Sandkerwa-Veranstalter sind guter Dinge

26.07.2010     inFranken.de

Sicherheit Mit den Gegebenheiten bei der Duisburger Loveparade sei die Sandkerwa nicht zu vergleichen. Das betont Ulrike Heucken als Geschäftsführerin der Veranstaltungs GmbH vier Wochen vor dem Fest, das jedes Jahr Menschenmassen in die Altstadt lockt. Auch bei der Stadt sieht man sich gut gewappnet für die Großvarenstaltung im Sand.


Fröhliche Menschenmassen in der Oberen Sandstraße - so soll auch die 60. Sandkirchweih über die Bühne gehen. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Eine folgenschwere Massenpanik wie bei der Loveparade in Duisburg, wo am Wochenende 19 Menschen starben und hunderte verletzt wurden, schließen die Veranstalter von Bambergs größtem Fest, der Sandkirchweih, aus. Allein der Umstand, dass das Festgebiet nicht abgeschlossen ist und es etliche Ein- und Ausgänge hat, lasse ähnliche Szenarien nicht befürchten, glaubt Ulrike Heucken, Geschäftsführerin der Sandkerwa-Veranstaltungs Gesellschaft mbH des Bürgervereins Sand, am Tag nach dem furchtbaren Unglück.

"Eine Menschenmenge muss fließen können wie Wasser," sagt Heucken und das sei auch der Grund, weshalb sich der Bürgerverein seit Jahren dagegen wehre, das Festgebiet abzusperren. Auch wenn man viel Geld einnehmen könnte, indem man Zäune aufstellen und von allen Besuchern Eintritt kassieren würde, wäre das nach ihrer Überzeugung der falsche Weg. Dann hätte man hunderte vor und hinter dem Zaun und eine Situation, die schnell unkontrollierbar werden könnte. So aber sei das Gebiet offen und habe "überall eine Nische, wo man ausweichen kann".

Im äußersten Notfall spielt im Sicherheitskonzept von Bürgerverein und Stadt auch die Regnitz als Rettungsweg eine Rolle.

"Wir sind uns der Verantwortung bewusst und setzen alle Auflagen der Stadt penibel um," sagt Heucken . Man setze aber auch auf die Vernunft und Einsicht der Gäste, keinen Unsinn zu machen, denn: "Wenn alle Leute, die hingehen, die Verantwortung an den Veranstalter abgeben, kann man nichts mehr durchführen."

Die Leiterin des städtischen Ordnungsamts, Christine Feldbauer, gibt zu, dass ihr die Katastrophe in Duisburg eine nahezu schlaflose Nacht beschert hat. Natürlich habe sie gleich an Bambergs größtes Volksfest denken müssen und sich die Frage gestellt, ob bei der Sandkirchweih ähnliches passieren könnte. Ihre erste Arbeit heute sei es deshalb gewesen, das bestehende Sicherheitskonzept zu prüfen. Mit dem Ergebnis, "dass nach menschlichem Ermessen alles getan ist und wird, dass es wieder eine schöne und friedliche Sandkirchweih wird".

Auch aus Feldbauers Sicht ist der ganz wesentliche Unterschied zu Duisburg das offene Festgelände in der Bamberger Altstadt. Während die Loveparade-Besucher nach Passieren eines Tunnels in ein abgesperrtes Areal gelangten, ist das Kirchweihareal nach allen Seiten offen.



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