400 Menschen trommeln im E.T.A.-Hoffmann-Theater für Senegal
15.10.2011 Ort: Bamberg Von: Marion Krüger-Hundrup
Kulturfest Anlässlich der zentralen Feier zum Sonntag der Weltmission in Bamberg luden Erzbischof Ludwig Schick und missio-Präsident Pater Eric Englert zu einem Abend der Begegnung ins E.T.A.-Hoffmann-Theater. Die Besucher erlebten Afrika hautnah.
800 Hände schlugen im Rhythmus, den Max Bousso und seine Band vorgaben. Es kochte im altehrwürdigen E.T.A.-Hoffmann-Theater. Trommeln für den Senegal war angesagt. Für das westafrikanische Land, das 2011 im Mittelpunkt des Sonntags der Weltmission steht. Und dieser Sonntag wird für ganz Deutschland in Bamberg ausgiebig gefeiert. Weil das Erzbistum Bamberg mit der senegalesischen Diözese Thiès eine vorbildliche Partnerschaft pflegt, hat das Päpstliche Missionswerk missio die Feierlichkeiten auch hier verortet.
"Téranga" stand über diesem Abend der Begegnung im Theater. "Téranga" bedeutet im Senegal "Gastfreundschaft erleben". Und in der Tat erwiesen sich Erzbischof Ludwig Schick und missio-Präsident Pater Eric Englert als aufmerksame Gastgeber, die ihren Gästen ein Programm für alle Sinne boten: traditionelle Rhythmen auf der Trommel eben, aber auch gregorianischen Choral mit Kora (Harfe) von einem Mönchschor aus dem senegalesischen Benediktinerkloster Keur Moussa, temperamentvolle Tänze aus dem Musical "Afrika, Afrika".
Dazu authentische Blicke hinter die Kulissen der missio-Projekte im Senegal durch Interviews mit Projektpartnern, Kurzfilme, und zum Abschluss kulinarische Genüsse aus der Küche Senegals wie Hühnerkroketten auf Hirselaibchen, gebackene Yam-Bällchen oder Djindja-Creme aus Ananas, Ingwer und kandierten Limetten.
"Eine Art Liebesbeziehung"
Kein Wunder, dass Erzbischof Schick von "einer Art Liebesbeziehung" sprach, die er zum Senegal geknüpft habe. Pater Englert versteht "auf dieser globalen Welt die Menschen Senegals nicht nur als Nachbarn, sondern als Schwestern und Brüder". Ehrengast Kardinal Théodore-Adrien Sarr, Erzbischof von Dakar, hörte diese Worte gern. Und weitete sie aus auf die muslimische Mehrheit im Senegal, mit der die fünf Prozent Christen "in Frieden leben können".
Schick, Englert und der Kardinal tauschten sich aus über den ansteckenden Optimismus der senegalesischen Christen, über ihre fröhliche Art Gottesdienst zu feiern und dynamisch Probleme anzugehen.
Vor allem Bildungsarbeit
Marita Schmid, missio-Auslandsreferentin für Westafrika, berichtete über die "partnerschaftliche, nachhaltige Hilfe", die missio in zwanzig Projekten im Senegal leiste. Bildungsmaßnahmen sind ein wesentlicher Schwerpunkt, aber auch die Ausbildung von Katechisten oder Multiplikatoren, die in Schulen über HIV/Aids-Prophylaxe aufklären. In farbenfrohe Landeskleidung gehüllt, erzählte Marie Thérèse Dasylva über ihre Arbeit für benachteiligte Frauen im Sozialzentrum "Les six jarres" in Kolda: "Wenn du eine Frau ausbildest, bildest du eine ganze Nation", laute ihre Devise.
Erzbischof Schick brachte das Fundament aller weltkirchlichen Aufgaben ins Spiel: "Jesus und sein Evangelium, das so gut ist, dass wir es den anderen anbieten dürfen." Dazu passt auch das Motto des Sonntags der Weltmission: "Macht Euch auf und bringt Frucht".
Sonntag der Weltmission
Der Sonntag der Weltmission wird seit 1926 weltweit begangen und ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken.
Der zentrale Festgottesdienst wird am 23. Oktober um 9.30 im Bamberger Dom gefeiert. Zelebranten sind Erzbischof Ludwig Schick, Kardinal Théodore-Adrien Sarr, Pater Erich Englert und weitere Priester aus dem Senegal.
In der Ostkrypta des Domes ist ab 17. Oktober bis zum 8. Januar eine Installation zu erleben, die den Senegal vorstellt: "Freundschaft leben und die Welt tut sich auf".
Am 20. Oktober wird um 16 Uhr im Klinikum am Bruderwald eine Ausstellung mit Karikaturen zu Afrika und Europa eröffnet: "Alle in einem Boot"
Am 22. Oktober soll die Austraße von 11 bis 15 Uhr ein Stück afrikanisches Flair atmen. Der Senegalese Max Bousso sorgt mit seinen afrikanischen Trommeln für die nötige Stimmung.
Am 22. Oktober startet ab 20 Uhr im Jugendkulturtreff IMMER HIN, Dr.-von-Schmitt-Str. 20, eine deutsch-senegalesische Jugendnacht. Auch dort bietet Max Bousso Live-Musik.
Weitere Veranstaltungen unter www.eo-bamberg.de
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