Ronald Rinklef
Das erste Bundesligaspiel der Brose Baskets in der neuen Saison findet am Sonntag, 3. Oktober, nicht mehr in einer privat geführten, sondern in einer öffentlichen Halle statt. Und sie wird auch nicht mehr Jako-, sondern Stechert-Arena heißen.

Die Voraussetzungen dafür hat der Bamberger Stadtrat gestern Abend nach einer kontroversen Debatte geschaffen. Mit 27 zu 17 Stimmen setzten sich am Ende der Debatte die Befürworter eines Kaufs der insolventen Arena deutlich gegenüber den Gegnern des von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) vorgeschlagenen Rettungsmodells durch.

Zu Hilfe kamen den Anhängern der Auffanglösung durch die öffentliche Hand brandaktuelle Nachrichten aus Bayreuth, die OB Starke nach einer Sitzung des Stiftungsrats der Oberfrankenstiftung den Stadträten persönlich überbringen konnte. "Die Stiftung hat sich bereit erklärt, den Erwerb der Arena durch den Konzern Stadt mit bis zu einer Million Euro zu fördern, wenn sich die Stadt oder ein gemeinnütziger Träger in der selben Höhe beteiligt."

Diese Botschaft schlug im mit Zuschauern voll besetzten Sitzungsaal wie eine Bombe ein, denn sie verbesserte die bisher im Gespräch befindlichen Bedingungen für den Kauf erheblich. Der gestern beschlossene Plan sieht vor, dass die beiden städtischen Töchtergesellschaften Stadtbau und Stadtwerke die vor dem Aus stehende Spielstätte des deutschen Basketballmeisters mit einem Aufwand von 4,5 Millionen Euro übernehmen. Eine weitere Gesellschaft der Stadt soll die Halle künftig gemeinsam mit der Bamberger Konzert- und Kongresshalle betreiben.

"Wir alle wissen, dass die Arena eine wichtige Infrastruktureinrichtung und ein attraktiver Standortfaktor für die ganze Region geworden ist. Aus ganz Franken kommen die Besucher, um in der Arena die unterschiedlichsten Kulturveranstaltungen, Messen oder Kongresse zu erleben. Ohne die attraktive Arena wäre unser Kulturangebot zweifellos ärmer", sagte Oberbürgermeister Starke in einer Grundsatzerklärung.

Die Zweifler konnte er damit aber nicht auf seine Seite ziehen. Sie rekrutierten sich vor allem aus dem Lager der Grün-Alternativen; aber auch Stadträte der CSU und der SPD wandten sich dagegen, die Schulden eines privaten Unternehmens mit öffentlichen Mitteln zu decken.

Dass es dennoch zu einer klaren Mehrheit kam, ist vor allem auf einen Kompromissvorschlag des Nürnberger Insolvenzverwalters Siegfried Beck zurückzuführen. Wie er anregte, sollen nach der Sicherung der Halle durch die Stadt weiter Verhandlungen mit privaten Investoren geführt werden.


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Kommentare

 
37  Kommentare  
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unbekannt - 02.10.2010 13:56    (0)   
 

Halle bleibt Halle
ich bin auch gespannt. Warum sollte es besser werden. Sie würde sich als Konzerthalle sicherlich lohnen, aber dafür müßte auch die Akustik stimmen. Wie viele Bands kommen nicht mehr, weil sie sich in dieser Halle selbst nicht mehr erkannt haben und am liebsten vor ihrer eigenen Musik weg gelaufen wären. Mal abwarten. Die Verantwortlichen werden es schon sehen, dass man aus Blech kein Gold machen kann.

Metzger - 02.10.2010 10:10    (0)   
 

jako
Bin gespannt ob sich die Halle wirklich rechnet.

J-Daddy - 02.10.2010 08:54    (0)   
 

Übern Tisch gezogen?
Ich denke der Spruch "Liebe macht blind" passt hier wohl besser. Und als die Liebe kein Trainer mehr in Bamberg war, war wohl die Sehkraft von Frau G. auch wieder hergestellt und sie wollte die Halle loswerden.

