Eine Partei ganz allein für Franken

16.08.2009   Ort: Importartikel  Von: Klaus Angerstein  inFranken.de

Gründung Ende Oktober soll in Bamberg mit der "Partei für Franken - Die Franken" eine neue politische Formation aus der Taufe gehoben werden. Oberstes Ziel ist eine Stärkung der fränkischen Position auf allen politischen Ebenen.


Franken stärken, das ist das Motto der "Partei für Franken - die Franken". Symbolfoto: Matthias Hoch
„Halten Sie eine fränkische Partei für notwendig?“ Diese Frage findet sich auf der Homepage partei-fuer-franken.de in einer Umfrage, die seit 1. Mai präsentiert wird. Und von den bisher abgegebenen 315 Voten gab es 289 Klicks für die Antwort: „Ja klar! Wir kommen in Bayern wirklich zu kurz.“
Gleichberechtigung gefordert

Genau das ist es, was die Initiatoren zur Gründung einer Partei für Franken antreibt – die permanente Benachteiligung der Ober-, Mittel- und Unterfranken durch allzu selbstbewusste Oberbayern. Ein eigens eingerichteter Arbeitskreis, der jüngst in Nürnberg zusammengekommen war, will deshalb jetzt Nägel mit Köpfen machen und eine Partei – eigens für die Franken – ins Leben rufen.

Der Entwurf eines Grundsatzprogramms der „Partei für Franken – Die Franken“ steht bereits, ein Gründungsparteitag am 31. Oktober in Bamberg wird konkret vorbereitet. Bis dahin muss es ein eigenes Parteilogo, Beitrittsformulare und Broschüren geben.

Nicht so stümperhaft wie Pauli

Parteigründungen sind derzeit regelrecht „in“, wobei man es allerdings nicht so stümperhaft anpacken will wie Gabriele Pauli mit ihrer Freien Union. Die Ex-Landrätin hätte bei der neuen Partei aber keine Chance, wollte sie wieder mal das Parteibuch wechseln und Mitglied werden.Weil man damit ein Eigentor par excellence schießen würde, so einer der Initiatoren. Es soll seriös zugehen bei der neuen Franken-Partei, weshalb im Entwurf eines Grundsatzprogramms die Rede ist von einer Stärkung Frankens innerhalb des Freistaats.

Eigenes Bundesland ist Vision

Ein eigenes Bundesland bezeichnen die Programmverantwortlichen als „politische Vision, die bei nüchterner Betrachtung keine Chance auf Realisierung hat, solange keine grundlegende Neugliederung des Bundesgebietes ansteht.“ Man versteht sich vielmehr als fränkische Volkspartei, als bürgerliche Kraft der Mitte, die die Sorge umtreibt, dass Franken auf Dauer im Freistaat zu kurz kommt. Als Beleg für diese Sorge verweist man auf die hohe Arbeitslosenquote in Nordbayern und die seit Jahren sinkende Wirtschaftskraft in Franken. Gerechtigkeit und gleichwertige Lebensbedingungen in allen Landesteilen ist deshalb oberstes Ziel.
Bunter Haufen aus allen Richtungen

Woher kommen die Leute, die eine Franken-Partei aus der Taufe heben wollen? „Wir sind ein ganz bunter Haufen“, bekennt einer der Protagonisten, Marco Mehl, Jurist aus Ansbach und früher einmal bei der Jungen Union aktiv.
Da finden sich Beamte, Studenten, Unternehmer oder der Maschinenbautechniker. Leute, die vorher in keiner Partei waren oder von der CSU, SPD, den Grünen oder Freien Wählern wechseln, weil sie dort die fränkischen Interessen zu wenig vertreten sehen. Klar abgrenzen will man sich von Links- wie Rechtsradikalen. Kontakte zum Fränkischen Bund gibt es dagegen. Aber: „Wir verstehen uns nicht als politischer Arm des Fränkischen Bundes,“ so Mehl. „Wir verstehen uns auch nicht als Separatisten, sondern sehen Franken als untrennbaren Bestandteil Deutschlands und der EU.“

Schotten als Vorbild

Das sieht auch sein Mitstreiter Volker Backert, ein früheres SPD-Mitglied, so. Es gehe langfristig um eine politische Aufwertung Frankens. Die Schotten hätten 300 Jahre gebraucht, um sich ihre Autonomie zu erkämpfen. In Franken müsse mit dieser Arbeit endlich begonnen werden. Bei den nächsten Landtags- und Bezirkstagswahlen im Jahr 2013 möchte man sich erstmals dem Votum der Wähler stellen.



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