Sandkerwa: Schilder erhöhen die Sicherheit

11.08.2010   Von: Michael Wehner  inFranken.de

Sandkirchweih  Noch eine Woche bis zur 60. Sandkirchweih. Täglich werden bis zu 30.000 Besucher in der Stadt erwartet. Doch wie steht es um die Sicherheit der Festgäste in den engen Gassen? Die Verantwortlichen haben nach der Katastrophe in Duisburg das Sicherheitskonzept der Sandkirchweih noch einmal überprüft und verfeinert.


Typisch, aber nicht ohne Risiko: Menschenmassen schieben sich durch den Sand. Foto: Rinklef
Noch sieben Tage, dann flattern wieder die Wimpel im Sand, dann drängen wieder unübersehbare Menschenmassen durch die Gassen zwischen Katzenberg und Elisabethenkirche. Mit einer Woche Dauer wird die 60. Sandkirchweih die längste seit vielen Jahren sein und zweifellos auch die Feier mit dem ausgefeiltesten Sicherheitskonzept.

Maximale Sicherheit für die geschätzten 25.000 bis 30.000 Gäste am Tag - das ist für die Sandkerwa GmbH als Veranstalterin und alle beteiligten Behörden in Bamberg nicht erst seit Duisburg eine zentrale Fragen.

Dennoch war die Massenpanik mit den tragischen Folgen bei der Loveparade ein Anlass, auch in Bamberg noch einmal darüber nachzudenken, ob die Vorkehrungen nicht doch noch verbessert werden können. "Wir haben uns die neuralgischen Punkte angesehen und überlegt, was kurzfristig noch machbar ist". sagt Christine Feldbauer vom Ordnungsamt der Stadt Bamberg.

Grund genauer hinzuschauen, gibt es in der Tat:

Das Volksfest mitten in der Bamberger Altstadt ist auch ohne überregionale Werbung mittlerweile zu einem der beliebtesten Feste in ganz Franken geworden, zu dem Menschen aus Nah und Fern pilgern. Mit nicht nur angenehmen Folgen: Das sprichwörtliche Gemöhr, das für viele zum Sandkerwa-Gefühl untrennbar dazugehört, begann sich in den letzten Jahren mehr und von den Nachtstunden nach vorne auszudehnen. Wer dann mittendrin steckt, kommt um das Bad in der Menge mit viel Körperkontakt nicht herum. Auf "30 Meter in 30 Minuten" schätzt eine erfahrene Kirchweihgängerin den "Vortrieb" zu den besonders gut besuchten Zeiten.

Um den Besuchern größtmögliche Sicherheit zu garantieren, haben Stadt, Feuerwehr, Polizei und Veranstalter das in Jahrzehnten gereifte Fluchtwegekonzept 2010 noch einmal verfeinert.

Der Blick auf den Plan zeigt zwar, dass das schlauchartige Festgebiet viele Ausgänge hat; aber nicht jeder findet sich im Labyrinth vielleicht zurecht. Neu ist in diesem Jahr deshalb, dass zwölf 1,30 Meter breite und 70 Zentimeter hohe Schilder an den wichtigsten Eckpunkten im Sand aufgehängt werden. "Hier sieht jeder sofort, wo er das Festgebiet am schnellsten verlassen kann", sagt Christine Feldbauer.

Für Entlastung wird auch an einer anderen neuralgischen Stelle gesorgt:

gleich gegenüber vom Schlenkerla. Hier wird die Ringleinsgasse als eine Art Bypass ab 17 Uhr nur noch Richtung Karolinenstraße begehbar sein. "Wir versprechen uns dadurch eine Entzerrung und auch eine bessere Zugänglichkeit für Sicherheitskräfte", sagt Feldbauer. Doch selbst mit diesen Vorkehrungen kann es auf der Sandkerwa wie andernorts keine absolute Sicherheit geben. "Großveranstaltungen bergen immer gewisse Risiken", weiß Polizist Udo Skrzypczak. Ulrike Heucken hofft daher, dass sich die Festbesucher an eine Tugend erinnern, die in den vielen Jahren zuvor Schlimmeres zuverlässig verhindert hat: "Das Wichtigste ist, dass sich die Leute vernünftig verhalten."

Mehr über das Sicherheitskonzept für die Sandkirchweih lesen Sie im Fränkischen Tag.



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