Ein archäologischer Schatz kehrt zurück

03.09.2010     inFranken.de

Fund Das "Gundelsheimer Schwert" aus den Sammlungen des Historischen Vereins wird künftig im Rathaus ausgestellt.


Dr. Cornelia Lohwasser legt im Beisein des Ersten Vorsitzenden des Historischen Vereins Bamberg Dr. Norbert Ruß (im Hintergrund) und des Gundelsheimer Bürgermeisters Jonas Merzbacher (rechts) das Bronzezeitliche Schwert in eine dafür eigens angeschaffte Spezialvitrine im Rathaus in Gundelsheim. Foto: Hoch
Der Historische Verein Bamberg stellt der Gemeinde Gundelshein das so genannte Gundelsheimer Schwert aus der Bronzezeit (2200 bis 800 vor Christus) als Dauerleihgabe zur Verfügung. Bevor die Ausleihe durch den Historischen Verein nach Gundelsheim möglich wurde, hat die Gemeinde eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt. Es wurde eine sichere, absperrbare, mit dem Raum verankerten Vitrine aus bruchfestem Glas angeschafft. Für das kostbare Objekt muss die Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55 Prozent betragen, die Raumtemperatur sollte zwischen 18 und 23 Grad Celsius liegen. Direkte Sonneneinstrahlung darf nicht erfolgen.

Das so genannte Gundelsheimer Schwert wird wegen des Fundortes als "Schwert Typ Gundelsheim" bezeichnet. Der stark abgenutzte Griff ist durch drei Wülste gegliedert und mit Strichgruppen und Spiralmustern verziert. Durch die Öse in der Knaufscheibe konnte eine Kordel gezogen werden. Ob diese der Zierde diente oder am Handgelenk befestigt wurde, um einen Verlust der Waffe im Kampf zu verhindern, ist unklar. Durch einen zungenförmigen Fortsatz ist die Klinge mittels zweier Nieten im Griff befestigt. Die Gegend um Gundelsheim zeichnete sich durch eine Vielzahl von Grabhügeln der Bronzezeit aus. Grabhügel waren in der mittleren Bronzezeit eine gängige Form der Bestattung. Der Flurteil Hirschknock beherbergt auch Flachgräber der frühen Urnenfelderzeit (1300 bis 1200 v. Chr.). Der Hirschknock war früher ein bis zu sechs Meter hoher Sandrücken, der durch Abbau nahezu abgetragen wurde. Das Fundmaterial aus elf dieser Gräber ist wissenschaftlich untersucht und veröffentlicht worden.

Das Gundelsheimer Schwert wurde zufällig um Pfingsten 1905 entdeckt, als ein Weichendorfer Bauer eine Fuhre Sand vom Hirschknock holte. Von hier gelangte es in die Sammlungen des Historischen Vereins Bamberg. Der Historische Verein unterhält eine große Prähistorische und Archäologische Sammlung seit 1830, also seit einer Zeit in der es noch keine staatliche Denkmalpflege und Sammlungen gab. Die Leitung dieser Sammlung hat derzeit Dr. Cornelia Lohwasser, die an der Universität Bamberg als Archäologin tätig ist.




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