Jako-Arena steckt in ernsten Schwierigkeiten

23.07.2010   Von: Michael Wehner  inFranken.de

Basketball  Der Namenswechsel der Jako-Arena lässt weiter auf sich warten. Grund: Die Turbulenzen um die Hallenfinanzierung verhindern eine schnelle Einigung mit dem möglichen Namenssponsor Stechert. Hinter den Kulissen wird nun auch ein Ausstieg von Hauptsponsor Brose nicht mehr ausgeschlossen - eine dramatische Entwicklung.


Unsichere Zukunft: Die Finanzierung der privat betriebenen Jako-Arena belastet den Bamberger Basketball. Foto: Rinklef
Bis Freitagnachmittag schien es so, als hätte der Bamberger Basketball ein Problem weniger. Die Einigung mit Stechert, dem mittelfränkischen Hersteller von Stahlrohrmöbeln, als neuem Namensgeber der Arena stand nach Einschätzung von Halleneigentümer Peter Klappan kurz bevor.

Klappan und Brose-Baskets-Manager Wolfgang Heyder fuhren deshalb nach Trautskirchen im Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim, um den Vertrag abzusegnen. Doch Franz Stegner, Gesellschafter von Stechert, machte einen Strich durch die Rechnung der beiden Bamberger. Nun scheinen die Probleme nicht kleiner, sondern deutlich größer.

Zwar ist der mittelfränkische Unternehmer, der sich mittlerweile als begeisterter Basketballfan bezeichnet, nach wie vor willens, in Bamberg einzusteigen und mit Partnern die Namensrechte für die Arena zu kaufen.

Doch dies gilt nicht mehr für die derzeitige Situation. Stegner hat ernste Sorge, dass es in Bamberg zu einer dramatischen Entwicklung kommt. "Die Probleme um die Bamberger Halle und den Basketball sind sehr ernst zu nehmen. Meiner Meinung nach geht es hier um alles oder nichts", sagte Franz Stegner.

Hintergrund für den überraschenden Rückzieher ist die neuerliche Debatte um die Zukunft der Arena. Sie hat sich in den letzten Tagen zugespitzt, weil mittlerweile offen von einem Ausstieg des Hauptsponsors Brose die Rede ist. Ein solcher, das ist allen Insidern klar, würde nicht nur die Hallenfinanzierung, sondern den gesamten Basketballstandort Bamberg bedrohen.

Ein Rückzug des Automobilzulieferers träfe das Budget für Profisportler und den Spielbetrieb. Aber auch Wolfgang Heyder, Motor der Erfolgsgeschichte, hat für einen solchen Fall erklärt, nicht weiter machen zu wollen. In einer Boulevardzeitung wurde er bereits für den im Aufbau befindlichen Basketball-Standort München gehandelt.

Die Kehrtwende Stegners hat offenbar auch Heyder überrascht. Dennoch zeigt er Verständnis: "Ich kann das nachvollziehen. Stegner will nicht die Namensrechte für 250 000 Euro drei Jahre lang kaufen, um dann in eine Halleninsolvenz gezogen zu werden."

Warum erfährt die unendliche Geschichte um die Jako-Arena ausgerechnet jetzt ihre Fortsetzung? Im vergangenen Sommer schien OB Andreas Starke (SPD) den gordischen Knoten nach der Beinahe-Insolvenz der damaligen Eigentümerin Sabine Günther zerschlagen zu haben. Peter Klappan übernahm Günthers Anteile an der Besitzgesellschaft und schlüpfte "aus Begeisterung für den Basketball", wie er sagte, in die alles andere als lukrative Rolle eines privaten Hallenbetreibers.

Die Rechnung schien bislang aufzugehen, weil die Stadt eine Bürgschaft von 2,5 Millionen Euro gestellt hat und über ihre Töchter jährlich ca. 315 000 Euro an Sponsoringgeldern zuschießt. Zu wenig für einen Imageträger wie Basketball?

Wolfgang Heyder erkennt die Bereitschaft der Stadt zu helfen durchaus an: "Das ist eine großzügige Summe", sagt er unserer Zeitung. Dennoch bemängelt er, dass der private Betrieb der Halle den Bamberger Basketballern Lasten aufbürdet, die Profisportler in anderen Städten nicht kennen. Dort würden die Hallen öffentlich finanziert, ihre Nutzung sei vielfach kostenlos.

Schmerzhaft ist für den Bamberger Basketball, dass die Gelder der städtischen Töchter, was viele nicht wissen, nicht in den Spielbetrieb fließen, sondern in die Halle. Das gilt laut Heyder ebenso für 130 000 Euro im Jahr, die die Basketballer für Parkplätze und Shuttle-Busse aufbringen müssen. "Wir zahlen insgesamt 450 000 Euro für Miete und Parkplätze. Das ist im Vergleich zu anderen Städten ein Unding. Und es verärgert auch unseren Hauptsponsor Brose." Für Heyder ist die Lage prekär. Aus seiner Warte besteht die ernste Gefahr, dass Michael Stoschek, Vorsitzender der Brose-Gesellschafter-Versammlung, ähnlich wie vor Jahren der Unternehmer Tröster, die Notbremse zieht und aussteigt.

Wegen der Entwicklungen rund um die Arena gab es Mittwochnacht bereits ein Krisengespräch im Rathaus. OB Starke hat nach eigener Darstellung versucht, eine Eskalation zu verhindern und die Gemüter zu beruhigen. Er könne den Wunsch nach stärkerer Absicherung der Halle verstehen, halte es derzeit aber für ausgeschlossen, dass sich der Stadtrat über das Paket vom letzten Jahr hinaus noch einmal substanziell bewegt. Eine Lösung sei schwierig: "Ich habe den Eindruck, da bewegen sich zwei Züge aufeinander zu."



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