Heiße Szenen aus Bambergs Frankenhölle

09.02.2012   Von: Michael Schulbert  

Film-Projekt Die Fans der Brose Baskets stehen im Mittelpunkt eines Dokumentarfilms. Regisseur Marc Litz hat seine Hauptdarsteller schon gefunden.


Foto: Barbara Herbst
Der Lärm ist Ohren betäubend: "Defense" skandieren die Unentwegten, um die Verteidigung anzufeuern, und hauen auf die Pauken, dass die die Wände wackeln.

"Macht sie alle, schießt sie aus der Halle": In der "Frankenhölle" ist der Teufel los, wenn die Brose Baskets auf Korbjagd gehen.

"Ich hätte nie geglaubt, dass 6000 Menschen so viel Lärm machen können wie 60.000 im Fußballstadion. In Bamberg geht das locker", sagt Marc Litz.

Bis im letzten Jahr verfolgte er das Spektakel aus der Basketball verrücktesten Stadt Deutschlands meist im Fernsehen, jetzt ist er selbst ein Teil davon, denn der 25-Jährige aus Zweibrücken hat die Dreharbeiten für einen Film über "Freak City" begonnen. Wie schon in seinem Erstlings-Streifen "Herzblut - Der FCK-Film" sind es die Fans, auf die Marc Litz sein Hauptaugenmerk richtet. "Ich will diese Liebe, diese Treue und Verbundenheit zu einem Verein einfangen", nimmt sich der junge Filmemacher vor.

Vor fast fünf Jahren ist ihm das in Kaiserslautern gelungen. Der gelernte Bäcker und Lagerist, der sich mit einer kleinen Videoproduktion selbstständig gemacht hatte und meist für Familienfeste oder Imagefilme gebucht wurde, begann, seine beiden Leidenschaften unter einen Hut zu bringen: Fußball und Film.

Sein Glückstag war der 18. Mai 2008, als die in der zweiten Liga vom Abstieg bedrohten Kaiserslauterner gegen Tabellenführer FC Köln aufliefen. Keiner hätte einen Pfifferling für die "Roten Teufel" gegeben, bis - ja bis der Nieselregen einsetzte. Bei legendärem "Fritz-Walter-Wetter" gelang mit 3:0 der Klassenerhalt. Mitten im Siegestaumel: Marc Litz, der seinen ersten Drehtag mit unwiederbringlichen Aufnahmen krönte.

Danach ging's bergauf. Mit dem FCK und mit dem Filmemacher, der 200 Stunden Material zu einer 90-minütigen Dokumentation schnitt. "Herzblut", eigentlich nur als DVD für die Fans gedacht, fand über eine Kino-Kette sogar den Weg auf die große Leinwand.

"Als alles vorbei war, steckte ich in einem Loch. Erfolgskater. Mir fiel nichts mehr ein", gesteht Litz. Monate später hat es ihn wieder gepackt. Genug vom Fußball wandte er sich nun seiner zweiten Lieblings-Sportart zu: Basketball. Mit Freunden aus Coburg, die er im Kaiserslauterner Fußballstadion kennen gelernt hatte, besuchte er ein Spiel der Brose Baskets in der Stechert-Arena und wusste: Das ist es! Über einen Aufruf beim Lokalsender Radio Galaxy fand er Pro tagonisten, die bereit sind, vor der Kamera über das Fieber zu sprechen, das sie bei jedem Spiel ihrer Mannschaft befällt.

Auch Brose-Baskets-Manager Wolfgang Heyder steht hinter dem Projekt.

"Wir wollen das", sagt er und freut sich auf viel Emotion. Der FCK-Film von Marc Litz habe ihm "sehr gut gefallen", so dass nun auch in Bamberg Einblicke hinter die Kulissen gewährt werden. Trainer und Spieler haben bereits zugestimmt, "so lange die Intimsphäre gewahrt wird".

Aus der Schar der Fans soll Thomas Frank aus Trunstadt zu Wort kommen. Die Brose Baskets machen ihn schon unter der Woche ganz kribbelig, sagt er. Kann er dann nicht zum Spiel in die Arena kommen, organisiert er für die Kumpels eine Radio- oder TV-Party. Der 21-jährige PR-Manager genießt das "Wir-Gefühl".
Filmreif ist ebenso die Truppe von "Faszination Basketball Bamberg", mit 915 Mitgliedern der größte Fanclub Deutschlands in dieser Sportart. "Eine super Idee", findet Zweiter Vorsitzender Stefan Zachert. "Wir können für den Film die ganze Palette bieten: von Hardcore-Fans, bei denen sich das Leben 24 Stunden am Tag um Basketball dreht, bis zu Anhängern, die einfach nur begeistert sind." Zachert selbst, im normalen Leben Sachbearbeiter bei den Stadtwerken, sieht sich "irgendwo dazwischen". Den Film "Herzblut" kannte er über Freunde aus Kaiserslautern schon, bevor er jetzt den Regisseur traf. "Der macht das gut", erwartet Zachert.

Abschluss im Herbst

Übers Radio startet Marc Litz inzwischen einen weiteren Aufruf. Jetzt sucht er den Titelsong und denkt an eine Mischung aus Hip-Hop und Rock. Im Herbst soll der Film über "Freak City" fertig sein. Und dann? Wieder ein Loch? Oder vielleicht ein Spielfilm? "Nee", sagt Marc Litz. "Mir gefällt's, wenn's echt ist." Doku ist sein Ding.

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Kommentare

 
2  Kommentare  
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Volltreffer - 09.02.2012 12:36    (0)   
 

Gäääähhhhn!
Als ob ein solch albernes "Aufputschmittel" hier notwendig wäre.
Was soll denn das fertige Filmchen dann kosten, Herr Litz?
Und vor allem: Was springt für SIE dabei heraus?

Shagrath - 09.02.2012 12:50    (0)   
 

Lohn
Was bei dem ganzen für den Filmemacher übrig bleibt? Na hoffentlich Geld. Oder arbeiten Sie für nichts?

Wenn es Sie außerdem nicht interessiert, dann brauchen sie sich die fertige DVD auch nicht kaufen. So einfach ist das alles.

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