Weniger Schulkinder – kleinere Klassen
12.09.2008
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Seit dem 16. September sind 333 Lehrer an den Kulmbacher Grund- und Hauptschulen im Einsatz. Sie unterrichten 4033 Buben und Mädchen. Wer nicht gut Deutsch spricht, wird besonders gefördert.
Aktuelle Zahlen zum Schuljahr 2008/09 lieferte bei einem Pressegespräch gestern im Landratsamt Schulamtsdirektor Scherer. Der bekam zu Beginn ein dickes Lob von Landrat Klaus Peter Söllner: Mit Weitsicht habe er vernünftige Lösungen auch für knifflige Probleme gefunden. Besonders erfreulich sei es, dass man es letztlich doch geschafft habe, die Rugendorfer Schule zu erhalten, die ein „Kernelement der Kommune“ sei.
Zahl der Schulanfänger ist zurückgegangen
Die aktuellen Zahlen der Schüler an den Volksschulen im Landkreis (und nur für diese ist das Staatliche Schulamt zuständig), setzen, wie schon erwähnt, einen Trend fort. 4033 Buben und Mädchen werden sich am Dienstag im Kreisgebiet auf den Schulweg machen; im September 2007 waren es 4315. Von ihnen besuchen 2692 eine Grundschule (Vorjahr 2823, -4,6 Prozent) 1341 eine Hauptschule (Vorjahr 1492, -10,1 Prozent).
Zurückgegangen ist auch die Zahl der Schulanfänger. Wurden im letzten September noch 249 ABC-Schützen in der Stadt und 407 im Landkreis gezählt, so sind es heuer nur noch 190 beziehungsweise 398 – was bedeutet, dass in der Stadt ein Fünftel weniger Kinder ins Schulleben startet als noch im Jahr zuvor.
"M-Zug bewährt sich immer noch"
Nur geringfügige Veränderungen gibt es bei der Zahl der Schulklassen: 130 Grundschulklassen, 66 Hauptschulklassen und acht so genannte M-Klassen wurden gebildet. Der M-Zug bewährt sich Scherer zufolge immer noch. Allerdings gehen auch hier die Schülerzahlen zurück, so dass an der Kulmbacher Hans-Edelmann-Schule in diesem Jahr nur eine derartige Klasse mit 27 jungen Leuten gebildet wurde und der M-Zug an der Volksschule Stadtsteinach-Untersteinach mit einer zehnten Klasse in diesem Schuljahr ausläuft.
Kombinierte JahrgängeGewachsen ist dagegen die Zahl der so genannten jahrgangskombinierten Klassen, die an einigen Standorten auch als Möglichkeit genutzt wurden, den Bestand der Schule zu sichern. Andernorts, wie etwa in Kulmbach-Ziegelhütten, wo es neben einer regulären ersten und zweiten Klasse eine kombinierte Klasse der Jahrgangsstufen 1/2 gibt, oder an der Oberen Schule, wo die kombinierte Klasse 1/2 parallel zu zwei Ganztagsklassen geführt wird, werden Scherer zufolge pädagogische Modelle erprobt.
Mobile Lehrer-Reserve für den Notfall
Die Versorgung mit Lehrkräften bezeichnet der Schulamtsdirektor als gut. Insgesamt 333 Lehrerinnen und Lehrer sind im neuen Schuljahr im Einsatz und werden 6216 Wochenstunden Klassen- und Fachunterricht erteilen. Als Vertretung steht die so genannte Mobile Reserve mit 16 Lehrkräften für den Klassenunterricht und neun für den Fachunterricht bereit. Das sollte ausreichen, meint Helmut Scherer. „Es sei denn, es bricht im Januar oder Februar die ganz große Grippewelle über uns herein.“
Eltern und Pädagogen führen seit Jahren einen Kampf gegen zu große Klassen. An den Volksschulen im Landkreis Kulmbach dürfte das kein Thema mehr sein. Keine einzige Klasse zählt mehr als 30 Schüler. In 195 Klassen gibt es 15 bis 30 Buben und Mädchen und in der Eingangsklasse der Rugendorfer Schule gar nur 13 Kinder. Eine durchschnittliche Klassenstärke von 20,6 Kindern ist laut Scherer durchaus zufrieden stellend.
„Vorreiter-Rolle“
Die Übertrittsquote – also die Zahl der Kinder, die nach der 4. Klasse ans Gymnasium oder an die Realschule wechselt – liegt mit etwa 60 Prozent im bayerischen Durchschnitt.
In einer Vorreiter-Rolle für Oberfranken sehen sowohl Schulamtsdirektor Scherer als auch Landrat Söllner den Landkreis hinsichtlich der Versorgung mit Ganztagsklassen. Offene Ganztagsangebote gibt es mittlerweile nicht nur in Mainleus, sondern erstmalig auch in Thurnau und an der Hans-Edelmann-Schule. So genannte gebundene Ganztagsklassen bestehen an der Oberen Volksschule und an der Max-Hundt-Schule in Kulmbach sowie in Maileus, Neudrossenfeld, Neuenmarkt-Wirsberg und Stadtsteinach-Untersteinach.
Eine Mittagsbetreuung wird in 16 Gruppen an Grundschulen angeboten.
Ein großes Anliegen ist für das Schulamt die Förderung von Buben und Mädchen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.101 Kinder kommen in diesem Schuljahr in den Genuss solcher Fördermaßnahmen. Für Deutsch-Vorkurse, Deutsch-Förderunterricht, Muttersprachlichen Ergänzungsuntericht und islamischen Religionsunterricht stehen in mehreren Schulen 69 Wochenstunden zur Verfügung.
Brückenschlag zwischen Grund- und weiterführenden Schulen
Und schließlich wird ein ganz besonderes Förderangebot in diesem Schuljahr im Landkreis Kulmbach erstmals erprobt: Fünf Grundschullehrer werden an den Gymnasien und an der Realschule Unterricht erteilen.
Ein „Brückenschlag“ zwischen Grundschule und weiterführender Schule soll damit erfolgen, so Helmut Scherer. Die Lehrer könnten als Multplikatoren dafür sorgen, dass ihre Kollegen in der Grundschule die Kinder optimal auf den Schulwechsel vorbereiten. Und auch die Kinder sollen davon profitieren, dass ein kleines Stückchen der doch eher heimeligen Grundchule an Gymnasium oder Realschule hinübergerettet wird.
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