Menschen suchen, finden und retten

21.07.2011   Ort: Elfershausen     Saale-Zeitung

Ehrenamt "Dana ist ganz und gar familientauglich", lobt Anja Schneider ihre Golden-Retriever-Hündin. Und das ist auch gut so, denn sonst könnte sie nicht bei der Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes mitmachen.


Anja Schneider mit der jungen Golden-Retriever-Hündin Dana auf dem Übungsparcours. Der Vierbeiner muss den Gang über schmale Gerüstbretter und auch wacklige Leitern meistern, um für ein vergleichbares Szenario im Ernstfall gerüstet zu sein. Foto: Schaar
"Der Rettungsdienst ist eine Charaktersache, sowohl für den Hund als auch für den Halter", ist sie stolz, mit ihrer Hündin dazu zu gehören. Würde Dana jemanden beißen, dann wäre es sofort vorbei mit dem Rettungsdienst - und zwar für immer.
Zwei Mal pro Woche trainieren die beiden miteinander. "Wäre ich in einem Sportverein, würde mich das ähnlich viel Freizeit kosten", winkt sie ab. Ihr Partner sei voll und ganz damit einverstanden und ebenfalls schon "auf den Hund gekommen". In Sachen Tierliebe kennt sie keine Kompromisse. "Sonst wären wir nicht zusammen", macht sie deutlich.
Ihre junge Hündin habe schon nach einem Jahr viel gelernt - auch dank der Kameraden aus der Staffel. Doch so sicher und elegant wie zum Beispiel Chip, der Golden Retriever des stellvertretenden Staffelleiters Erich Mock, ist Dana noch nicht.

Über schmale Bretter


"Wir nutzen den Spieltrieb des Hundes für unsere Übungen", erklärt Anja Schneider. Auf dem Übungsparcours muss Dana zum Beispiel den Gang in luftiger Höhe über schmale Gerüstbretter und auch wacklige Leitern meistern. Diese Szenarien werden für den Ernstfall immer wieder geprobt.
Meist kommt der Rettungshund bei der Suche nach Menschen in offenem Gelände oder im Wald zum Einsatz, selten auch im Wasser. In der Regel handelt es sich dabei um demente Personen oder Verunglückte.

20 bis 30 Einsätze pro Jahr


Seit nunmehr 20 Jahren gibt es die Rettungshundestaffel des Kreises. Aktuell besteht sie aus 15 Haltern und 20 Hunden, an ihrer Spitze steht Heiko Rittelmeier. Etwa 20 bis 30 Mal pro Jahr rücken die Teams mit ihren Vierbeinern in der heimischen Region oder in den Nachbarlandkreisen Schweinfurt, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld und Haßberge aus. "Eine gute Zusammenarbeit gibt es mit den Feuerwehren, dem Technischen Hilfsdienst, der Bergwacht und der Wasserwacht", breichtet Heiko Rittelmeier.
Hund und Halter müssen auf ihren Job gut vorbereitet sein. Der Mensch muss eine umfassende Sanitätsausbildung absolvieren, inklusive Erster Hilfe für das Tier, sowie über Kenntnisse in Geländeorientierung einschließlich GPS-Navigation und Trümmerkunde verfügen. Beim Hund ist vor allem ein gutmütiges Wesen Voraussetzung, auch fremden Personen und anderen Hunden gegenüber.
Der Golden-Retriever Chip von Erich Mock hatte 2007 in einem spektakulären Fall eine vermisste Person lebend gefunden. "Das ist stets ein besonderer Anlass zur Freude bei uns in der Staffel", sagt Rittelmeier. Bis Dana zu solchen Ernstfalleinsätzen antreten kann, muss sie aber erst zwei bis drei Jahre Ausbildung hinter sich haben.

Interessenten willkommen


Das Rote Kreuz freut sich, wenn sich weitere Interessenten für die Rettungshundestaffel melden. Ansprechpartner sind die örtlichen BRK-Bereitschaften. "Die Hunderasse ist egal. Doch sollte man bedenken, dass der Hund mitunter auch getragen werden muss, um ihm zum Beispiel das Laufen auf Splittern oder heißen Brandflächen zu ersparen", erläuterte Rittelmeier. Daher sollte er also nicht übermäßig schwer sein .



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