"Muss noch in den Spiegel schauen können"

22.10.2009   Ort: Importartikel  Von: Michael Schwital und Timo Stöhr  inFranken.de

Krise Armin Dusold, der stellvertretende Vorsitzende des Fußball-Regionalligisten 1. FC Eintracht Bamberg gibt seinen Rücktritt bekannt. Mit dem Vorstandskollegen Jochen Weisenseel sei keine Zusammenarbeit möglich.


Der FCE-Vorsitzende Holger Eckert (l.) muss in Zukunft ohne die offiziellen Dienste seines zurückgetretenen Stellvertreters Armin Dusold auskommen. Foto: p

Armin Dusold hat am Donnerstagnachmittag seinen Rücktritt als stellvertretender Vorsitzender des Fußball-Regionalligisten 1. FC Eintracht Bamberg bekannt gegeben. Dem FT nannte er seinen Grund: „Man kann einmal seinen Kopf verlieren, aber niemals sein Gesicht.“ Konkret: Die Professionalität, um erfolgreichen Fußball in Bamberg weiter zu etablieren, sei aus seiner Sicht nicht mehr gegeben, da sein Vorstandskollege Jochen Weisenseel massiv gegen ihn arbeite, ihn bei Sponsoren sogar diskreditiere. Auch habe Weisenseel davon gesprochen, die Fusion zwischen 1. FC 01 und TSV Eintracht rückgängig machen zu wollen, „was überhaupt nicht geht“, so Dusold.

Der scheidende Spitzenfunktionär des FCE, der vornehmlich darum bemüht war, Gönner für die Fußballer des Traditionsvereins zu finden: „Von meinem Rücktritt habe ich unseren Vorsitzenden Holger Eckert, Schatzmeister Wolfgang Böhmelt und weitere Funktionsträger im Verein unterrichtet. Eckert und Torwart Stephan Essig haben mir bestätigt, dass Jochen Weisenseel vor der Mannschaft gesagt hat, er hätte drei neue Sponsoren an der Hand, die aber nur dann aktiv würden, wenn ich weg wäre. Da will ich natürlich nicht im Wege stehen und trete zurück.“

Jochen Weisenseel stellte die Lage gestern Abend etwas anders dar: „Ich bin nicht der Mann, der im Verein neue Sponsoren sucht. Ich bin im Catering und an der Breitenau aktiv. Aber es dürfte wohl schon so sein, dass wir mehr Sponsoren hätten, wenn sie von den Zuständigen nicht vergrault worden wären.

Das Sponsoring vorangebracht

Dusold macht in aller Anspannung, die ihm anzusehen ist, keinen Hehl daraus, dass ihm die Vorgänge in der Vereinsführung deutlich an die Nieren gehen nach rund 15 Jahren, in denen er als Radio-Journalist, dann als „kooptiertes“ Vorstandsmitglied und zuletzt als gewählter Funktionsträger aktiv war: „Über lange Zeit hinweg habe ich die Stadionzeitung entwickelt, die von allen Seiten gelobt wird ob ihrer Aufmachung und ihres Inhalts. In den letzten Jahren habe ich das Sponsoring vorangebracht. Das ist das Ergebnis brutaler und zeitaufwändiger Arbeit, wie sie beispielsweise auch Holger Eckert und Gerd Schimmer neben ihrer beruflichen Tätigkeit leisten. Auf dem Fußballplatz haben wir eine extrem gut funktionierende Mannschaft mit einer exzellenten sportlichen Leitung um Christoph Starke und Heiner Dumpert. Dazu kommt nach wie vor unsere bombige Jugendarbeit, auf die wir bauen können. Nicht zu vergessen die zweite Mannschaft, die sich in der Landesliga bestens bewährt. Immer war es mein Ziel, dass wir das Umfeld so professionell aufbauen wie es die Fußballer verdient haben, bis zuletzt, auch wenn unsere finanzielle Situation hundsmiserabel ist. Um die Misere zu überstehen, ist eine gute Sponsorenpflege nötig. Und die ist nur möglich, wenn professionell gearbeitet wird. Und genau das sehe ich jetzt nicht mehr.“ Die Frage, ob die Verbindlichkeiten des FCE eine sechsstellige Summe ausmachten, verneint Dusold jedoch entschieden.
Er weist darauf hin, dass die jetzige Vorstandsriege auf seine Initiativen hin zusammengekommen ist: „Ob Eckert, der sportliche Leiter Schimmer, Schriftführer Kleilein oder Böhmelt – alle habe ich sie geholt.“ Für ihn zählten zuerst „Transparenz, Offenheit und Kommunikation“, die jetzt nicht mehr gegeben seien – allein wegen Weisenseels Alleingängen. Dusold: „Mein Herz schlägt auch weiter für den FCE. Ich stehe dem Verein auch weiterhin zur Verfügung, wenn er mich braucht. Aber nicht mehr in offizieller Funktion.“ Keinen Druck sieht der Zurückgetretene wegen der anberaumten und wieder abgesetzten außerordentlichen Hauptversammlung des 1. FC Eintracht. Mit den obligaten Satzungsänderungen sei Zeit bis Juni nächsten Jahres.

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