Verkehrte Welt in Stangenroth

05.02.2012   Ort: Stangenroth  Von: Peter Rauch  Saale-Zeitung

Fasching Stangenroth — Die Minischlümpfe mit der kleinen Garde, genauso wie ihre großen Vettern, die "Sänger-Schlümpfe", haben bei der Stangenröther Fosenocht einen Vertrag auf Lebenszeit. Denn wie sagte der Bürgermeisterschlumpf Hilmar Arnold kurz vor der Elferratssitzung: "Wenn ich Fasching net dabei sein kann, dann bin ich krank."


Das Männerballett, einmal nicht als Schwanentanz bärtiger Gesellen, war Höhepunkt der Sitzung. Fotos: Rauch
Worauf Rosaschlumpf Manfred Arnold nur mit einem warm gehauchten "helau, ja so geht`s mir auch" antworten konnte. Dann stimmte Sitzungspräsident Niklaus Krämer auf "seinem Revier" die Ortsbevölkerung auf den Fasching ein. Die Rhön-Festhalle war zu einer riesigen Polizeiwache umfunktioniert worden "wegen der vielen Einbrüche im Ort", wie der Präsident wissen ließ. Dabei stand aber so manches Kopf.
So sind die Männer in Stangenroth Marionetten, zumindest beim Männerballett. Und wegen der schon erwähnten "Einbruchserie" wurde unter Stabsfeldwebel Manuela Metz sogar eine Hausfrauenkompanie gegründet.
Aber was wäre diese Faschingsveranstaltung ohne die zugereisten Akteure? Dann gäbe es nicht Manuela und Manuela Metz (die beiden tragen denselben Vor- und Nachnamen und können daher nur durch den Zusatz "einheimisch - die aus Oberfranken" unterschieden werden). Als Oma und Opa gönnten sie sich einen vergnügten Abend in einer Kissinger Disco.
Auch Annegret Winter ist kein Rhöner Kind, und dennoch tritt die gebürtige Rheinländerin bereits seit Jahrzehnten im Rhöner Fasching des TSV Stangenroth auf. Vor rund 25 Jahren wurde sie hier heimisch "und noch immer liegen mir die Faschingsgene im Blut" sagt sie und fügt etwas schelmisch an, dass sie ihren Part mit Bettina Faber nur zweimal geprobt hat. "Das ist eben der Kick, auch wenn wir uns schon seit November Gedanken über unser Programm, als tratschende Dorfweiber, gemacht haben.
Absoluter Höhepunkt war aber das Männerballett. Sie zeigten nicht den üblichen "Schwanentanz bärtiger Gesellen", sondern agierten als Schnur-Marionetten. Und als ein böser Mensch die Schnüre durchtrennte, kam die zweite Garde zum Einsatz, die an überdimensionierten Schlüsseln auf dem Rücken aufgezogen wurde.



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