Erste US-Soldaten ziehen im Sommer ab
06.02.2012
Ort: Bamberg Von: Michael Wehner ![]()
US-Standort Die Auflösung des US-Standorts Bamberg beginnt sich zu konkretisieren: Schon im Sommer sollen die ersten Einheiten abrücken.

Von der Standortschließung sind weit mehr deutsche Mitarbeiter betroffen als zunächst angenommen. Zu den 370 Mitarbeitern in der Garnison, zu denen vom Handwerker bis zum Ingenieur alle möglichen Berufsgruppen zählen, kommen noch 44 Beschäftigte hinzu, die bei "Aafes" überwiegend im Einzelhandel tätig sind, etwa für die PX, Supermärkte, Burger King, Tankstellen, Schulspeisung und andere Dienstleister.
Aafes-Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Masching geht davon aus, dass wie seit Jahren geplant ein erstes Batallion im Sommer nach Vicenza in Italien abrücken wird und der weitere Abzug bis 2013 über die Bühne geht. "Im September 2013 wird der Standort dicht sein. Es nützt nichts, wenn man durch eine rosarote Brille auf die Dinge sieht", sagt Masching.
Sollten die ersten amerikanischen Familien von Bamberg weggehen, wird sich das unweigerlich auf die Geschäfte im Einzelhandel der Kaserne niederschlagen. Vor allem die jüngeren Mitarbeiter sind es, so Masching, die sich um ihre berufliche Perspektive sorgen.
Ein gewisser Trost ist der so genannte Tarifvertrag für soziale Sicherheit, der 1971, zum Höhepunkt des Kalten Kriegs, zwischen Bundesrepublik, Finanzministerium und Stationierungsstreitkräften beschlossen worden war. Er verspricht bei einem Abzug aus militärischen Gründen, dass langjährig Beschäftigte bei der Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst bevorzugt werden und Ausgleichszahlungen erhalten sollen, wenn sie nur eine schlechter bezahlte Arbeit finden.
Welche Chancen bestehen, dies umzusetzen ist, darüber will Eduard Mayer, der als Betriebsrat 370 deutsche Mitarbeiter in der Garnisonsverwaltung vertritt, schon bald mit Vertretern der öffentlichen Hand sprechen. Befürchtungen hat Mayer, dass der Abzug der Amerikaner die deutsche Wirtschaft und wegen des Wegfalls von Steuereinnahmen auch die Gemeinden stärker treffen könnte als dies derzeit vermutet wird. "Dies wird die Neigung, neue Mitarbeiter einzustellen, nicht erhöhen", sagt der Betriebsrat.
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Kommentare
Der Tarifvertrag....
... im Wortlaut:
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_3398/DE/BMF__Startseite/Service/Dienstleistungen__fuer__die__Verwaltung/001__3,templateId=raw,property=publicationFile.pdf
Der Link...
... nochmal als TinyURL:
http://tinyurl.com/88aazou
@RBBamberg
Natürlich ist die Absicherung nicht schlecht, WENN sie greift. Dies tut sie aber halt mal nicht bei allen, oder eben nur sehr begrenzte Zeit.
Und das ist halt hier leider nicht beschrieben, es liest sich hier nur von "langjährigen Beschäftigten", was nützen einem AN 20 Dienstjahre, wenn er z.B. dann bei Standortschließung 39 Jahre alt wäre? Gar nichts.
Lesen Sie § 3 Nr. 3 Satz 2 TV SozSich dann wissen Sie,
wie größzügig die Eingliederungsbemühung für einen 39-jährigen ist. Davon können andere AN nur träumen.
In Rente kann man einen 30-jährigen nicht schicken, dies werden Sie doch einsehen. Also, was soll das Gejammere!
Bemühungen...
ist ein schön umschriebenes Wort, was noch lange kein Recht oder Bedingung darstellt.
Jeder ist doch bemüht, irgendetwas Gutes zu tun. Gutgemeint ist längst nicht gut getan.
Besserwisser gibt es überall...
Zum Tarifvertrag für soziale Absicherung sollte man halt auch mal den GESAMTEN Inhalt kennen. So liest es sich natürlich wunderbar, aber dass dieser nur unter bestimmten Voraussetzungen (Alter, Dienstjahre, etc.) gilt, davon schreibt der FT natürlich nichts. Aber Hauptsache wieder was geschrieben. Und von Bevorzugung bei Stellenbesetzung im öffentlichen Dienst habe ich auch noch nichts gelesen - also erstmal Hausaufgaben machen, bevor man Halbwahrheiten veröffentlicht!
Hier greifen Sie den FT zu Unrecht an:
Selbstverständlich sind die Überbrückungsgelder, Eingliederungshilfen ezc. an Voraussetzungen gebunden. Die Voraussetzungen sind auch nicht zu hoch geschraubt. Aber die Beschäftigten sind durch den Tarifvertrag i. d. R. sehr gut abgesichert und privilegiert. Übrigens: der TV kann im Netz leicht eingesehen werden. Da kann sich jeder selbst ein Bild von der relativ guten Absicherung der Beschäftigten machen.
was ist denn dann die ganze Wahrheit ....
dazu schreiben auch sie nichts - um Ergänzung der Kommentierung wird gebeten.
.
Das habe ich auch nicht vor und werde das auch nicht tun. Es geht niemanden was an, ausser den Betroffenen selbst. Und die wissen, was Sache ist oder wo sie sich darüber informieren können.
Mich stört aber die Berichterstattung, die hier veröffentlicht wird, die den Anschein für alle FT-Leser geben muss, als ob sich die Angestellen der Army alle keine Gedanken über ihre Zukunft machen müssten.
ein sehr bedenkliches Rechtsempfinden ...
legt flummi hier an den Tag. Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat - auch wenn aufgrund von persönlicher Bereicherung ohne Beachtung des Steuerrechts eines hohen Politikers in Berlin es derzeit anders erscheint. Unter #8 gibt zerberus eine Fundstelle bekannt, die aber offensichtlich veraltert ist. Aber unter den Suchworten "Tarifvertrag - Stationierungsstreitkräfte" habe auch ich den "TV Nato" gefunden und gelesen.
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