Braucht die Schule einen Sozialarbeiter?

10.03.2010     inFranken.de

Debatte Nicht durchsetzen konnten sich die CSU-Kreisräte im Jugendhilfe-Ausschuss des Kreistages mit ihrer Forderung, den Einsatz von Sozialarbeitern an Hauptschulen zu überdenken. Dazu lagen Anträge aus Baunach und Memmelsdorf vor.


Sozialarbeit an Schulen: In Strullendorf informiert sich Sozialpädagoge Christian Duda bei Lehrerin Beate Weiß. Foto: mr
„Es geht nicht um die 7000 Euro, die der Landkreis dazu gibt. Es ist vielmehr grundsätzlich zu hinterfragen, ob so etwas sinnvoll ist“, meinte dazu Markus Mehlhorn (CSU).
Bisher gibt es schon an den Volksschulen Hirschaid, Strullendorf, Bischberg und Oberhaid sowie die Förderschulen in Scheßlitz und Stappenbach eine Sozialarbeit oder wird gewünscht und ist anerkannt. Der Landkreis fördert dies mit zehn Prozent der Personalkosten, also etwa 3500 Euro pro Jahr und Sozialpädagoge.„An Schulen arbeiten Lehrer, also Pädagogen, die Ansprechpartner waren und sind. Sie können dazu Hilfestellung in allen Lebenslagen geben, und wenn das nicht reicht, gibt es den schulpsycholgischen Dienst und andere Möglichkeiten“, so Mehlhorn. Brauche man da noch eine Moderation – mehr sei das nicht – durch Diplom-Sozialpädagogen? Alle Lehrer hätten schließlich ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Schüler. „Jugendsozialarbeit kann dort sein, wo sie notwendig ist“, ergänzte Siegfried Stengel (CSU). Die Schulen im Landkreis seien aber keine Problemschulen.

Ganz anders dachte da Bernd Fricke (Grüne). „Jede Schule braucht einen Sozialarbeiter“. Dieses präventive Angebot sei relativ billig. „Erschrocken“ zeigte sich der Vorsitzende des Vereins „Netzwerk“ , Thomas Busch. Den Lehrern seien keine Stunden zugewiesen für Sozialarbeit. Deshalb sei es der verkehrte Weg, sie damit zusätzlich zu belasten. Kreisrat Georg Zipfel (BBL) hielt die Sozialarbeit grundsätzlich für wichtig. Man müsse hier die Sorgen der Gemeinden werten, die solche Anträge stellten. Die Frage bleibe aber offen, ob man dies überall brauche. „Wir müssen uns auf andere verlassen. Deshalb unterstützen wir die Anträge von Baunach und Memmelsdorf“, begründete Kreisrätin Marga Söhnlein die Zustimmung der SPD. Mit 9:4 Stimmen wurde schließlich gegen die vier CSU-Kreisräte in dem Gremium die Förderung für Baunach und Memmelsdorf beschlossen.

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