"Er war volksnah und humorvoll"

20.01.2011   Ort: Bamberg  Von: Marion Krüger-Hundrup  Fränkischer Tag

Trauer Bischof Jacques Sarr aus der Bamberger Partnerdiözese Thiès im Senegal ist verstorben. Er war häufiger Gast in Bamberg.


Im September 2007 unterzeichneten Erzbischof Ludwig Schick und Bischof Jacques Sarr die Partnerschaftsurkunde der beiden Diözesen. Foto: Foto: mkh
Alois Berner übermittelte die traurige Nachricht aus Thiès im westafrikanischen Senegal nach Bamberg: Bischof Jacques Sarr ist nach einem schweren Schlaganfall am 18. Januar im Alter von 76 Jahren gestorben: "Er ist aus dem Koma nicht wieder aufgewacht", erklärt Berner. Damit verliert auch das Erzbistum Bamberg einen geschätzten Freund: Bischof Sarr hat gemeinsam mit Erzbischof Ludwig Schick und weiteren Vertretern der Erzdiözese die Bistumspartnerschaft zwischen Thiès und Bamberg vorbereitet und weiter entwickelt.

Alois Berner, ehemaliger Diözesanvorsitzender der Katholischen Landvolkbewegung und wesentlicher Motor der Bistumspartnerschaft, führt derzeit eine Bamberger Delegation durch Thiès. "Wir spüren ganz deutlich die Betroffenheit unter den Christen über den Tod von Bischof Sarr", berichtet Berner am Telefon. Rund um die Kathedrale von Thiès werde alles sauber gemacht: "Die Menschen ahnen, dass da etwas Großes passiert ist".

Auch Alois Berner trauert. Er kannte Bischof Sarr seit dessen Priesterweihe im Jahr 1964. Damals war der junge Landwirtschaftsmeister aus Saugendorf bei Waischenfeld als Entwicklungshelfer im Senegal. "Ich war 47 Jahre freundschaftlich mit Jacques Sarr verbunden", erzählt Berner. Immer wieder habe der Bischof bei seinen Besuchen im Erzbistum Bamberg auch Station bei ihm daheim gemacht.

Bischof Sarr sei "sehr volksnah" gewesen, habe "immer ein Lächeln auf den Lippen gehabt und selbst seine Predigten mit Spaß gewürzt", charakterisiert Berner seinen Freund. Erzbischof Ludwig Schick erinnert sich an Bischof Sarr als einen "sehr sympathischen und humorvollen Menschen". Er habe sich mit "ganzer Kraft für seine Diözese, aber auch für die Partnerschaft mit Bamberg eingesetzt", so Schick. Der Erzbischof hat inzwischen dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees von Thiès, Abbé Pierre Aye Ndione, telefonisch die Beileidswünsche der Bamberger Partnerdiözese übermittelt.

Jacques Sarr war seit 1987 Bischof der Diözese Thiès. Bis zu seinem Tod war er das geistliche Oberhaupt von knapp 50 000 Katholiken. In der senegalesischen Bischofskonferenz zeichnete er für den interreligiösen Dialog mit der muslimischen Bevölkerungsmehrheit verantwortlich. Dieser Dialog funktionierte problemlos. So ist sich Alois Berner sicher, dass auch Vertreter der Muslime an der Beerdigung von Bischof Sarr am 27. Januar teilnehmen werden.


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