Heißt die Jako-Arena künftig Stechert-Arena?

21.06.2010   Von: Michael Wehner  inFranken.de

Brose Baskets  Am Donnerstag haben die Brose Baskets noch den Meistertitel in der Jako-Arena errungen und trotzdem ist dieser Name bald schon Geschichte. Grund: In Kürze läuft der Namensrechtevertrag mit dem schwäbischen Hersteller von Teamsport-Bekleidung aus. Nachfolger könnte das Unternehmen Stechert aus Wilhermsdorf sein.


Vor vier Jahren wurde der Schriftzug "Jako-Arena" an der Multifunktionshalle in Bamberg angebracht. Nun steht die Umbenennung offenbar kurz bevor. Foto: Barbara Herbst
Jako hatte eine Verlängerung des Vertrags stets abgelehnt. Deshalb befanden sich das Management der Brose Baskets und der Eigentümer der Halle seit über einem Jahr auf der Suche nach einem Nachfolger.

Mittlerweile ist man offenbar in Mittelfranken fündig geworden: Möglicher neuer Namensgeber könnte für drei Jahre die Stechert Stahlrohrmöbel GmbH in Wilhermsdorf bei Fürth sein. Wie der Gesellschafter des Unternehmens, Franz Stegner, gegenüber infranken.de bestätigte, sind die Verhandlungen mit den Bamberger Eigentümern der Halle so weit gediehen, dass der Vertrag reif zum Unterschreiben ist. Die geplante Unterzeichnung des Vertrags sollte laut Stegner bereits in der vergangenen Woche erfolgt sein, musste wegen des fünften Finalspiels aber kurzfristig auf diese Woche verschoben werden.

Demgegenüber haben sich die Bamberger Verhandlungspartner, der Brose-Baskets-Manager Wolfgang Heyder und Peter Klappan als Eigentümer der Besitzgesellschaft, am Montag wesentlich zurückhaltender ausgedrückt. Sie bestätigten zwar, dass es Verhandlungen mit Franz Stegner gibt. Von einer Einigung könne aber keine Rede sein.

Ausgelöst wurden die öffentlichen Spekulationen über den bevorstehenden Namenswechsel durch Äußerungen, die Michael Stoschek, Hauptsponsor der Brose Baskets, in einem Interview gemacht hatte: Wie Stoschek sagte, sei nicht geplant, dass Brose als Namensgeber in die Bresche springen werde. Laut Stoschek ist die Entscheidung, wer künftig den Namen für die Arena geben wird, bereits gefallen. Es soll sich um eine Firma handeln, die Sportstadien bestuhlt.

Der 73-jährige Franz Stegner, ein aus Frohnlach im Landkreis Coburg stammender Fußballfan, ist seit vier Jahren Sponsor der Brose Baskets und hat in Bamberg sein Herz für den Basketball entdeckt. Von der Dramatik und der Atmosphäre des Meisterspiels vergangene Woche schwärmte er auch am Montag noch: "Ein Krimi kann nicht spannender sein. So etwas kann man auf dem Fußballplatz nicht erleben. "

Mit der Umbenennung von Jako- in Stechert-Arena will der fränkische Produzent von Stahlrohrmöbeln mit 195 Mitarbeitern und drei Werken den Bekanntheitsgrad des Unternehmens steigern. Stechert stattet weltweit große Fußball-Arenen mit Stühlen aus, zuletzt fünf neue WM-Stadien in Südafrika. Auch in Deutschland ist Stechert in einer Vielzahl von Hallen und Stadien mit seinen Stühlen vertreten, unter anderem im Olympia-Stadion Berlin oder in der Easy-Credit-Arena in Nürnberg. Stechert ist auch der Inhaber eines Patents für Sitzstehplätze. Durch eine einfache Entriegelung können Sitzplätze in Stehplätze umgewandelt werden.

Nach eigenen Angaben hat Stechert für das Namensrecht in Bamberg ein Paket geschnürt, das gemessen an dem Beitrag, den Jako bisher leistete, keinen Verlust darstellt. Es sieht auch den Austausch von ca. 500 Stühlen im VIP-Bereich der Arena vor. Die neuen Stühle sollen mit bequemen Polstern und teilweise mit stufenlos verstellbaren Rückenlehnen ausgestattet sein. Stechert hat auch die Bestuhlung in der gesamten Jako-Arena geliefert.

Halleneigentümer Peter Klappan sagte am Montag, dass die Suche nach einem Namenssponsor für die Arena in Bamberg noch nicht abgeschlossen ist. Ziel sei es, einen Namen zu finden, der aus dem Bereich Sport stammt, oder ein bekanntes deutsches oder amerikanisches Unternehmen. Klappan bestätigte, dass Stechert als international erfolgreicher Stuhlhersteller für Sportstätten ein ernst zu nehmender Kandidat ist.

Noch vergangene Woche hatte Brose-Baskets-Manager Wolfgang Heyder auf unsere Frage mitgeteilt, dass die Verhandlungen um die Namensrechte nur langsam vorangehen. Deutliche Mehreinnahmen aus den Namensrechten für die Refinanzierung der Immobilie und des Spitzensport seien, so sagte Heyder, trotz des Siegeszugs der Basketballer nicht durchzusetzen: "Bamberg ist nun mal keine Metropolregion und kann sich nicht mit München oder Frankfurt vergleichen. "





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