Die Musketiere machen sich breit

03.09.2010     inFranken.de

Kino  Die Bamberger mussten die Obere Brücke kurzzeitig den "Drei Musketieren" überlassen, die dort ihr Quartier aufschlugen. Zwei Tage lang war sie gesperrt.


Nur wenige Kulissen waren nötig, um die Obere Brücke zum passenden Hintergrund für die Dreharbeiten zu machen. Foto: Matthais Hoch
Schon auf Höhe des Obstmarktes wird der Bamberger auf dem Weg von der Innenstadt Richtung Dom oder Berggebiet auf das Hindernis hingewiesen. Während auf beiden Seiten der Brücke das Leben im Jahr 2010 pulsiert, spielen sich auf ihr Szenen aus dem 17. Jahrhundert ab. Denn auf der Rathausbrücke campieren für zwei Tage Porthos, Athos und Aramis, bekannt als "Die Drei Musketiere". Mitten im Bamberger Weltkulturerbe leben die heldenmütigen Kämpfer in einem kleinen Fachwerkhaus.

Um ein komplettes Haus handelt es sich hier aber nicht. Ihm fehlt das Dach. Außerdem besteht es nur äußerlich aus Stein. Unter den dünnen Steinplatten befindet sich ein Holzgerüst. In Wirklichkeit könnte man in diesem Gebäude wohl nur schwer leben. Aber es ist ja auch nur eine Filmkulisse. Nur was die Kamera sieht, zählt.

Am Freitagmorgen um neun Uhr ist die Brücke aber noch passierbar. Hier wird noch nicht gedreht. Allerdings haben sich schon einige Aufpasser in orangenen Westen postiert. Sie sorgen dafür, dass niemand die Kulissen und Requisiten beschädigt. Zwei junge Männer rollen ein Holzfass zum Alten Rathaus. "Ab jetzt müssen alle Radfahrer absteigen", raunt einer der Wachmänner seiner Kollegin zu. Die Vorbereitungen für den heutigen Drehtag sollen durch nichts gestört werden.

Am Freitagnachmittag ein komplett anderes Bild: Jetzt sind die Dreharbeiten in vollem Gange. Nun ist die Obere Brücke wirklich gesperrt. Direkt hinter der Absperrung befindet sich ein schwarzer Pavillon, der die Sicht auf die Filmarbeiten verdeckt.

Wer von der Entstehung des "Blockbusters", der in genau einem Jahr in die Kinos kommt, trotzdem etwas mitbekommen will, hat zwei Möglichkeiten: Eine ist die Untere Brücke. Und, wie nicht anders zu erwarten, haben sich hier jede Menge Schaulustige postiert. Die von der Szene, die hier gedreht wird, natürlich nichts sehen. Mit großen Tüchern und Leinwänden ist alles abgeschirmt. Das einzige, was man zu sehen bekommt, sind die Mitarbeiter der Regie.
Und dennoch sind alle Augen auf die Obere Brücke gerichtet: "Da können wir später mal sagen: Wir waren dabei", meint eine Frau, die sich mit großem Interesse über die Brüstung der Unteren Rathausbrücke lehnt.

Der zweite Aussichtsposten ist der Bereich zwischen Dominikanerstraße und Karolinenstraße. Auch hier wimmelt es von Zuschauern. Viele zücken ihre Fotoapparate, manche filmen auch. Alles, was man sieht, ist ein Gerüst aus Baumstämmen an einem Gebäude und davor eine Kutsche mit zwei Pferden und einem Kutscher, der einen grauen Mantel trägt und etwas gelangweilt auf seinen Einsatz wartet. Immerhin.

Die Bamberger scheinen sich an der Sperrung der Oberen Brücke, einer der Hauptverkehrsadern für Flaneure, also nicht zu stören. Im Gegenteil. Sie finden es aufregend, bei der Entstehung eines Films, der wohl weltweite Berühmtheit erlangen wird, hautnah dabei zu sein. Oder zumindest das Gefühl zu haben, hautnah dabei zu sein.
Auch die Stadt hat die kurzzeitige Sperrung des Weltkulturerbebaus gerne in Kauf genommen. "Wir haben vorher umfassende Gespräche mit dem Team geführt", erklärt Franz Eibl, Pressesprecher der Stadt. "Sie haben uns erklärt, was sie vorhaben. Und wir haben sie dabei gerne unterstützt. Für Fußgänger dürfte es kein Problem sein." Schließlich könnten sie auf die Untere Brücke ausweichen.

Außerdem sei die Obere Brücke am Samstagmorgen ja schon wieder frei. Dann wird das Team seine Zelte in Bamberg erst einmal abbrechen und weiter ziehen. Am 24. September werden die Mitwirkenden der "Drei Musketiere" wohl noch einmal zu einem Nachdreh in die Alte Hofhaltung zurückkehren.



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