Bamberger Wein gedeiht prächtig

30.07.2011   Von: Michael Wehner  

Bamberger Michaelsberg Zwei Jahre nach der Pflanzung von 4000 Rebstöcken wird heuer erstmals geerntet. Die Flaschenpreise für den "Bamberger Michaelsberg" dürften über zehn Euro liegen. Den extremen Frost im Mai haben die Rebstöcke gut überstanden,und auch der Sturm verschonte den Weinberg.


Martin Bauerschmitt untersucht die Silvaner-Trauben, die Ende Juli Erbsengröße erreicht haben. Die Voraussetzungen für einen guten Jahrgang scheinen trotz des trockenen Frühjahrs günstig: Jetzt fehlt nur noch viel Sonne im August und September. Fotos Michael Wehner
Diese Nachbarschaft lässt einiges erwarten: Oberhalb der Rebzeilen ragen die Türme von St. Michael in den Himmel. Und nach Süden fällt der Blick auf Bambergs märchenhafte Dachlandschaft. Wie wird der erste Welterbewein schmecken?
Zumindest Winzer Martin Bauerschmitt ist sehr zufrieden, wenn er dieser Tage durch den neuen Weinberg läuft. Die meisten der 4000 Silvaner-Rebstöcke, die im Frühling 2009 gepflanzt worden waren, haben sich prächtig entwickelt. Nur hier und da macht sich Krüppelwuchs bemerkbar, kümmern die Trauben vor sich hin. Doch das gibt sich, sagt der Experte. Eine Kinderkrankheit: Weil der Weinberg vor der Bepflanzung aus Angst vor Abschwemmungen nicht umgegraben worden war, klappt es noch nicht so mit der Ausbreitung der jungen Wurzeln.
Weinbau ist ein langfristiges, aber kein risikofreies Geschäft: Gemessen an den Gefahren, die die Witterung 2011 für einen jugendlichen Weinberg bereit hielt, hatte der "Bamberger Michaelsberg", wie die neue Lage heißen soll, sehr viel Glück. Anders als in vielen Regionen Frankens hat der extreme Frost Anfang Mai in Bamberg nicht besonders brutal zugeschlagen. Nur zehn Prozent Verlust, schätzt Bauerschmitt.Er besitzt in Ziegelanger ein Weingut.
Auch der Hagelschlag, der im Frühsommer wenige Kilometer entfernt tausende Salatköpfe zerfledderte, machte einen Bogen um den historischen Kammerathengarten, den Weinberg des 1015 gegründeten Benediktinerklosters. Zuletzt: Der Sturm, der vor Wochen binnen Sekunden über 150 Bäume auf dem Stadtgebiet rasierte, wütete ringsum, verschonte aber den Klosterhang. Fehlen eigentlich nur noch ein sonnenscheinreicher August und September, damit Bambergs erste größere Weinernte nach vielen Jahrzehnten zu dem Erfolg wird, den sich nicht nur die Gesellschaft der Landesgartenschau und der Eigentümer des Grundstücks, die Bürgerspitalstiftung, wünschen.
Das Zeug zu einem Tropfen mit Spitzenniveau haben die Silvanerreben an einem sonnigen Südhang mit mittlerer Neigung durchaus, meint Bauerschmitt. Auch die Fachleute der Landesanstalt für Weinbau in Veitshöchheim haben dem neu erwachsenen Weinberg in Bamberg Chancen attestiert, für die ein oder andere Köstlichkeit zu sorgen. Die mancherorts zu hörende Sorge, hier werde für viel Steuergeld nur ein oberfränkischer Sauerampfer kultiviert, scheint also nicht berechtigt.
Freilich darf man auf einer Fläche von 0,9 Hektar keine Ernte erwarten, die in der Lage wäre, den Durst der Massen zu stillen. Bei einer fünf Jahre alten Kultur rechnt Winzer Bauerschmitt mit rund 10 000 Flaschen Ertrag. Beim Jungfernwein, der erstmals im April 2012 ins Glas fließen wird, dürfte die Ausbeute deutlich kleiner sein.
Unabhängig von der ÖchsleZahl wird sich die Besonderheit eines Weinbergs mitten in einem Stadtdenkmal auch im Preis niederschlagen. Genaue Vorstellungen gibt es zwei Monate vor dem Erntebeginn noch nicht, aber es ist kein Geheimnis, dass die Flasche "Michaelsberger" mehr als zehn Euro kosten wird, möglicherweise sogar deutlich mehr. An einem guten Erlös hat nicht nur der Winzer, sondern auch die Bürgerspitalstiftung Interesse. Denn Bio-Weinbau ist erheblich teurer als die konventionelle Produktion, bei der gegen Unkraut auch mal die chemisch Keule ausgepackt werden darf. Spritzmittelfrei ist aber auch der biologische Anbau nicht: Noch immer beäugen die Nachbarn im Gebiet argwöhnisch die "meterhohen Wolken", wenn der Weinbauer seine Pflanzen besprüht, um sie auf diese Weise gegen echten und falschen Mehltau zu schützen. Doch ohne geht nicht, sagt Bauerschmitt, sonst könnten Krankheiten den Weingarten schnell dahinraffen.
Die biologische Anbaumethode war einer von vielen Kompromissen, die eine Bürgerinitiative im Jahr 2008 gegen den Weinberg mit über 3000 Unterschriften erstritten hatte. Damals trauerten viele Bamberger dem Verlust von mehr als 80 Obstbäumen nach, die für den Weinberg geopfert werden mussten. Ganz verstummt ist die Kritik über den Kahlschlag, das technische Aussehen der stählernen Rebstangen und den im Frühling lange nackt wirkenden Hang immer noch nicht - aber ein Feindbild ist der Weinberg längst nicht mehr.
Vor allem die Gartenschau-Gesellschaft freut sich darüber, dass sich die Wogen wieder geglättet haben. Die GmbH hat sich die Wiedererweckung des Weinbaus in Bamberg samt der dafür nötigen Wege 200 000 Euro kosten lassen. Nun wird der Kammerathengarten und die wieder hergestellte Klosterorangerie die größte Attraktion neben dem Hauptgelände auf der Erba sein.
Auch Weinfeste hat es unterhalb der Klostermauern bereits gegeben. Es sind Bürger, die sich in Bamberg für die Wiederbelebung der Tradition stark machen: der Förderverein der Gartenschau und die "Bamberger Weinkieser", die mit ihrem Namen an den einstigen Beruf des Weinprüfers erinnern. Zu ihnen gehört auch Irene Hottelmann-Schmidt. Sie freut sich auf die erste Lese und das nicht nur, weil sie selbst gerne einen Schoppen trinkt. Die historisch bewanderte Bambergerin weiß um die Bedeutung des Weinbaus vor dem 19. Jahrhundert in ihrer Heimatstadt: Bamberg war keine Bier-, sondern eine Weinstadt.


