Pferde waren drei Stunden vom Feuer umzingelt

20.11.2011   Ort: Zapfendorf  Von: Anette Schreiber  Fränkischer Tag

Großbrand Wie durch ein Wunder überlebten bei dem Großbrand auf einem Zapfendorfer Bauernhof am Samstag die beiden Kaltbluthengste Max und Moritz - nach drei Stunden in der Gluthitze. Schaden für 350.000 Euro verursachte dieses Feuer.


Kommandant Tilman Daum hat Max aus dem Stall befreit..Alle Fotos: Ronald Rinklef
Bereits vor den Pferden konnten die übrigen Tiere gerettet werden. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.

Etwa 350.000 Euro Schaden verursachte ein Großfeuer am frühen Samstagmorgen auf einem Bauernhof in Zapfendorf. Während ein Großaufgebot von Feuerwehren das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus weitestgehend verhindern konnte, wurden Stallungen und eine Scheune vollständig ein Raub der Flammen. Fünf Personen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen.

Die rund 200 Feuerwehrleute konnten alle 100 Tiere - Schweine, Rinder, Kälber, Pferde - aus den Ställen befreien. Wie durch ein Wunder wurden auch die beiden Kaltbluthengste Max und Moritz nach drei Stunden in der Gluthitze gerettet. "Eine kleine Sensation", findet Kreisbrandinspektor Willi Scholz. Vom örtlichen Kommandanten Tilman Daum wusste er, dass die Pferde das Ein und Alles des Hofbesitzers sind. Aber ihre Rettung gestaltete sich am schwierigsten, weil die Kommandanten ihre Einsatzkräfte hier keiner zusätzlichen Gefahr aussetzen konnten und bei den Löscharbeiten strategisch vorgehen mussten. Unter dem Dach und damit über dem Pferdestall waren Erntegüter auf einer Holzdecke gelagert, die in Teilen bereits eingestürzt war, und der Rest stets einzustürzen drohte.

Eher zufällig war das Feuer entdeckt worden, als vorbeifahrende junge Leute den Brand im Dachstuhl der Scheune vom Auto aus gesehen und sofort die Feuerwehr und die betroffenen Bewohner des Bauernhauses, das mit den Scheunen und Stallungen zusammengebaut ist, alarmierten.

Bis zum Eintreffen der etwa 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei brannten Scheune und Stall lichterloh. In den Stallungen waren nach Angaben der Polizei etwa 60 Schweine, 30 Kühe sowie Kälber und die beiden Kaltblutpferde untergebracht. Der 51-jährige Eigentümer des Hofes, Söhne und Lebensgefährtin trieben zusammen mit den Einsatzkräften und freiwilligen Helfern, die Tiere aus den Stallungen. Damit sie die Löscharbeiten nicht behinderten, wurden sie in angrenzende Gärten gelotst, so Kommandant Daum. Die Aktiven profitierten von der guten Ortskenntnis der Zapfendorfer Wehr und davon, dass etliche Feuerwehrleute sich in der Landwirtschaft auskennen, betont Daum. Der Hofbesitzer wiederum ist ebenfalls aktiver Feuerwehrmann.
Doch während die Wehren vor allem um das Wohnhaus kämpften, mussten Max und Moritz in ihrem von drei Seiten ummauerten Stall ausharren. Die einzige Luftzufuhr die sie hatten lieferte der Löschwasserstrahl fürs Stalldach. Max und Moritz, so teilt unser Fotograf Ronald Rinklef mit, waren während der Löscharbeiten überraschend ruhig. "Warmblüter hätten das nicht überlebt, die hätten durchgedreht", ist sich Kommandant Daum sicher.

Die drei und 13 Jahre alten Hengste waren extremsten Temperaturen ausgesetzt. "Rund um sie herum hat es gebrannt, die Stalltür war bis aufs Metall weggebrannt", weiß Wilhelm Scholz. Daum und Scholz sind seit Jahrzehnten aktive Feuerwehrleute, Pferde haben sie jedoch zum ersten Mal aus dem Feuer gerettet. Nachdem das Feuer gelöscht war, holte Daum den 13-jährigen Max selbst aus dem Stall, weshalb ihn die Kameraden seitdem Pferdeflüsterer nennen. Die geretteten Tiere wurden vom Tierarzt versorgt, ein ortsansässiger Viehhändler brachte sie in Ställe in der Nachbarschaft und in Nachbarorten. Die Familie kam bei Verwandschaft gleich in der Nähe unter, freut sich Daum. Damit sie am Hof wieder ein Dach über dem Kopf hatten, deckten Feuerwehrleute dieses gleich am späten Nachmittag des Brandtages.

"Max und Moritz geht es gut", konnte Tilman Daum berichten. Sie sind derzeit auf einem Pferdehof in Mürsbach untergebracht.

Die Ermittlungen der Kripo nach der Brandursache gestalten sich schwierig und dauern laut Pressestelle an.




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Kommentare

 
2  Kommentare  
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Helmer - 21.11.2011 15:23    (0)   
 

man man man
selbst wohl kein feuerwehrmann wie??? was soll das denn jetzt?!

Skeptiker - 21.11.2011 15:15    (0)   
 

Im Rahmen
eines geordneten Feuerwehreinsatzes zählt es nicht zu den Aufgaben des Kommandanten, ein einzelnes Pferd aus dem Stall zu führen. Er hat sich der Koordination und Leitung des Einsatzes zu widmen. Außerdem gab es an der Brandstelle sicher Personen, die im Umgang mit Pferden eine größere Erfahrung besitzen als ein Verwaltungsmensch.

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