Konzerthalle ist großräumig abgesperrt

04.06.2010     inFranken.de

Gesellschaft Die Umgebung der Bamberger Konzert- und Kongresshalle, wo heute Nachmittag der Bundesparteitag der NPD beginnt, ist seit Stunden weiträumig abgesperrt. Mehrere hunderte Polizeikräfte aus ganz Oberfranken sind bereits im Einsatz. In der Nacht wurden zwei Personen festgenommen, die rechtsradikale Äußerungen getätigt haben.


Am Hochschulgebäude Marcushaus wird auf einem großen Transparent das Verbot der rechtsradikalen Partei NPD gefordert,. Sie hat sich gerichtlich den Zugang zur Konzerthalle heute und morgen erstritten, zum großen Leidwesen der Stadt Bamberg. Foto: Matthias Hoch
Stunden vor Beginn des Bundesparteitags der NPD ist das Viertel rund um die Konzert- und Kongresshalle bereits weiträumig für die Öffentlichkeit gesperrt. Mehrere hundert Einsatzkräfte aus dem Polizeipräsidium Oberfranken und von der Bayerischen Bereitschaftspolizei sind vor Ort - für alle Fälle.

Ihr Auftrag ist es laut Wolfgang Sommer, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberfranken, das Grundrecht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit aller zu schützen - sowohl der NPD als auch der Bürger, die von der Stadt Bamberg und dem Bündnis gegen Rechtsextremismus aufgefordert worden sind, friedlich und friedfertig gegen die rechtsradikale Gesinnung der NPD zu protestieren.

In der Nacht wurden zwei Personen aus dem Bamberger Umland festgenommen, weil sie während eines Streits in der Königstraße rechtsradikale Äußerungen getätigt haben. Nach Polizei-Angaben waren sie angetrunken. Ob sie der NPD nahe stehen, ist noch nicht bekannt.

Zwei Demonstrationszüge

Zwei Demonstrationszüge vom Bahnhof zum Schauplatz des Parteitags sind für den Freitag Nachmittag genehmigt. Den ersten um 15 Uhr organisiert die Partei "die Linke". Sie will sich ab 16.30 Uhr an der Menschenkette beteiligen, die das Bündnis gegen Rechtsextremismus organisiert und die sich um 17.05 Uhr für einige Minuten weiträumig um die Konzerthalle schließen soll.

Den zweiten Demonstrationszug veranstalten linksautonome Gruppen unter dem Motto "Lichterkette, Stacheldraht, Normalität im deutschen Staat". Nach Informationen der Stadt versammeln sich die Teilnehmer ab 17 Uhr am Bahnhof und ziehen ab 17.50 Uhr über Luitpoldbrücke, Heinrichsdamm und Hauptwachstraße zum Gabelmann. Dort soll eine Kundgebung sein, ehe die Demonstranten weiter zur Weide ziehen werden. Nach einer zweiten Kundgebung soll sich ihr Treffen dort gegen 21 Uhr auflösen.

Eine "antifaschistische Aktion" distanziert sich im Internet vom Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus und erklärt, warum es sich an dessen Protestveranstaltungen nicht beteiligt. Den Beteiligten werden leere Rituale und Aktionen, die alten Klischees folgten, vorgeworfen.



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