Panzerknacker halten Bamberg in Atem

09.09.2010   Von: Michael Wehner  inFranken.de

Einbruchsserie  Eine rätselhafte Einbruchserie beschäftigt die Bamberger Polizei. Seit Mai dieses Jahres häufen sich Einbrüche, bei denen Safes erbeutet werden. Die Hinterlassenschaft zweier solcher Raubzüge fanden sich jetzt im Kammermeisterweg und in der Erba-Schleuse. Dort wurde der Täter sogar noch angetroffen, konnte der Polizei aber entkommen.


Taucher der Bereitschaftspolizei fischten am Mittwoch einen Tresor aus dem Unterwasser der Erba-Schleuse, der bei einem Einbruch in den Kindergarten am Ochsenanger erbeutet wurde. Die Straftat ist Teil einer Einbruchsserie, die die Polizei seit Mai dieses Jahres in Atem hält, Fotos: Matthias Hoch
Die Tourenradler am Leinritt in Gaustadt mussten am Mittwoch früh unverrichteter Dinge wieder umkehren. Die Bereitschaftspolizei war mit großem Gerät angerückt, die Fahrradstraße komplett gesperrt. Zwei Taucher suchten im Unterwasser nach den Hinterlassenschaften eines Raubzuges, der wenige Tage zuvor für Aufsehen in Gaustadt gesorgt hatte.

Was die Froschmänner im schlammigen Boden des Flusses wenige Meter vom Ufer entfernt aus dem Wasser fischten, erstaunte die Passanten nicht schlecht: Es war ein schwerer Stahl-Tresor, der offenbar mit Hammer und Meißel bearbeitet worden war.

Weniger überrascht war die Polizeiinspektion Bamberg Stadt über den Fund: Eineinhalb Wochen zuvor hatten unbekannte Täter im benachbarten Kindergarten am Ochsenanger eingebrochen, dort schweren Sachschaden angerichtet und den Safe samt seines Inhalts, einer vierstelligen Geldsumme, aus dem Schrank gerissen und mitgenommen. Dies meldete auch der Fränkische Tag.

Dass der Tresor etliche Stunden lang gar nicht so weit entfernt vom Tatort entfernt zwischengelagert war, nämlich an der Erba-Schleuse, zeigte sich erst am Tag nach dem Einbruch. Wie Alois Ludwig, Leiter der Ermittlungsgruppe der Polizei-Inspektion Bamberg-Stadt, schilderte, wurde ein Anwohner auf die lauten Schläge aufmerksam, mit denen ein Mann den Behälter an der Kaimauer traktierte. Sie ist von oben wegen einer dicht bewachsenen Böschung kaum einsehbar, weshalb sich der Täter offenbar sicher fühlte.

Der aufgeschreckte Beobachter alarmierte die Polizei, die den gesuchten Einbrecher noch am Ort des Geschehens zu sehen, nicht aber zu fassen bekam. Der Mann hatte den Tresor kurzerhand ins Wasser plumpsen lassen und flüchtete in Richtung Innenstadt. Es kam zu einer Verfolgungsjagd mit Beamten der Polizei, allerdings ohne Erfolg für die Sicherheitskräfte: "Der Mann entkam über die Friedensbrücke", sagte Ludwig.

Was die Ermittler der Kriminalpolizei über den Einzelfall hinaus beunruhigt, ist die Häufung solcher Vorfälle seit vier Monaten in Bamberg. Erst am Dienstag hatten Beamte einen ebenfalls geöffneten Tresor in der Kleingartenanlage am Kammermeisterweg gefunden. Von ihm ist allerdings nicht klar, woher er stammt und was er enthielt. Wie die Polizei mitteilte, war der 35 Zentimeter breite Stahl-Behälter von den Tätern mit einem am Tatort zurückgelassenen Winkelschleifer geöffnet worden. Den Strom holten sie sich über eine größere Distanz offenbar mit Hilfe mehrerer Kabeltrommeln, die ebenfalls am Fundort zurückblieben.

Ein weiterer Einbruch ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag in einem Schnellrestaurant am Laubanger in Bamberg. Dort durchwühlten Täter die Büroräume und stahlen Bargeld in unbekannter Höhe. Für die Polizei drängt sich der Eindruck eines Zusammenhangs zwischen den Taten auf. : "Wir glauben, dass es sich um ein und dieselben Täter handelt, die hier auf Beutezug gegangen sind", sagte Ludwig.

Auf das Konto der unbekannten Einbrecher gehen nach Einschätzung der Kripo sieben weitere Einbrüche, die die Polizei nun schon seit Mai in Bamberg in Atem halten. Sie hatten alle ein ähnliches Profil und räumlich einen klaren Schwerpunkt: " Meist lag das Ziel in Bamberg-Nord."




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