Bamberg sagt "ja, aber" zur Flutlichtanlage

27.10.2009   Ort: Importartikel     inFranken.de

Regionalliga Es war eine salomonische Entscheidung, die Bambergs Finanzsenat fällte: Sie bedeutet, dass die Stadt die Flutlichtanlage im Stadion bauen und den Zwangsabstieg des FC Eintracht verhindern wird. Voraussetzung ist aber die Zahlungsfähigkeit des Vereins.


Der Finanzsenat hat die Regionalligatauglichkeit des Stadions mit seinem Beschluss gesichert: Die Flutlichtanlage im Fuchsparkstadion kommt, wenn auch der FC Eintracht seinen Beitrag leistet. Foto: sportpress

Die Mehrheit im Finanzsenat der Stadt Bamberg hat ihren Beitrag geleistet, dass der FC Eintracht auch in der kommenden Saison in der vierten Liga spielen kann, sollte der ersten Mannschaft der Klassenerhalt gelingen.
Gegen die Stimmen von GAL-Fraktion und Bürger-Block votierten die Räte dafür, die ca. eine Million Euro teuere Flutlichtanlage nach dem Contracting-Modell mit den Stadtwerken zu finanzieren. Dies bedeutet in den nächsten 25 Jahren eine jährliche Belastung in Höhe von 62.000 Euro für die Stadt Bamberg.
Auch der Verein FC Eintracht muss einen erklecklichen Beitrag leisten. Der Vertrag sieht eine Zahlung von 200 000 Euro in den ersten fünf Jahren vor sowie ein über zehn Jahre erhöhtes Nutzungsentgelt in Höhe von 5000 Euro. Als Klausel wurde in dem Beschluss auf Antrag von Dieter Weinsheimer (Freie Wähler) zusätzlich aufgenommen, dass der Verein die erste Rate von 78 000 Euro zum 1. Dezember 2009 auf den Tisch gelegt haben muss. Erst dann soll der Vertrag vollzogen werden, die Ausschreibung für die Masten erfolgen.
In der Debatte kritisierte vor allem die Sprecher der Grünen und des Bürger-Blocks die erhöhten Kosten, die durch das Finanzierungsmodell entstehen, das einem Leasing-Verfahren gleicht. „So kostet uns das Flutlicht ja 1,5 Millionen Euro“, warf Christina Keidel vom Bürger-Block den Planern vor. „Das Geld haben wir nicht.“ „Ärgerlich“ zeigte sich auch Peter Gack von den Grünen über die „scheibchenweise Sanierung des Stadions“. Durch die Zerstückelung des Betrags auf 25 Jahre werde die Flutlichtanlage künftigen Generationen aufgebürdet, sagte Gack und forderte, einen Einsparvorschlag auf Seiten der Landesgartenschau zu machen, wenn das Geld für das Flutlicht ausgegeben werden soll.
Zustimmung, wenn auch mit der Einschränkung der pünktlichen Ratenzahlung, kam von den Fraktionen der CSU, der SPD, der Freien Wähler und der FDP-BR-Fraktion. „Wer A und B gesagt hat, muss auch C sagen und das heißt in diesem Fall Contracting“, sagte Helmut Müller (CSU). Müller: „Keiner will schuld daran sein, dass man den FC aus diesem Grund absteigen lässt.“
Ein Bekenntnis zum Stadionausbau, der auch ohne den FC Eintracht sinnvoll und wertvoll sei, legten Klaus Zachert und Heinz Kuntke (SPD) ab. Die Stadt habe das Stadion jahrelang vernachlässigt und den Bauunterhalt versäumt, so dass es nun einen Investitionsstau gebe.
Auf das Wohlwollen der SPD und der FDP stieß der Vorschlag der Freien Wähler, die Erfüllung des Vertrags von der pünktlichen Leistung der ersten Rate abhängig zu machen, die am 1. Dezember erfolgen muss. Weil sich das Verfahren nach dem Beginn einer Ausschreibung nicht mehr stoppen lässt, soll erst nach der erfolgten Zahlung wirklich mit dem Projekt begonnen werden.
Zwar ist der Zeitplan von Anfang Dezember bis Ende August relativ knapp, wie die Verantwortlichen der Bauplanung einräumten, aber dennoch machbar. Unterm Strich rechnen die Experten vom Beginn der Ausschreibung bis zum Start der funktionstüchtigen Anlage mit acht Monaten Planungs- und Bauphase. Dies müsste funktionieren, sagte ein Beobachter nach der Sitzung des Finanzsenats: Denn Flutlicht sei auch nach den Auflagen des DFB erst im Herbst erforderlich, da die Spiele um 19 Uhr beginnen.
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