Das Badeverbot steht auf dem Prüfstand

18.09.2009   Ort: Importartikel  Von: Michael Wehner  inFranken.de

Hainbad In der nächsten Woche beginnt die regelmäßige Kontrolle der Regnitz durch ein Labor aus Möhrendorf. Von der Sauberkeit des Flusses hängt es ab, ob das Badeverbot ins Wanken gerät. Das wäre auch ein möglicher Ausweg aus dem Hainbad-Dilemma.


Wird der Sprung in die Regnitz wieder legal? Die Stadt hofft auf gute Ergebnisse bei der nun beginnenden regelmäßigen Beprobung des Regnitzwassers bis Anfang 2010. Foto: Ronald Rinklef
Die Badesaison ist so gut wie vorbei. Doch in der Bamberger Stadtverwaltung sorgt das Thema Hainbad und Regnitz auch im Herbst für sommerliche Nachwehen. Nächste Woche soll das Institut für Umweltanalytik aus Möhrendorf mit der regelmäßigen Überprüfung des Regnitzwassers an drei Punkten beginnen. Bereits am 29. Oktober werden erste Ergebnisse im Aufsichtsrat der Stadtwerke und am 25. November im Stadtrat diskutiert.

Ist das Wasser sauber?

Das Monitoring genannte Überprüfungsverfahren des Regnitzwassers ist die Grundlage dafür, dass sich die Stadträte und mit ihnen die Bürger Bambergs ein realistisches Bild über die Qualität des Flusswassers machen können. Von den Erkenntnissen erhofft man sich auch eine Entscheidungshilfe für die Frage, ob eine Aussetzung oder eine partielle Beschränkung des in der Regnitz seit 1972 gültigen Badeverbots der richtige Weg ist, wie vielfach gefordert. Die Daten sollen mindestens bis Anfang 2010 im zweiwöchigen Rhythmus ermittelt und tagesaktuell auf der Homepage der Stadt veröffentlicht werden.

In den letzten Jahren war die Belastung der Regnitz durch Fäkalkeime ebenso wie Temperatur und der PH-Wert des Wassers kaum noch überprüft worden, was zu einer kontroversen Debatte Anlass gab. Während die Freunde des Flussbadens auf die gegenüber den 70er Jahren deutlich verbesserten Reinigungsverfahren in den Kläranlagen hinweisen, warnt das Gesundheitsamt nach wie vor eventuellen Belastungsspitzen.

Mögliche Optionen

Wie Oberbürgemreister Andreas Starke im Gespräch deutlich machte, befolgt die Stadtverwaltung mit der auf eigene Kosten erfolgenden Ermittlung der Flusswerte den Prüfungsauftrag des Stadtrats. Dieser hat bekkanntlich beschlossen, dass alle Optionen für das Hainbad unter die Lupe genommen werden sollen, zum Beispiel die Vereinslösung, die Einrichtung eines regulären Flussbads oder einer offenen Badeanstalt.

Die Stadt hat die erforderlichen Planungsbüros, Experten und Gutachter zwischenzeitlich mit diesen Fragen beauftragt. Erste Ergebnisse auch einer zweiten rechtlichen Begutachtung der Verkehrssicherungspflicht der Stadtwerke durch einen Experten werden bereits Ende September erwartet. Sie sollen mit dem Hainbad-Verein und der Interessengemeinschaft diskutiert werden und erst danach den zuständigen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

OB Starke hofft, dass es den Verantwortlichen gelingt, im Rahmen einer Gesamtbetrachtung, in die auch Stellungnahmen des Wasserwirtschaftsamtes, der Wasserschutzpolizei, der DLRG und des Rudervereins einfließen werden, „einen verantwortbaren Weg zu finden, der allen Interessen gerecht wird und in der Öffentlichkeit auch akzeptiert wird“. Er bestätigte auf Nachfrage, dass auch die partielle Aufhebung des Badeverbots, beginnend von der Buger Spitze bis zur Schleuse 100, geprüft wird. Käme es nicht zur einer Teilaufhebung des Badeverbots, sei, so sieht man es vor allem in den Stadtwerken, das Aufsichtspersonal verpflichtet, gegen Verletzungen des Badeverbots einzuschreiten.

Sicherheit geht vor

Starke bat um Verständnis dafür, dass es in dieser Saison „darum gehen musste, eine Provisorium zu realisieren, die Sicherheit der Kinder zu garantieren und etwaige Haftungsfragen nicht auf dem Rücken des Personals der Stadtwerke auszutragen“. Die Einschätzung des Gesundheitsministerium, wonach die Stadtwerke nicht die Verkehrssicherungspflicht auf Nachbargrundstücken habe, liegt der Stadt laut OB Andreas Starke trotz Nachfrage bei Staatssekretärin Melanie Huml noch immer nicht vor.

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