Narren gaben nochmal richtig Gas

21.02.2012   Ort: Diebach  Von: Gerd Schaar  Saale-Zeitung

Faschingszug Eine Riesengaudi war der Diebacher Faschingsumzug am Dienstag. Rund 5000 närrische Zuschauer ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen. 40 originelle Fußgruppen und Motivwagen nahmen auf dem Heerweg und in der St.-Georg-Straße Aufstellung und zogen dann durch den Ort.


Als Buntstifte in allen Größen begeisterte der örtliche Kindergarten das närrische Publikum am Wegesrand. 40 originelle Fußgruppen und Motivwagen zogen gestern bei schönstem Straßenkarnevalwetter durch Diebach. Fotos: Gerd Schaar
Ein letztes Mal hatte Zugmarschall Klaus Brandenstein die Gelegenheit, vom Fachwerkhaus der ehemaligen Raiffeisenbank aus zu moderieren - soll doch das Gebäude noch heuer abgerissen werden.
Nicht fehlen durfte die heimische Blasmusikkapelle aus Diebach, die sich als Holzfäller zum Thema Rechtlerholz präsentierte. "Unseren Wald legen wir an die Ketten - sonst müssen wir um unser Holz noch betteln!" hatten die Floriansjünger von der Diebacher Wehr auf ihrem Motivwagen stehen. Damit wiesen sie ebenfalls auf den Disput zwischen den Holzrechtlern und der Stadt Hammelburg hin.

Das fünfte Mal dabei


"Wir sind das fünfte Mal dabei", erzählte der Diebacher Dominic Hugo. Seine Familie, Verwandte und Bekannte haben fleißig geholfen bei der farbenfrohen Ausgestaltung des Motivwagens. "Wir Indianer müssen gehn - Kalli will jetzt Wohnmobile sehn!", lautete ihr Motto im Hinblick auf den geplanten Reisemobilstellplatz.
"Wir spielen damit auf die Großveranstaltungen mit Mayas und Azteken auf dem Forellenhof an, die es noch vor wenigen Jahren Auftritte gab", bedauerte Hugo den Wandel. Zusammen mit Kurt Heid und Alexander Schaub legte er letzte Hand an beim Aufbau des Motivwagens.Auch das in Westernmanier abgefasste Schild mit der Suchaufforderung "Kalli wanted Reward", womit Karl-Heinz Reuß vom Forellenhof gemeint ist, wurde noch schnell montiert.

Alles selbst genäht


Als Indianer fanden auch Dominics Vater Richard und Ehefrau Maika samt der Zwillingskinder Kimi und Lenn Platz auf dem Motivwagen. Hugos Schwester Anna, Kerstin Schaub mit Tochter Emma und Beate Becker gingen lieber zu Fuß neben dem Wagen und warfen Bonbons. Die originalgetreuen Indianerkostüme haben die Frauen selbst genäht.
"In früheren Jahren waren wir schon als Kelten, Fledermäuse, Löwen und als Biene Maja im Diebacher Faschingszug zu sehen", berichtete Dominic. "Bis zu drei Wochen Vorbereitungszeit planen wir jedes Jahr ein - doch es lohnt sich für uns", ergänzte Maika.

Kartoffelacker statt Rasen?


Die Fußballer des SV machten auf ihr Problem mit dem Wasserwirtschaftsamt wegen des Spielrasens aufmerksam. "Statt Trainingsplatz lieber einen Krummbeerplatz", war daher zu lesen. Mit "Ab ins Beet" spielte eine Fußgruppe auf die TV-Tauglichkeit von Diebacher Anwohnern an. Eine weitere Fußgruppe kam als lebende Salzkörner mit dem Hinweis, dass Diebach vor etlichen Jahrhunderten ein wichtiger Handelsort für Salz war. Und der Burschenverein ließ sein Urlaubsjubiläum aufleben.

Viel Applaus für die Nonnen


Mit Begeisterung dabei waren auch die jüngsten Jecken. So begleiteten etwa 70 lebende Buntstifte in Kinder- und Erwachsenengröße den Gaudiwurm. Die Stifte kamen aus dem Diebacher Kindergarten. Ein Augenschmaus waren auch die Sahneschnittchen und die "Hufte-Wackler" (ohne ü) aus Madagaskar. Viel Applaus bekamen die lustigen Nonnen aus dem Kloster Saaletal, die auf die TV-Serie "Um Himmels willen" anspielten. Weitere Gruppen und Wagen, die schon in anderen Umzügen zu sehen waren, kamen aus dem näheren Umkreis, zum Beispiel aus Morlesau, Windheim oder Völkersleier.



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