Marktkaufleute gehen, Zierkirschen kommen

11.03.2010     inFranken.de

Maxplatz  Es ist der "Spatz auf der Hand und nicht die Taube auf dem Dom" wie sich Gartenamtsleiter Robert Neuberth ausdrückte: Mit großer Mehrheit billigte Bambergs Stadtentwicklungssenat den Gestaltungsplan des Gartenamts für den von vielen als unschön empfundenen Maxplatz. Er sieht eine Begrünung mit zwölf Kübelbäumen vor.


Nach der Mehrheit im Stadtentwicklungssenat sollen die Marktkaufleute künftig dauerhaft am Grünen Markt und nicht mehr am Maxplatz stehen. Foto: Ronald Rinklef
Der Senat für Stadtentwicklung hat sich mit großer Mehrheit für eine Möblierung des Maxplatzes mit zwölf großen Baumkübeln aus Holz ausgesprochen, die voraussichtlich mit vier bis fünf Meter hohen Zierkirschen bepflanzt werden sollen. Diese werden eine Kronenbreite von drei bis vier Metern haben und sollen nach Möglichkeit auch noch wachsen, wie Gartenamtsleiter Robert Neuberth auf unsere Frage sagte. Außerdem müssen die Maxplatz-Bäume recht robust sein, denn sie müssen Hitze und Kälte ertragen und damit leben, mehrmals im Jahr zur Seite gerückt zu werden, wenn auf dem Maxplatz Großveranstaltungen stattfinden.

Verbunden mit dem Beschluss über die kurzfristige Maxplatz-Gestaltung ist die Empfehlung des Senats an die Vollsitzung, die Markkaufleute künftig dauerhaft am Grünen Markt anzusiedeln, ein Vorschlag der nur von den Freien Wähler abgelehnt wurde. Die Marktkaufleute, die seit geraumer Zeit am Grünen Markt zu finden sind, hatten selbst gefordert, dauerhaft an den Grünen Markt zu wechseln. Am Maxplatz liefen die Geschäfte schleppend, außerdem ist es im Sommer oft sehr heißt, war ihre Argumentation.

Die ebenfalls zur Wahl stehende und vom Atelier Peter Schmidt in Hamburg entworfene Möbel-Landschaft aus drei 30 Meter langen Holzbänken zum Liegen und Sitzen fand dagegen keine Mehrheit bei den Stadträten. Grund für die Ablehnung waren die deutlich höheren Kosten und die Aussicht, mit den Holzmöbeln zum Vandalismus und Skater zum Sport einzuladen.

Zusätzlich zu den zwölf Kübelbäumen sollen sechs Pflanzpyramiden und die Begrünung der Tiefgaragenabfahrt für Farbtupfer auf dem von vielen als leer und unwirtlich empfundenen Maxplatz sorgen. Für sie ist eine Bepflanzung mit Geranien vorgesehen. Das Gesamtpaket, das nach dem Willen der Verwaltung nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem schöneren Maxplatz sein soll, kostet 24000 Euro, ist im Haushaltsplan für 2010 eingestellt und kann noch in diesem Frühling umgesetzt werden.

Dies machte es der Mehrheit im Stadtrat leicht, der Begrünung des seit Jahren umstrittenen Maxplatzes zuzustimmen, auch wenn es an kritischen Stimmen nicht fehlte. Vor allem die Sprecherin der Grünen im Stadtentwicklungsenat, Ursula Sowa, sparte nicht an Vorwürfen in Richtung Referentenbank. Die Bepflanzung des Maxplatzes sei eine "Alibimaßnahme", die große Enttäuschung bei der Bevölkerung hervorrufen werde, sagte sie und verlangte statt dessen, bei Experten ein neues Gesamtkonzept für den Maxplatz in Auftrag zu geben.

Überhaupt keinen Änderungsbedarf für den Maxplatz sieht Klaus Stieringer von den Bamberger Realisten. Die meiste Zeit des Jahres werde der Platz durch Messen und Veranstaltungen bespielt. Die Bäume sehe er mit Skepsis, ebenso die BMX-Trainingsstätte, wie Stieringer den Vorschlag von Peter Schmidt bezeichnete. Statt dessen stellte Stieringer für die BR-FDP-Fraktion den Antrag, die vollständige Streichung der Parkplätze vor dem Kupsch wieder zurückzunehmen und 15 zusätzliche Stellflächen auszuweisen – ein Vorstoß, der abgelehnt wurde.

Von der CSU erhielt der Vorschlag aus dem Gartenamt Zustimmung, auch wenn sich Vorsitzender Helmut Müller skeptisch zeigte. Er sprach einerseits von "Märklin-Eisenbahn und Disneyland", andererseits aber auch davon, dass die Maßnahme ein Zeichen sei, dass es weiter geht. Dem Plan, einen Architektenwettbewerb auszuloben, erteilte Müller eine Absage. Zustimmend äußerte sich Dieter Pfeifer von der SPD. Die Begrünung werde die Aufenthaltsqualität erhöhen. Hohe Erwartungen knüpfen CSU wie SPD vor allem an die geplante gastronomische Erschließung des Platzes vom Rathaus aus. Was den Bau eines gläsernen Pavillons über der Tiefgaragenabfahrt angeht, deutet sich eine kontroverse Debatte an. Einigkeit bestand allerdings darin, dass teuere Lösungen zur Zeit nicht möglich sind.


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