Sex-Plakat sorgt für Ärger in Bamberg-Nord

16.07.2010   Von: Michael Wehner  inFranken.de

Werbung  Adresse, Telefonnummer und der Name reichen: Der umstrittene Sex-Club in der Jäckstraße sorgt mit einem überdimensionalen Werbeplakat an der Siechenkreuzung für Aufregung. Das Transparent, das erst vor wenigen Tagen angebracht wurde, soll nach einer Intervention der Stadt nun wieder abgenommen werden.


Der umstrittene Sex-Club in der Jäckstraße wirbt an der Siechenkreuzung zwischen Grundschule und Kirche um Kunden. Foto: Michael Wehner

Michael Pfeilert stört das anrüchige Plakat nicht, das seit wenigen Tagen sein Nachbarhaus in der Memmelsdorfer Straße 2d ziert. "Das macht mir wenig aus, ich bin ein weltoffener Mensch", sagt der 43-jährige Logistikfachmann. "Außerdem, was kann man dagegen schon tun?"

Da täuscht sich Pfeilert. Die Stadtverwaltung hat am Freitag, kurz nachdem sie von dem Werbeplakat erfuhr, eine juristische Breitseite auf den Hauseigentümer losgelassen. Dieser ist auch der Eigentümer des neuen Sex-Clubs FKK Germania in der Jäckstraße.

Das Plakat, das neben der Internetadresse, Namen und Telefonnummer des Etablissements zeigt, sei nach dem Baurecht genehmigungs- und nach Denkmalschutzrecht erlaubnispflichtig. "Weder eine Genehmigung noch eine Erlaubnis hat sich der Eigentümer des Gründerzeitlichen Hauses besorgt", teilt Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar mit.

Nun muss das Plakat spätestens bis nächsten Donnerstag wieder weg, sonst droht eine zwangsgeldbewehrte Beseitigung, kündigt die Stadt in einem Schreiben an den Hauseigentümer an. Begründet wird die Anordnung auch mit der Nähe zur Luitpoldschule, die auf der anderen Straßenseite liegt.

 

"Gegenüber einer Grundschule ist die Werbung für entgeltliche sexuellen Leistung als grob anstößig einzustufen", urteilt das Bauordnungsamt.

Diese Meinung teilt auch der Pfarrer von St. Otto. Heinrich Hohl. "Die Frage ist doch, was wir vermitteln, wenn wir die Kinder im Grundschulalter mit einer solchen Werbung konfrontieren", sagte Hohl. Er freue sich, dass die Stadt sich dafür einsetzt, dass das Plakat wieder wegkommt.





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