Forstwege sind keine Holzwege

05.02.2012   Ort: Landkreis Bamberg  Von: Hans-Werner Penning  Fränkischer Tag

Bilanz Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Oberfranken sieht die privaten Waldbesitzer auf Augenhöhe mit den Holzverarbeitern. Die Bildung von Genossenschaften verbessert die Infrastruktur und die Absatzchancen.


Durch den Zwetschgenbaum gesehen: Jochen Schickentanz fertigt in Gundelsheim aus heimischen Hölzern Einzelstücke nach Wunsch seiner Kundschaft. "Die FVO liefert das Holz, das ich brauche", sagt er. Das Kästchen links neben ihm ist aus dem Holz einer Walnuß. Foto: Matthias Hoch
Die Organisation in den Waldbesitzer- Verbänden verbessert vor allem in Oberfranken die Position der Holz-Eigentümer zu den holzverarbeitenden Betrieben. "Die genossenschaftlichen Strukturen im Privatwald bringen die Besitzer auch kleiner Parzellen auf Augenhöhe zu den Sägewerksbesitzern", hoben der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO), MdL Heinrich Rudrof (CSU) und Holzvermarkter Johannes Hölzel bei der Abschlussbilanz 2011 hervor. "Auch deshalb war 2011 für uns ein erfolgreiches Jahr" meinte Rudrof.

Den "Myriaden von kleinen Waldbesitzern", so der forstwirtschaftliche Berater am Amt für Landwirtschaft und Forsten Scheßlitz, Michael Kreppel, habe der gewachsene Korpsgeist "recht stabile Preise" gebracht. Hinzu kommt, dass der Wald vor dem Hintergrund der "Energiewende" immer mehr Aufmerksamkeit erhält.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit verlange aber nach der Nutzung des Waldes, obgleich nicht wenige Waldbesitzer vor dem Hintergrund der Währungsprobleme meinten, dass "das Geld im Wald besser steht als auf der Bank", wie Rudrofs Stellvertreter aus dem Fichtelgebirge, Georg Neupert, einwarf. Allerdings habe sich gezeigt, so Rudrofs anderer Stellvertreter Wolfgang Schultheiß aus Coburg, dass Durchforstungen das Waldniveau verbesserten, weil sie Platz schafften für die Bäume von besserer Qualität.

Der Geschäftsführer der FVO und Direktor des Bauernverbandes Oberfranken, Wolfgang Böhmer, freute sich über die gewachsenen Strukturen, bedauerte aber, dass die Erschließung vor allem kleinerer Waldgrundstücke durch den Bau von Forstwegen nach wie vor zu wünschen übrig lasse. "Deshalb kann der Zuwachs in den privaten Wäldern nicht so toll genutzt werden." Nach Böhmers Einschätzung gibt es noch viel freies Potenzial.
Einig war man sich in Vorstand und Geschäftsführung, dass ein Denkanstoß aus Oberfranken vor allem im Bewusstsein der "urbanen Waldbesitzer" etwas bewegt habe. "Das Bildungsprogramm Wald ist ein Renner geworden", zog Vorsitzender Heinrich Rudrof zufrieden Bilanz. Schon im ersten Jahr werde es an 43 von 47 der baye rischen Ämter für Landwirtschaft und Forsten angeboten und der Andrang sei sehr groß.

"Das Bildungsprogramm Wald überwindet die Kleinteiligkeit", betonte Johannes Hölzel die besondere Effizienz für fränkische Waldbesitzer. Viel Lob gab es für Rudrofs Verdienste um das "BiWa" auf der politischen Bühne.
Um den Wald noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, werden FVO und Amt für Landwirtschaft und Forsten bei der Landesgartenschau in Bamberg mit einem attraktiven Stand vertreten sein. "Wir haben dafür einen guten Platz mit einem schönen Altbestand an Bäumen erhalten, der auf dem Rundweg leicht zu finden sein wird", gab Johannes Hölzel einen Vorgeschmack.


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