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Kommentare

 
14  Kommentare  
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AndreasStenglein - 07.08.2011 09:01    (0)   
 

Und die Biertrinkerei?
Die Bamberger Bierdimpfl, die gerne Bamberg als heimliche Bierhauptstadt haben möchten, brauchen sich auch nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen, da die Beantwortung der Frage, ab wann in Bamberg Bier gebraut wurde, gar nicht so einfach ist, weil darüber viel Gescheites und auch viel Dummes geschrieben wurde und heute noch erzählt wird.
Das beginnt schon bei der erstmaligen Erwähnung eines Bierausschanks und der Verleihung des Braurechts in Bamberg. So bezieht sich - wie bei Hans Paschke in "Neun Jahrhunderte Bamberger Gastlichkeit, Bamberger Wein und Bamberger Bier" in: Fünfundsiebzig Jahre Kreisstelle Bamberg Land im Landesverband des bayerischen Hotel- und Gaststättengewerbes [1960] nachzulesen ist - die angeblich erstmalige Erwähnung eines Bierausschanks in Bamberg im Jahre 1093 nicht auf einen solchen in Bamberg, sondern auf den Verzehr von Bier in Frankendorf. Und auch die Verleihung des Braurechts durch Bischof Otto I. im Jahre 1122 hat keinen Bezug zu Bamberg, weil - so steht es bei Rainer Braun "Das Benediktinerkloster Michelsberg, 1015-1525: eine Untersuchung zur Gründung, Rechtsstellung und Wirtschaftsgeschichte [Bd. 1 Kulmbach, 1978]" (= Das Benediktinerkloster Michelsberg/1) - in diesem Jahre dem Vogt von Gestungshausen (bei Coburg) und nicht dem Bamberger Benediktinerkloster das Braurecht verliehen worden ist. Dr. Christian Fiedler, ein profunder Kenner der Bamberger Brauereiszene, hat aus gutem Grunde beide Jahreszahlen nicht expressis verbis in sein Buch "Bamberg, die wahre Hauptstadt des Bieres [2004]" übernommen. Gleichwohl kann guten Gewissens davon ausgegangen werden, dass die Benediktiner ab der Gründung des Klosters anno 1015 mit oder ohne Genehmigung gebraut haben.
Quelle: Andreas Stenglein, Das Gaustadter Brauereiwesen, 2006.

