Der Michelsberg leuchtet wieder wie gewohnt
21.07.2010
Von: Michael Wehner ![]()
Wahrzeichen Monatelang war die nächtliche Silhouette der Klosterkirche St. Michael kaum zu sehen. Grund: Schon kurz nach zehn Uhr gingen die Scheinwerfer aus. Doch kaum jemand hat das Problem bemerkt. Erst Edith Mc Minn aus Bamberg wunderte sich. Wegen ihrer Aufmerksamkeit wurde am Mittwoch der technische Defekt behoben.

Die 58-jährige Kirchenmusikerin hat als ehrenamtliche Rosenpflegerin Zugang zu den historischen Anlagen des Conventsgartens und des Abtsgartens. Viele Abende hat sie in dem idyllischen Klosterareal verbracht, wo auch die vier in die Jahre gekommenen Scheinwerfermasten stehen.
Ihnen ist es verdanken, dass sich gerade der nächtliche Anblick der Klostertürme wie ein Wahrzeichen in das Gedächtnis tausender Bamberger eingebrannt hat. Doch heuer war es eher ein Blinklicht, das vom Kloster ins Tal hinab strahlte. Kaum waren die Lampen angegangen, da verdunkelten sie sich auch schon wieder. "Ein Witz", meint Mc Minn. Nicht nur bei ihr lag die Vermutung nahe, dass nun schon am Licht für Bambergs Wahrzeichen gespart werden soll. Vielen scheint es aber nicht aufgefallen zu sein, dass am Licht für eines der wichtigsten Bamberger Wahrzeichen gespart wurde. Heimatpfleger Hanns Steinhorst wusste ebenso wenig davon wie Andreas Christel, der Leiter des Tourismus und Kongressservice. Auch Stadtrat Andreas Reuß, seit vielen Jahren im Verein "Bewahrt die Bergstadt" aktiv, will nichts bemerkt haben. Immerhin: In der unmittelbaren Nachbarschaft zum Kloster hat man es schon vermisst, das "schöne Licht", das die Türme so wunderbar in Szene setzt. Wir genießen es sehr, wenn wir draußen sitzen", erzählt uns eine Frau, die nicht genannt sein will.
Zunächst löste die Entdeckung von Mc Minn bei den zuständigen Behörden Rätselraten aus. Stadt und der Bürgerspitalstiftung konnten sich nicht erklären, wie es zu der Mangelerscheinung kam. Offiziell werden die Scheinwerfer auf dem Michelsberg erst um 23 Uhr abgeschaltet. Auch bei den Stadtwerken, die die Lichtanlagen im Auftrag der Stadt betreiben, betonte man, dass das Problem nichts mit Geld zu tun habe. "Das wäre am falschen Ende gespart, wenn wir um zehn nach zehn Uhr das Licht auf dem Michelsberg ausknipsen würden", sagte Jan Giersberg. Monteure wurde auf den Klosterhügel geschickt, um nachzusehen. Siehe da: Die Zeitschaltuhr war falsch eingestellt. Ein technischer Defekt hatte bewirkt, dass der Michelsberg seit Monaten zu früh in Dunkelheit versank. "Das Problem ist nun behoben", meldeten die Stadtwerken: Ab Mittwochnacht strahlt der Michelsberg wieder wie gewohnt bis 23 Uhr.
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