Metzger - 02.10.2010 03:49    (0)   
 

jako
Moin. Stimmt das hast auch wiederum Recht , wer hilft den kleinen der sich verkalkuliert hat beim Hauskauf ?

unbekannt - 02.10.2010 03:33    (0)   
 

Eine Runde Mitleid für G
die Arme. Wurde sie doch über den Tisch gezogen. Nee, das zieht bei mir nicht. Grade die Gs wird keiner so schnell über den Tisch ziehen. Und wenn doch, dann hat sie Pech gehabt. Selbst Schuld, wie jeder andere auch. Mir hilft die Stadt doch auch nicht wenn ich mich über den Tisch ziehen lasse. Im Gegenteil: Dummheit schützt vor Strafe nicht.....

Metzger - 01.10.2010 20:23    (0)   
 

Jako
Denke dass Frau G. die ärmste S. in dieser Situation ist.

J-Daddy - 01.10.2010 20:03    (0)   
 

Hallenkauf "damals"
Mich würde mal das Konzept interessieren auf Grund dessen "damals" Frau Günther und Herr Pfaff die Millionen zum Hallenkauf von der Sparkasse bekommen haben. Das muss doch da mal jemand geprüft haben. Oder wird das mit dem richtigen Namen vom Vorstand direkt durchgewunken? Dann sollte doch einfach die Sparkasse die Arena kaufen. S-Arena - ist doch ein geiler Name. Die können da gleich noch Personalversammlungen und -feiern abhalten. Hat daran eigentlich keiner gedacht??? Manmanman

probamberg - 01.10.2010 19:02    (0)   
 

....
Günther hat wohl Geld, trotzdem ist sie über den Tisch gezogen worden von Klappan, gleich zweimal, einmal beim Umbau mit den Mehrkosten und dieser Immobilienteilung, und dann beim Verkauf letztes Jahr. Und Klappan bekommt dann noch die Bürgschaft von der Stadt, um die in den Sand zu setzen. Ich denke doch mal, dann sind Ermittlungen wohl hier anzusetzen.

Metzger - 01.10.2010 16:41    (0)   
 

Jako
Mal sehen was so als nächstes gekauf wird !

unbekannt - 01.10.2010 09:45    (0)   
 

Warum?
Jeder regt sich auf, aber keiner tut was. Anders als z.B. bei Stuttgart 21. Warum denn eigentlich?

unbekannt - 01.10.2010 06:14    (0)   
 

Es kommt auf den richtigen Namen an
Ist das noch normal? Unternehmer mit dem richtigen Namen und dem dazugehörigen Bankkonto können sich alles erlauben und bekommen auch noch Hilfe der Stadt. Warum müssen die Unternehmer hier nicht selbst haften, obwohl sie die Gelder auf Privatkonten liegen haben? Wäre Frau G. eine vom niederen Volk, hätte es nicht nur einen Tritt in den Hintern von der Stadt gegeben, sondern wären möglicherweise auch Ermittlungen eingeleitet worden. Und dann kommt der Schritt, wo ihm alles was er hat, bis auf die Unterhose, für die Pleite genommen wird. Warum geht man diesen Menschen nicht an ihre dicken Bankkonten, obwohl man hier was holen könnte? Kann ich nicht verstehen. Die Stadt wird schon wissen, warum sie einer reichen Frau aus der Scheiße hilft. GLEICHES RECHT FÜR ALLE, das steht sogar im Grundgesetz. Wenn ich mal eine Pleite hinlege, werde ich darauf zurück kommen.

basketmasterbamberg - 01.10.2010 04:30    (0)   
 

# j - daddy
der ansatz mit dem kita-platz ist sehr interessant, würde mich wirklich interessieren wie die stadt reagieren würde - berichte mal;

schaut euch mal unter www.freie-webzet.de den brief von hr. heyder an die fraktionen an (als pdf abrufbar) äußerst interessant, da wird die rolle von klappan immer misteröser;

J-Daddy - 30.09.2010 21:44    (0)   
 

Glückwunsch
Glückwunsch nochmal den ca. 5.000 Basketballfans und 500 Metal-Freaks in Bamberg zur schönen Halle die ihnen Herr OB Starke gekauft hat.
Wo es gerade an's Geschenke verteilen geht: Ich brauche für meine Tochter im März 2012 einen Krippenplatz in Bamberg. Herr Starke - da geht doch was. Oder ist Soziales und Familie nicht so ihr Ding???