EulenSpiegel - 07.08.2011 10:57    (0)   
 

Aus meinem Heimatkunde-Unterricht …
… (bei Adam Leykam sel.) habe ich noch den Namen eines Bamberger Domgeistlichen (um 1090?) „Odriacus“ (oder so ähnlich) im Hinterkopf:

Der hat angeblich testamentarisch verfügt, dass alljährlich anlässlich seines Todestages an die Bedürftigen von Bamberg ein gebratener Ochse, soviel Brot wie die Leute hungrig sind und dazu Bier, gemessen nach dem Maß „Eimer“ (60 Liter?), ausgegeben werden sollen: als Gegenleistung dafür, das die armen Frommen für das Seelenheil dieses verstorbenen Pfaffen beten.

Das Bier hierfür sei im „bischöflichen Eigenkloster“ (!) Michelsberg gebraut worden.

Ob dieser Vorgang – oder gar das Testament – wohl noch urkundlich nachweisbar ist? Weiß wer was?

Für die Wiederbelebung DIESER Tradition hätte sich der Einsatz als Rahmenprogramm zur LGS doch viel eher gelohnt - (… als dieses aufgesetzte und gekünstelte Gesülze um „Wein-Kieserei“, HighTec-Weinbau etc.)

EulenSpiegel - 07.08.2011 20:00    (0)   
 

Korrektur : Quatsch „Odriacus“
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Es handelt sich vielmehr um den Dompropst Ulrich von Bamberg / Udalricus Babenbergensis (gest. ca. 1127).

Vgl. auch:
Franz Bittner: Ulrich von Bamberg; Eine Bamberger 'Ars dictandi'.
In: Berichte des historischen Vereins für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstentums Bamberg. Nr. 100, 1964.

AndreasStenglein - 08.08.2011 11:33    (0)   
 

Ein Sack voll
Im General-Personal-Schematismus der Erzdiözese Bamberg (1007-1907) steht ein ganzer Sack voll Geistlicher um 1100 mit dem Namen Udalrich = Udalricus. Einer müsste in Betracht kommen, vielleicht Nr. 10360 oder 10366 oder ein ganz anderer?
Freundliche Grüße

EulenSpiegel - 08.08.2011 13:36    (0)   
 

Lieber Andreas Stenglein (#13),
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
leider kann ich Ihre Frage nicht beantworten – und ich will hier auch gar nicht weiter spekulieren, weil mein Heimatkunde-Unterricht ja doch schon sooo lang zurück liegt
[… und weil der „General-Personal-Schematismus der Erzdiözese Bamberg (1007-1907)“ nicht in meinem Hand-Apparat steht.]

Aber aufrichtigen Respekt zu Ihren Quellen und Ergebnissen!

AndreasStenglein - 03.08.2011 09:13    (0)   
 

Lagebezeichnung
Wieso soll eigentlich der Weinberg bzw. die neue Lage „Bamberger Michaelsberg“ heißen, wenn die korrekte Bezeichnung „Michelsberg“ ist?

EulenSpiegel - 04.08.2011 19:53    (0)   
 

Versuch einer Antwort an #7 AndreasStenglein :
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Weil es weder eine Lage, noch einen Hügel in Bamberg namens "Bamberger Michaelsberg“ gibt, kann man (formal-juristisch) jedwedes beliebige Gesöff so etikettieren.

Und wie wird eigentlich kontrolliert …,
… welcher Verschnitt in die Flaschen gefüllt wird, auf deren Etikett dann der (Phantasie-Name) "Bamberger Michaelsberg" prangt?

