Riesen-Schweinerei beschäftigt Gericht

08.02.2012   Ort: Ebrach/Hof  Von: Jutta Behr-Groh  Fränkischer Tag

Prozess Der frühere Leiter des Landwirtschaftsbetriebs in der Justizvollzugsanstalt Ebrach, ein 63-Jähriger aus dem Landkreis Bamberg, soll fast 2000 Knast-Schweine veruntreut haben.


Das Archivbild zeigt den Schweinestall der Justizvollzugsanstalt Ebrach. Fast 2000 Tiere daraus soll der Angeklagte veruntreut haben. Foto: Rudolf Mader
Er steht wegen diesem und weiteren Vorwürfen in Hof vor Gericht. Der Pensionist und sein Verteidiger weisen die Anschuldigungen entschieden zurück.

Veruntreuung von Schweinen, Untreue durch Ferkelverkauf unter Wert an sich selbst und Dritte, Subventionsbetrug, Diebstahl von 1000 Liter Diesel - all das wird dem heute 63 Jahre alten H. K. aus dem Landkreis Bamberg vorgeworfen. Er leitete jahrelang den Landwirtschaftsbetrieb der Justizvollzugsanstalt (JVA) Ebrach und soll diese Position ausgenützt haben, um sich auf Staatskosten zu bereichern. Jetzt ist der pensionierte Justizvollzugsbeamte selbst zum Fall für die Justiz geworden: Er muss sich seit Ende Januar vor dem Schöffengericht für Wirtschaftsstrafsachen des Amtsgerichtes Hof verantworten.

Nach den ersten beiden Verhandlungstagen geht K.s Verteidiger, der Bamberger Rechtsanwalt Herbert Güthlein, davon aus, dass sich alle Anklagepunkte in Luft auflösen werden. Er rechnet mit dem Freispruch seines Man
danten.

Güthlein behauptet, die Vorwürfe gegen den 63-Jährigen würden jeder Grundlage entbehren und seien parteipolitisch motiviert. K. war früher der Ortsvorsitzende der CSU in Burgwindheim. Es gebe Leute in der örtlichen CSU, die ihm schaden wollten. Der Rechtsanwalt zum FT: "Bereits von Anfang an war jedem klar, der sich mit dieser Akte intensiv befasst hat, dass der Hintergrund für die Anzeige gegen K. ein rein innerparteilicher Zwist in Burgwindheim gewesen sein muss." Die bisherige Beweisaufnahme hat nach Angaben des Verteidigers keinen der Anklagepunkte erhärtet.

Der schwerwiegendste Vorwurf lautet, der Angeklagte habe in den Jahren 2002 bis 2005 insgesamt 1912 Schweine veruntreut. Die Straftaten soll er begangen haben, indem er regelmäßig Tiere aus dem anstaltseigenen Betrieb auf dem Rückweg vom Schlachthof in Bamberg abgezweigt und an seinem Wohnsitz abgeladen haben soll. Dort soll er sie verarbeitet oder weiterverkauft und sich auf diese Weise eine ständige illegale Einnahmequelle verschafft haben.

Durch die Zeugenaussagen verantwortlicher Mitarbeiter in der Landwirtschaft der JVA sieht Güthlein seinen Mandanten klar entlastet. Die Zeugen hätten vor Gericht übereinstimmend ausgesagt, dass jede Woche Bestandszählungen stattfinden. Es werde genau aufgezeichnet, wie viele Tiere den Stall verlassen, in einem so genannten Saubuch würden alle Bewegungen im Bestand penibel festgehalten. Auch über die Verkäufe führe man im Betrieb genau Buch.

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Kommentare

 
5  Kommentare  
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Domreiter - 08.02.2012 18:12    (0)   
 

in dubio pro Deo ;-)
... wegen des Stallgeruchs zwinkern Endlich mal eine handfeste SAUEREI zwinkern Vielleicht beschäftigt sich Frau Merck sogar damit? Oder gilt: "Mir doch Wurschd"?

Wie soll das gehen: "2002 bis 2005 insgesamt 1912 Schweine" Das wären 12,25641 Schweine pro Woche. Der Beschuldigte / Angeklagte muss aber nen riesigen Keller nebst KühlHAUS haben ... eine kleine Metzgerei "verwurstet" nicht mal in einem solchen Zeitraum so viele Tiere. Gibt es etwa eine Hausmarke " Sauerei" vom königliche fränkischen Hoflieferanten?

Wer weiß, was wieder mal dahinter steckt und rauskommt. Im Zweifel erst mal für den Angeklagten.

Also: Fortan bitte nur vegetarische Sauereien machen !!! zwinkern

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Octopus - 08.02.2012 12:14    (0)   
 

Urteil abwarten
Mein Gott, war das jetzt ein geistreicher Kommentar !

Warten wir doch erst mal das Urteil ab, vielleicht ist an der ganzen Sache nichts dran. Es gilt fast überall auf der Welt: Ohne rechtskräfiges Urteil gilt der Angeklagte zunächst als unschuldig.

Skeptiker - 08.02.2012 12:11    (0)   
 

zum glück
sieht die Justiz den Fall etwas anders als der Herr Verteidiger, sonst wäre keine anklage erhoben worden.

freierfranke - 08.02.2012 12:06    (0)   
 

wegsperren!!!!!!!!
der bauer muß hinter gitter.
in uniform, die er nicht ausziehen darf.
für mindestens fünf jahre. mindestens!!!!!!!!!!!!!

Roth - 10.02.2012 07:10    (0)   
 

auch freierfranke muss das Urteil ...
... abwarten und die Rechnung geht von Domreiter geht nicht auf. 1912 Schweine in 4 Jahren (= 208 Wochen) ergibt weniger als 10 Schweine pro Woche!

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