Tumult und Aufregung beim 1. FC Eintracht

24.06.2009   Ort: Importartikel     inFranken.de

Mitgliederversammlung Beim 1. FC Eintracht kochten wieder einmal die Emotionen hoch. Grund dafür waren ein Brief des Schatzmeisters Markus Raupach sowie ein Formalfehler bei der Satzungsänderung.


Eigentlich haben sich die Mitglieder des 1. FC Eintracht bei ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung sicherlich auf eine zügige Versammlung mit Schwerpunkt einer Satzungsänderung eingestellt. Dass aber bei der ordentlichen Mitgliederversammlung die Emotionen wieder einmal aufgekocht sind und dass sogar die Versammlung vorzeitig nach dem dritten von neun Tagesordnungspunkten abgebrochen und vertagt werden musste, damit hatte im Vorfeld wohl niemand gerechnet.
Und dabei hatte alles so schön begonnen. Als der erste Vorstand Holger Eckert seinen Rechenschaftsbericht abgab, erntete er noch viel anerkennenden Beifall. Vor allem freuten sich alle Mitglieder über das gute Abschneiden der ersten Mannschaft in der Regionalliga oder darüber, dass die zweite Mannschaft nächste Saison weiterhin in der Landesliga spielen wird. Erstes Grummeln im Saal hingegen kam auf, als die Abteilungsleiter des Vereins ihre Rechenschaftsberichte vortrugen. So klagte besonders der Tischtennisverein über das Fehlen von Geld zur Anschaffung eines Ballroboters sowie drei neuer Tischtennisplatten. Den Geldmangel in ihren Abteilungen pflichteten unter anderem auch die Tennisabteilung, die Kegler oder die Volleyballer des Vereins bei. Grundtenor aller war, dass man trotz aller Anerkennung der fußballerischen Leistungen der ersten Mannschaft nicht die Unterabteilungen vergessen dürfe. Holger Eckert versprach hier mehr mit den Abteilungsleitern zu kommunizieren und möglichst Abhilfe bei Problemen zu schaffen.
Als jedoch der zweite Tagesordnungspunkt angesprochen wurde und die Mitgliederversammlung einen Kassenbericht einforderte kam es zu wilden, teilweise sehr emotionalen Diskussionen, als bekannt wurde, dass ein solcher nicht vorläge, da der Schatzmeister Markus Raupach weder anwesend bzw. gar nicht mehr im Amt sei. Zwar hatte er einen Brief an die Mitgliederversammlung geschrieben, der auch verlesen werden sollte. Der Vorstand Holger Eckert jedoch wollte ihn nicht vortragen, da seiner Meinung nach der Brief „nichts als Lügen und Unwahrheiten“ enthalte. Nachdem aber die Mitgliederversammlung darauf bestand und Thomas Brändlein eine Kopie des Briefes bei sich hatte, trug in der Rechtsanwalt vor. Raupach beschuldigte darin der Vorstand, dass er weder Handlungsvollmachten hatte, noch einen Einblick in die Konten des Vereins. Da er angeblich unter anderem eine weitere Verschuldung des Vereins – nach seinen Hochrechnungen warf er dem Verein ein Defizit in sechsstelliger Höhe vor – nicht verantworten könne, sei er von seinem Amt zurückgetreten.
Klage angedroht
Während darauf der sportliche Leiter Gerd Schimmer sehr aggressiv reagierte und androhte sowohl gegen den Schatzmeister Markus Raupach als auch gegen Thomas Brändlein, da er den Brief vorgetragen hatte, gerichtlich wegen Rufschädigung vorzugehen, behielt Holger Eckert weitestgehend die Ruhe und stellte sich der Versammlung. Er räumte sogar ein, dass er durchaus einen Fehler gemacht habe, indem er keinen Kassenbericht vorlegte. Die Anschuldigungen von Seiten des Schatzmeisters verneinte er jedoch kategorisch. „Der Brief spiegelt die Arbeitsweise von Markus Raupach wieder. Er verdreht Dinge, die so einfach nicht stimmen“, sagte Eckert. Denn erstens könnten die Rechnungsprüfer bestätigen, dass alle die Konten ordnungsgemäß geführt wurden. Und zweitens führe der DFB eine der strengstens Kontrollen bei Lizenzvergaben durch. „Wir haben hier alle Konten mit unserem Steuerberater vorgelegt und der DFB hatte nichts dagegen einzuwenden“, beteuerte er. Raupach hingegen warf er Inkompetenz vor. „Er weiß doch heute nicht mehr was er gestern sagte“, wetterte Eckert.
Die Mitgliederversammlung warf dem Vorstand dennoch vor, dass die Vereinsmitglieder die „Absetzung“ des Schatzmeisters hätten mittragen müssen und dass er keinen Kassenbericht vorgelegt hatte. Nach längerer Diskussion jedoch einigte man sich und beschloss von einer Entlastung des Vorstandes abzusehen bis ein ordentlicher Kassenbericht vorliegt. Beides sollte bei nächster Gelegenheit nachgeholt werden.
Für nicht weniger Gesprächsstoff sorgte auch der Tagesordnungspunkt der Satzungsänderung. Zwar waren sich alle Mitglieder einig, dass prinzipiell den drei Änderungspunkten einschließlich der Zustimmung des Vereins beispielsweise zur Gründung einer GmbH keinerlei Einwände bestünden, dennoch warnten die beiden Juristen Heinz Kuntke und Thomas Brändlein vor einer Abstimmung. „Es liegt hier ein formaler Fehler vor, da die Satzungsänderungen nicht den Mitgliedern in allen Einzelheiten zugänglich gemacht wurden“,warnte Brädlein. Daher sei diese angreifbar. Daraufhin beschlossen die Mitglieder in einer Kampfabstimmung die Satzungsänderung zu vertagen – auch auf die Gefahr hin, dass möglicherweise die Lizenz für die Regionalliga in Gefahr sei wegen einer möglichen Terminüberschreitung. Gleichzeitig wurden alle weiteren Tagesordnungspunkte auf die nächste Versammlung vertagt.
Die Mitglieder wählten lediglich Wolfgang Böhmelt als neuen Schatzmeister. Ferner beauftragten sie den Vorstand die neue Satzungsänderungen öffentlich publik zu machen sowie bis zur nächsten Sitzung, die am 21. Juli stattfinden soll, einen detaillierten Kassenbericht vorzulegen.



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