Dr_Pflichtfeld - 04.08.2011 21:54    (0)   
 

Und wenn der Trum ...
... ein paar Buchenholzfeuerla unterm Michelsberg aschürt, gibt's nacher a Schlenkerla-Spätlese.

AndreasStenglein - 01.08.2011 09:26    (0)   
 

Weinanbaugebiet
Wenn Michael Wehner die Meinung Bamberger Bürger, insbesondere von Irene Hottelmann-Schmidt („die als historisch bewanderte Bambergerin um die Bedeutung des Weinbaus vor dem 19. Jahrhundert weiß“), wiedergibt und kundtut, dass Bamberg keine Bier-, sondern eine Weinstadt gewesen sei, dann klingt das zwar schön, ist aber bedenklich. Den Widerspruch mag ausfechten wer will, besonders jene, die Bamberg als heimliche Bierhauptstadt betrachten.
Ich selber zu der Thematik „Weinanbaugebiet“ am 8. Juli 2008 einen Leserbrief unter der Überschrift „Das Anbaugebiet lag in Gaustadt“ geschrieben. In der Gaustadter Ortschronik von Konrad Arneth steht unter „Lehnswesen“ auf Seite 103: „Auch von den Weinbergen nahm das Kloster den Zehnten und als Gegenstück zu den eben genannten Holzfuhren auch hier eine besondere Abgabe. Hören wir: Hans Herdegen am Maienbrunnen hatte 1517 einen Weingarten am Kalenpuhel (Kahlenbühl) als Zinslehen empfangen, den er um 37 ½ fl. kaufte. Davon mußte er dem Kloster geben den fünften Teil ‚vorm Bieth in der Kaltern und den Zehet im Felde’. Genauso heißt es 1521, daß Hans Blümlein zu Gaustadt von einem Weinberg gibt einen fünften Teil ‚in der Kalterung vorm Bieth’.“ Die Gemarkung Kalenpuhel
liegt nach einem Bericht des Historischen Vereins Bamberg aus dem Jahr 1854 (Bd. 17, S. 173) in der Nähe von St. Getreu. Am Michelsberg (richtiger als Michaelsberg) selber, genauer im „Kammerathengarten“ (was vermutlich auf den schon bei den Römern praktizierten laubenartigen Weinanbau (vinea camerata) zurückgeht, soll Obst- und Weinanbau betrieben worden sein. Das Hauptanbaugebiet für Wein dürfte aber zwischen Gaustadt und Bischberg in der Flurgemarkung „Weingarten“ gelegen haben.

EulenSpiegel - 01.08.2011 18:47    (0)   
 

Auch der Jahresbericht 2008 …
… des Historischen Vereins Bamberg enthält eine interessante Untersuchung von Peter Ruderich und Gabriele Schöpf über die „Cameradenweinberge und Südterrassen am Bamberger Michelsberg", die den vor über 300 Jahren einsetzenden Niedergang des Weinbaus in Bamberg sehr genau dokumentiert:

Die Begriffe „Camerleiten", „Kammerlatten", „Kamerathen" u. ä., abgeleitet von der provinzialrömischen Reberziehungsart „vinea camerata" .werden im Umfeld der Landesgartenschau zwar recht hochgejubelt; jedoch steht gar nicht eindeutig fest, „ob überhaupt und wenn ja bis wann am Michelsberg Reben nach dieser Technik gezogen wurden“ (S.8) oder ob der Weinberg nicht doch nach seinem Begründer „Konraden“ (1152) benannt wurde.

„Obwohl zeitweise alle Hügel der Stadt Weinberge trugen und die Reben damit zumindest städtebaulich gleichsam als einheitliche Hintergrundkulisse die Bergstadt dominierten, nahm der Weinbau in Bamberg eine herausragende Stellung selbst zu seiner besten Zeit - um 1500 - nicht ein" (S.10).

Etwa ab 1700 gab es eine zunehmende Mischnutzung aus Wein und Obstanbau: „Fast der ganze Hügel, auf dem das Kloster liegt, ist in einen herrlichen Garten verwandelt worden, in welchem Blumen, Gemüse, Reben und Bäume von allerlei Art ... in reizender Manichfaltigkeit miteinander abwechseln" (S.17).

