Alt-OB Lauer: Hallen-Pleite war vorhersehbar
10.08.2010
Von: Michael Wehner ![]()
Jako-Arena Für den früheren OB und Präsidenten der Brose Baskets, Herbert Lauer, liegen die Ursachen des Hallen-Desasters in Bamberg auf der Hand: Die Abtrennung des Kauflands und Fehler bei der Erweiterung führten in den Ruin. Peter Klappan und Sparkassenvorstand Mast widersprechen ihm.

Seit 2005 sind Kaufland und Jako-Arena getrennt. Eine Ursache für den wirtschaftlichen Niedergang? Foto: MW
Welche Gründe gibt es aus seiner Sicht, weshalb die Stadt neun Jahre nach der Eröffnung des Forums Bamberg nun mit einem Millionenloch zu kämpfen hat? "Als der Stadtrat den damaligen Supermarkt trotz innenstadtrelevanter Sortimente genehmigte, war uns immer bewusst, dass der private Betrieb einer Halle nur dadurch funktionieren kann, dass das Kaufland als profitables Standbein Einnahmen möglich macht. Ohne diesen Doppelnutzen hätte das Kaufland keine Genehmigung bekommen." Doch genau diese Verbindung von profitablem und defizitären Sektor wurde 2005 von Peter Klappan aufgelöst, der den gesamten Komplex von der BFG-Bank in Frankfurt erworben hatte. Klappan löste den Supermarkt heraus und verkaufte ihn. "Dies war nicht genehmigungspflichtig, sonst hätten wir es nicht akzeptiert", sagt Lauer heute dazu.
Peter Klappan wies die Darstellung von Herbert Lauer als unzutreffend zurück. "Die seinerzeitige Teilung des Objektes haben wir deswegen vorgenommen, um den Basketballern ihre Spielstätte zu günstigsten Konditionen zukommen zu lassen. Sie war eigentlich fast geschenkt. Die Gründe für die Insolvenz der Sabo GmbH sehe ich ganz woanders", teilte Klappan auf Nachfrage mit. Die von Lauer genannte Kaufsumme von 850 000 Euro für Sabine Günther wollte er nicht bestätigen.
Schützenhilfe bekommt der Bamberger Investor von Sparkassenvorstand Axel Mast. Die damalige Lösung sei nicht der Grund für die heutigen Probleme der Arena. Nur der gute Preis für das Kaufland habe den niedrigen für die Halle ermöglicht, meint Mast. "Ich glaube nicht daran, dass sich Anleger für einen Fond gefunden hätten, in dem sich neben dem Supermarkt auch eine Multikfunktionshalle befunden hätte."
Trotz der Schuldenlast von 4,4 Millionen Euro bleibt Lauer zuversichtlich, dass es an der Forchheimer Straße weitergeht. "Alles andere würde die Arbeit von einem ganzen Jahrzehnt zerstören." Seine Zuversicht gründet sich vor allem auf die Tatsache, dass die Halle allen Querelen zum Trotz gut da steht. "Die Spiele der Brose Baskets sind meist ausverkauft. Allein durch die Besucher kommen 1,7 Millionen Euro im Jahr zusammen." Mehr über den Streit im HIntergrund und Möglichkeiten zur Rettung der Halle lesen Sie im Fränkischen Tag.
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