Jako-Arena steht angeblich vor der Insolvenz

29.07.2010   Von: Michael Wehner  inFranken.de

Insolvenz Ein altes Problem in neuer Konstellation: Wegen akuten Geldmangels wackelt die Besitzgesellschaft der Jako-Arena. Das Problem könnte sich bis zur Insolvenz auswachsen. Dann wird eine Millionen-Bürgschaft der Stadt fällig und ein Zukunftskonzept für die Arena ist angesagt.


Dunkle Wolken über dem Bamberger Basketball-Himmel. Der Besitzgesellschaft der Jako-Arena droht nach eigener Darstellung die Zahlungsunfähigkeit. Foto: Barbara Herbst
Dramatische Entwicklung am Standort des deutschen Basketballmeisters: Die Jako-Arena, Spielstätte der Brose Baskets, steht nach Angaben des Eigentümers Peter Klappan kurz vor der Insolvenz. Ein Verkauf der Halle oder eine Übernahme durch die Stadt Bamberg sind nicht mehr ausgeschlossen.

In einem Schreiben an die Stadt Bamberg informierte der Inhaber der Besitzgesellschaft Sabo gestern über die sich abzeichnende Finanzierungslücke: "Meine Versuche, das Betriebsdefizit durch neue Strukturen auszugleichen, sind gescheitert. Die Zahlungsunfähigkeit wird nach meinen Berechnungen spätestens in zwei Wochen eingetreten sein", heißt es in dem Brief, der am Mittwoch Nachmittag im Stadtrat bekannt gegeben wurde. Investor Klappan drängt die Stadt gleichzeitig, eine Insolvenz abzuwenden und die Spielstätte der Brose Baskets dadurch zu retten, indem sie sie für einen Euro übernimmt.

Die Aussicht auf eine drohende Halleninsolvenz stürzt "Freak-City" ein Jahr nach der Zitterpartie um Vorbesitzerin Sabine Günther in neue schwere Turbulenzen. Erst im September 2009 hatte die Stadt mit dem neuen Eigentümer, den Basketball-Betreibern und deren Hauptsponsor Brose eine Vereinbarung getroffen, um die Halle zu retten. Sie legt fest, dass im Falle einer Insolvenz die städtische Immobilientochter Stadtbau GmbH eine Bürgschaft von 2,5 Millionen Euro an die Sparkasse Bamberg bezahlt, den Hauptgläubiger. Kommt es dazu, würde eine heute schwer absehbare Entwicklung ausgelöst. An ihrem Ende könnte der Verkauf der Halle oder eine Übernahme durch die Stadt stehen.

Die Nachricht von der drohenden Insolvenz trifft das Bamberger Rathaus nicht unvorbereitet. Freilich ist man hier nicht frei von Zweifeln ist, ob die Situation wirklich so bedrohlich ist wie Klappan schreibt. "Ich frage mich, wieso ein Fehlbetrag von 74 000 Euro so schnell zur Zahlungsunfähigkeit führen kann", sagte OB Andreas Starke (SPD). "Und warum weilt der Geschäftsführer im Ausland, wenn seine Gesellschaft gerade in Insolvenz geht?" Gleichwohl will die Stadt flankierende Maßnahmen ergreifen, um eine Insolvenz abzuwenden und die bestehenden Strukturen für den Basketball zu erhalten. Dies kann laut Starke durch das Akquirieren von Sponsoren geschehen oder einen Interessenausgleich zwischen der Besitz- und der Basketball-Gesellschaft.

Warum tun sich die finanziellen Schwierigkeiten gerade jetzt, wenige Wochen nach dem Gewinn der Meisterschaft auf? Klappan begründet die akute Notlage mit dem Absprung des möglichen Namenssponsors Stechert, ein Hersteller von Stadionbestuhlungen aus Mittelfranken. Stechert hatte am vergangenen Freitag sein Angebot, in Bamberg einzusteigen, zurückgezogen, um nicht in den Strudel einer Insolvenz zu geraten. Ausgefallen ist als Einnahmequelle auch der Mieter der Hallengaststätte "Play Off". Zudem zeichne sich ab, so Klappan, dass der Bamberger Basketball auf Dauer nicht unverändert hohe Beiträge zum Betrieb der Halle leisten wolle, um nicht selbst die Leistungsfähigkeit zu verlieren.

Ob die Argumente für eine Übernahme der Halle durch die Stadt Bamberg ausreichen, darf bezweifelt werden. Vertreter der CSU und der SPD haben am Mittwoch in einer ersten Stellungnahme die Übernahme neuer Kosten abgelehnt: "Wir können für den Basketball keinen weiteren Euro zur Verfügung stellen. Es ist der Bevölkerung nicht zuzumuten, dass Beiträge für Kindertagesstätten gestrichen werden, wenn gleichzeitig Millionen in eine neue Halle fließen", sagte CSU-Chef Helmut Müller. SPD-Vorsitzender Heinz Kuntke beschrieb die Entwicklung als besorgniserregend; dennoch könne die Stadt keine neuen Aufgaben verkraften. "Eine weitere Subventionierung ist mit uns nicht möglich." Bestätigt sah sich der Sprecher der Grünen, Peter Gack, die schon 2009 die Unterstützung des Profisport mit öffentlichen Millionen als Verschwendung gegeißelt hatten. Die Stadt habe sich wider besseres Wissen unter Druck setzen lassen und eine Bürgschaft ermöglicht. Nun stecke sie in einer Zwickmühle: Wenn die Stadt die Millionen zur Absicherung zahlt, ohne die Halle zu übernehmen, hat sie nichts davon. Es bleibe ihr realistischerweise wenig übrig, als die Halle zu übernehmen, fürchtet Peter Gack.

Mehr über die drohende Insolvenz der Sabo GmbH lesen Sie im Fränkischen Tag.



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