Abt Gallus Brockard klagte1781, „der viele Jahre dahier angehaltene Wein-Mißwachs" sei einer der Gründe für den wirtschaftlichen Abstieg des Klosters (S.17). Selbst der schon damals vorhandene Bedarf an „Essig zur Haltbarmachung von Lebensmitteln und als Putzmittel ... rettete die Michelsberge Weinberge nicht vor einem raschen Niedergang". Und auch Bambergs letzter Fürstbischof Christoph Franz von Buseck fand den Weinberg „wenig nützlich" (S.19).

Nach der Säkularisation 1802 wurde der Obstanbau intensiv gefördert; es entstand eine Streuobstwiese und so diente dann der gesamte Michelsberger Südhang zur vitaminreichen Eigenversorgung des Bamberger Bürgerspitals.

derBamberger - 31.07.2011 12:45    (0)   
 

Gut gebrüllt
Na hoffentlich gibt es nicht noch weitere Superereignisse in Bamberg, zu denen dann wieder jeder Vorwitzige seine Vorstellungen auf Bürgerkosten verwirklichen kann.
Dann hätte auch die Daueraugenwischerei ein Ende.

Danke dem Vorautor, der sachlich die Lage schilderte und den Amateurjournalismus des Ortsorganes auf´s brillianteste enttarnte.

EulenSpiegel - 31.07.2011 12:37    (0)   
 

„BIO-Weinbau“ ???
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Die Augenwischerei wird munter weiter betrieben:

Der Weinbau auf dem "Bamberger Michaelsberg" erfolgt doch gar nicht gemäß der „Verordnung Nr. 834/2007 des EU-Rates vom 28. Juni 2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen“ (Europäische Öko-Verordnung oder EG-Öko-Verordnung); diese Verordnung trat am 1. Januar 2009 in Kraft und ist Nachfolger der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91, die damit aufgehoben wurde.

(Und dass Martin Bauerschmitt jetzt ein „Öko-Winzer“ geworden sei, wäre die absolute Sensations-Meldung für den mainfränkischen Weinbau …)

Kontrolliert Ökologischer/Biologischer Weinbau für Wein aus ökologisch erzeugten Trauben erfordert sowohl eine hohe fachliche Kompetenz, als auch eine hohe Identifikation mit dem biologischen Anbausystem und eine sehr gute, funktionsfähige Betriebsstruktur auf solider betriebswirtschaftlicher Grundlage.
Verboten ist die Anwendung von synthetisch-organischen Fungiziden, Insektiziden, Akariziden (gegen Milben und Zecken) und von leicht löslichem synthetischem Stickstoffdünger!
Hierzu gehören weiterhin Einschränkungen beim Herbizid- und Pflanzenschutzmittel-Einsatz sowie bei der Stickstoff-Düngung. Stattdessen sind Bodenpflege-Systeme mit Leguminosen zur natürlichen Stickstoffversorgung der Reben sowie eine intensive Humuswirtschaft und Mineralisation vorgeschrieben. Als Düngung dienen Stallmist, Trester, Grünschnitt, Bioabfall- und Grünschnitt-Kompost. Desweiteren sind landschaftspflegerische Elemente, Winterbegrünungspflicht und Rotationsbegrünung erforderlich.
Der Wein selbst darf nicht unter Verwendung von genetisch veränderten Organismen (Hefen; Bakterien) ausgebaut werden.
Ökologischer Weinbau wird aktuell zunehmend aus Gründen der Qualitätssteigerung und des Terroirgedankens betrieben: klar abgrenzbare, auf seiner Herkunft beruhende Identität des Weins.
(Vgl. auch: http://www.lwg.bayern.de/weinbau/29433/linkurl_11.pdf)

KlaRa - 31.07.2011 10:38    (0)   
 

I geh a
Trinkst Du schon oder zahlst du noch?

CFRA1 - 31.07.2011 08:32    (0)   
 

Ist das nicht toll ...
Früher musste man Obst noch selbst auflesen und blickte dabei auf eine im Weltkulturerbe gelegene intakte Streuobstwiese.

Heute kann man, dank einer klar strukturierten Monokultur (Rebstöcke), eine Flasche für "über 10€" erwerben.

Ist das nicht toll ?!?

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