Pfarrer outet sich im Film als Club-Fan

03.05.2011   Ort: Gundelsheim  Von: Anette Schreiber  Fränkischer Tag

Fussball Seit seiner Jugend ist Marianus Schramm ein Anhänger der Nürnberger Kicker. Im neuen Imagefilm des fränkischen Profi-Vereins sagt er öffentlich, was der Club für ihn bedeutet.


Gundelsheims Pfarrer Marianus Schramm ist bekennender Club- Fan, hier vor der Kirche Sieben Schmerzen Mariens. Foto: Matthias Hoch
"Der Club ist für mich - ein himmlisches Vergnügen auf Erden und der Grund für manches Stoßgebet." Das bekennt Club-Fan Marianus Schramm, künftig auch in aller Öffentlichkeit. Mit diesem Statement wirkt der Gundelsheimer Pfarrer im Imagefilm des fränkischen Fußballclubs mit. Zu sehen in Heimspielpausen in Nürnberg, auf der 1. FCN Homepage und in Kinowerbung.

Neben bekannten Club-Größen und Legenden outen sich "ganz normale Menschen wie drei ältere Damen, eine Tierpflegerin und ein Schornsteinfeger als Anhänger" des Traditionsvereins. Weil sie wohl noch einen Geistlichen brauchten, hätten sich die Club-Verantwortlichen an ihn gewandt, mutmaßt Marianus Schramm. In seiner Eigenschaft als Anhänger des Clubs hat er es in der jüngeren Vergangenheit zu einer gewissen Bekanntheit gebracht. So sagte er "natürlich zu, es ist ja auch schon eine gewisse Ehre, hier dabei zu sein." Vor drei Wochen wurde Schramms Sequenz in der Nürnberger Frauenkirche gedreht, Montagabend war der Gundelsheimer im Haus der Athleten bei der Imagefilm-Premiere in Nürnberg, zusammen mit den anderen Darstellern und Club-Prominenz wie Trainer Hecking und Dagmar Wöhrl am Buffet. Interessant für ihn, meint der 39-Jährige und "schön geworden ist er, der Film".

Bezug zu Franken


Wie kamen der Club und der Pfarrer zusammen? Als Kind habe er wohl wie alle in dem Alter gebolzt. Aktiv im Verein zu spielen, dafür hatte der junge Bamberger keine Zeit, schließlich nahm ihn der Domchor in Beschlag. Als es etwa in der dritten Klasse "in" war, Anhänger eines Fußballvereins zu sein, "da war ich für den Club, weil ich zu Nürnberg und Franken wohl eher einen Bezug hatte als zu München." Das erste Spiel, in dem er den Club bewusst wahrnahm, das war das Pokalfinale zwischen Bayern und dem Club 1982. "Da spielte der Dieter Hoeneß mit einem Turban auf dem Kopf, weil er verletzt war. Bayern gewann 4: 2." Schramms Begeisterung für den Club wuchs. So sehr, dass er als Kaplan der Herz Jesu Gemeinde in Nürnberg 2003 den Herz-Jesu FCN-Fanclub gründete, "auch um der Jugend ein weiteres Standbein zu geben". Die FCN-Profis Cacau und Carlos Jesus Junior kamen zur Gründung. Das öffentliche Interesse war groß, Schramm als ein dem Club nahestehender Geistlicher in den Schlagzeilen, später auch in Fernseh-Reportagen. Einmal im Jahr hielt Schramm in Nürnberg einen Fußball-Gottesdienst.

Bei seiner Einführung als Gundelsheimer Pfarrer 2004 schenkten ihm die Evangelischen einen Fußball mit den Autogrammen der Nürnberger Kicker. Nachdem er 2006 auch für Merkendorf zuständig wurde, wo bekanntlich der größte oberfränkische Bayern-Fanclub beheimatet ist, bildete sich in Merkendorf auch ein FCN-Fan-Club. Bei dem wurde Marianus Schramm ebenso (passives) Mitglied wie in Otto Scheers FCN-Fanclub. Dem übrigens auch Erzbischof Ludwig Schick angehört, der schon auch mal mit Schramm zum Club-Spiel nach Nürnberg fuhr. Da hätte der Club eigentlich gewinnen müssen, spielte tatsächlich aber nur unentschieden, erzählt Schramm verschmitzt. "Beten und Fußball - wenn der liebe Gott darauf reagiert, dann gäbe es nur unentschieden", sagt Schramm. Freilich hat der Gundelsheimer Pfarrer die Erfahrung gemacht, dass der Club bisher meist gewonnen oder zumindest unentschieden erreicht hat, wenn er beim Spiel war...

Fahrten ins Stadion


Drei bis vier Mal jährlich fährt Schramm ins Nürnberger Stadion, auch schon mal "zum Missionieren mit Ministranten". Öfter geht nicht, weil der Geistliche schließlich Vorabendmessen zelebrieren muss, bei Hochzeiten oder Feiern gebraucht wird. Die Sportschau im Fernsehen schafft er meist auch nicht, so dass er sich eben nur die Zusammenfassung der Club-Spiele im Sportstudio ansehen kann.

Club-Fan-Sein ist für den Pfarrer "ein schönes Hobby". Es sei auch Zeichen, dass er im Leben steht, bei den Seinen ist. Fanatismus erteilt er hingegen eine klare Absage. Deswegen hat er kein Problem, beim Merkendorfer Bayern-Fanclub einen Jubiläums-Gottesdienst zu zelebrieren. "Ich will als Pfarrer schließlich alle erreichen."
Natürlich gehört er auch dem Gundelsheimer FCN-Fanclub an, der heuer sein 25-jähriges Bestehen feiert. Pfarrer Schramm, der Schirmherr ist, wird am 16. Juli einen Gottesdienst am Sportplatz feiern, bei dem die Ministranten in ihren Trikots auflaufen und Schramms Herz-Jesu-Fanclub-Schal zum Einsatz kommt. Der aus dem Imagefilm, der zusammen mit dem Pfarrer demnächst wohl große Bekanntheit erlangen wird.



Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:  *
Ich bin mit den AGB einverstanden.:  *


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wieviel ist 31 - 1: 




Nachrichten aus Ihrer Umgebung
Bad Kissingen Schweinfurt Kitzingen Haßberge Bamberg Erlangen-Höchstadt Forchheim Bayreuth Kulmbach Lichtenfels Coburg Kronach
Aktuelle Angebote

Veranstaltungen inFranken.de

Haben Sie heute schon etwas vor?
Finden Sie aus 2791 Events, Partys und Konzerten Ihre Veranstaltung:
E-Paper + Zeitungsarchiv
Die Zeitungsausgaben der letzten zwei Wochen stehen Ihnen mit dem Online-Abo jederzeit, weltweit online zur Verfügung.
Zum E-Paper

Sie suchen einen älteren Zeitungsartikel?
Zum Zeitungsarchiv