TheOne - 01.10.2010 06:26    (0)   
 

Wieviel ?
... sind Sie denn bereit springen zu lassen ?
Oder sind Sie vielleicht mit Herrn Heyder oder Frau Günther verwandt?

unbekannt - 30.09.2010 20:39    (0)   
 

War klar
Vom "Rat der Weisen zu Bamberg" war ja wieder mal nichts anderes zu erwarten. Enttäuschend ist es aber nicht, denn man hat sich ja längst daran gewöhnt.

Bamberger - 30.09.2010 19:27    (0)   
 

Noch was
Wie hoch ist mittlerweile die Kostenbeteiligung der Stadt an der Landesgartenschau? Is da eingentlich schon das Ende der Fahnenstange zu sehen? Oder wird dann der Bau von Fischpässen und Treidelpfaden auch einfach eingestellt, wie die Umgestaltung des Wilhelmsplatz? Müssen die Schwadronen von Rentner, die mit Bussen hierher gekarrt werden dann slalom um Baugruben und Absperrbänder laufen?

bb1234 - 30.09.2010 16:47    (0)   
 

Wofür man alles Geld hat?
Ist schon toll! Ein paar Millionen für die Brücken, hier ein paar für Bambados, dort mal eben schnell die Konzerthalle verschönert und mal eine Halle und eine Flutlichtanlage finanziert.
Aber kein Geld für Strom und Wasser in den Schulen (der Topf ist leer!), bei Anschaffungen wird um ein paar hundert Euro gefeilscht ("Könnten nicht das die Eltern übernehmen?").
Armes Bamberg...

unbekannt - 30.09.2010 14:33    (0)   
 

Ein Milliönchen von der Oberfrankenstiftung?
Da muss die Stiftung ihre Satzung aber ganz scbhön verbiegen, denn da heißt es im
§ 2
Stiftungszweck
(1) Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Zwecke auf dem Gebiet der Volkswohlfahrt unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse der Bevölkerung.
(2) Der Stiftungszweck wird insbesondere durch folgende Maßnahmen verwirklicht:
1. Förderung von Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, des Denkmalschutzes,
2. Förderung sozialer Maßnahmen im Sinne des § 52 Abs. 2 Nr. 2 der Abgabenordnung ausschließlich des Sports.
(3) Die Stiftung verfolgt damit ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinn des
Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
(4) Die Stiftung kann auch anderen, ebenfalls steuerbegünstigten Körperschaften, Anstalten und Stiftungen oder einer geeigneten öffentlichen Behörde finanzielle und sachliche Mittel zur Verfügung stellen, wenn diese Stellen mit den Mitteln Maßnahmen nach Absatz 2 fördern."
Kein Wort von Profisport o. ä.

IchUndMeineMeinung - 30.09.2010 21:54    (0)   
 

Jugendprogramm
Hier geht es nicht um den Profisport - hier geht es um ein erstklassiges Jugend- und Kindersportprogramm, welches bei Verlust der Halle ebenfalls wegbrechen würde!

Wolfgang1 - 01.10.2010 10:20    (0)   
 

Stimmt doch nicht!
Was hat die Halle bitteschön mit dem Jugend-und Kindersport zu tun? Was war denn vor dieser Halle? Kein Sport?? Es gibt fast unzählbar viele Sportvereine in Bamberg, die ausnahmslos Jugendarbeit praktizieren.
Wenn kein Argument vorhanden ist wird eben eines zusammen geschustert, und wenn´s noch so blöde ist.

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