Friedlicher Protest geht weiter

05.06.2010     inFranken.de

NPD-Bundesparteitag Mit Musik und Reden wurde um 11 Uhr das Friedensfest an der Weide fortgesetzt. Um 14 Uhr folgt das multireligiöse Gebet.


Szenen wie diese, die unsere Fotografin Barbara Herbst am Freitag fotografierte, wiederholten sich auch heute morgen.
Nach einer ruhigen Nacht ohne besondere Vorkommnisse wird seit 11 Uhr auf dem Markusplatz und an der Weide das bunte Friedensfest fortgesetzt. Mit ihm protestieren die Bamberger Bürger gegen den in der benachbarten Konzerthalle laufenden Bundesparteitag der NPD. Türkisches Essen, Bier, Süßigkeiten, Musik von der Regensburger Band "Ruam" und dazu strahlender Sonnenschein: Das Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus hätte das Fest nicht besser organisieren können.

Drei kurze Ansprachen gab es zum Auftakt.

Werner Schnabel vom Bündnis dankte den Bambergern für die "beeindruckende Menschenkette", die 3500 Menschen am Freitagabend rund um die Konzerthalle gebildet hatten. "Manche sagen, es war die größte politische Demonstration, die in Bamberg jemals stattgefunden hat."

Oberbürgermeister Starke freute sich: Bamberg habe der NPD deutlich gemacht, dass sie unerwünscht sei. Er bekräftigte, es sei richtig gewesen, den Parteitag nicht zu ignorieren oder zu bagatellisieren. Stattdessen hätten die Bürger bewiesen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen.

Deutliche Worte fand der Herausgeber des Fränkischen Tags, Dr. Helmuth Jungbauer, der als Vorsitzender der Freunde der Bamberger Symphoniker sprach: Diesem Spuk, diesem Gesindel, müsse man den Marsch blasen und es mit Pauken und Trompeten aus der Stadt jagen. Für ihn kommt der NPD-Parteitag einem Anschlag und einer Entweihung der Konzerthalle gleich. Die Bamberger Symphoniker stünden im internationalen Wettbewerb mit den bedeutendsten Orchestern der ganzen Welt, wodurch die Stadt Bamberg in Konkurrenz zu Metropolen wie New York, London und Cleveland trete. Umso wichtiger sei es, dass der Name Bambergs makellos und unbelastet bleibe. Ereignisse wie der NPD-Parteitag schadeten eindeutig dem Ruf der Stadt und damit auch dem Orchester. Die NPD sei "ein Ärgernis sondergleichen". Würde man ihr endlich den Geldhahn zudrehen, wäre dem Spuk schnell ein Ende bereitet.



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