Sicherheitsrisiko Sandkerwa

02.07.2010   Von: Jutta Behr-Groh  inFranken.de

Volksfest Das Verbot für zerbrechliche Gefäße hat sich aus Stadtrats-Sicht bewährt. Das selbe erwartet man von der auf 3 Uhr vorverlegten Sperrzeit für Lokale in der Nähe des Kerwagebiets.


Im 60. Jahr wird auf die Sandkirchweih ein eher noch größerer Massenansturm als sonst erwartet. Das Archivbild aus dem August 2007 entstand auf Höhe "Schlenkerla". Foto: Ronald Rinklef
In knapp sieben Wochen beginnt die 60. Sandkirchweih. Zum Jubiläum wird zwei Tage länger als sonst gefeiert und es werden noch mehr Menschen als sonst im August zur Kerwa erwartet. Entsprechend verschärft wurden die Sicherheitsvorkehrungen und Auflagen, für die die Stadtverwaltung zuständig ist.

Aus dem Stadtrat hat sie die nötige Rückendeckung. Die Sandkirchweih sei ein wunderschönes Fest und es wäre nicht auszudenken, wenn wirklich einmal etwas Schlimmes passiert. So lautete der Tenor in der Vollsitzung zum Bericht, den Umwelt- und Sozialreferent Ralf Haupt über die neuen bzw. geänderten Vorschriften gab. Sie seien Ergebnisse der jährlichen Sicherheitsbesprechung nach der Sandkerwa und Konsequenzen aus den Erfahrungen und Bedenken, die in diesen Treffen angesprochen werden.

Beibehalten, weil es sich laut Haupt bewährt hat, wird das 2009 erlassene Verbot des Verkaufs von Getränken in Gläsern, Flaschen und Krügen auf die Straße. Das erwünschte Ergebnis sei prompt eingetreten: Die Müllmenge habe sich nach Angaben der Sandkerwa Veranstaltungs-Gesellschaft mbH halbiert. Außerdem sei das Verletzungsrisiko durch Scherben und Splitter erheblich gesunken. Polizei und Rettungsdienst hätten 2009 nicht eine Schnittverletzung gemeldet. Vor der 61. Sandkirchweih muss im Stadtrat wieder über das Verbot gesprochen werden: Es gilt zunächst befristet bis 30. Juni 2011.

Die für viele Kirchweih-Besucher gravierendste Neuerung hat der Stadtrat erst kürzlich beschlossen: eine einheitlich auf 3 Uhr vorverlegte Sperrzeit für alle Lokale rund um das Sandgebiet. Zumindest bei Polizei und Rettungsdienst sei das Echo sehr positiv gewesen, berichtete der Sozial- und Umweltreferent: Die Verantwortlichen hätten sich dafür sogar ausdrücklich bedankt.


Auswüchse eindämmen


Haupt erinnerte daran, dass sich in den vergangenen Jahren das Treiben nach der Sperrzeit im Sand stets in die Straßen und Gaststätten der Umgebung verlagert hat. Neben Beschwerden seien wachsende Einsatzzahlen wegen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Alkoholleichen die Folge gewesen. Das wolle man mit der vorverlegten Sperrstunde eindämmen.

Neu ist auch, dass die Feuerwehr heuer mit einem Einsatzcontainer im Festgebiet vertreten sein und an zwei Stellen ausziehbare Leitern deponieren wird - für alle Fälle. 2009 hatte sie erstmals eine vierköpfige Bereitschaft während der Kirchweihtage im Sand, von heuer an sollen jeweils sechs Rettungskräfte die Stellung halten.

Der Einsatzcontainer als Standort für die Rettungskräfte und als Lager für technisches Gerät wird auf der kleinen Freifläche vor dem Palais Schrottenberg im Sandbad aufgestellt. Das Plätzchen liegt im Zentrum des Geschehens und ist öffentlicher Grund.



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