Letzte Abiturfeier eines G9-Jahrgangs

03.05.2011   Ort: Münnerstadt     Saale-Zeitung

Abschied An kuriosen Erscheinungen fehlt es heuer beim doppelten Abiturjahrgang nicht. Doppelt betroffen, neben zwei weiteren Familien am Schönborn-Gymnasium, sind beispielsweise die Hillenbrands aus Reichenbach. Jan hat seine Schulausbildung (G9) erfolgreich hinter sich, sein Studien- und Berufsziel ist Chemie.


Besondere Leistungen wurden mit Sonderpreisen bedacht, von links: Förderverein-Vorsitzender Dr. Thomas Reuß, Esther Frank, Anna Kaziev, Hannes Hagen, Johannes Behr,Tina Weberbauer, Marion Dörr, Maximilian Körnig, Isabel Seith, Susanne Sauer, Ann-Christin Reif, Cosima Raps, Victoria Nöth, Schulleiter Hans Dietrich Unger.Nicht im Bild: Fabienne Dünisch, und Phillip Beckenbauer.
Oliver, für den am Mittwoch der G8-Abiturmarathon beginnt und der deswegen schon ein wenig Bauchgrimmen hat, hat sich als Berufswunsch den Medien (Film, Fernsehen) verschrieben.
Eltern Susanne und Lothar Hillenbrand: "Es war und ist schon eine Gewaltleistung, die uns ins Haus steht. Die erste Hürde ist genommen, jetzt folgt die zweite. Das mit der G8 war schon ein wenig viel auf einmal, was denen aufgepackt wurde."

Hauptpersonen fehlten


Als die Abiturfeier in der Aula des Schönborn-Gymnasiums am Montag beginnen sollte, bereiteten die Schüler der Q 11 appetitliche Häppchen, Kuchen, Getränke vor. Sekt wurde schon eingeschenkt, auf Anordnung der Schulleitung alkoholfreier. Die Hauptpersonen aber fehlten noch.
Dann aber kamen sich doch noch vom Gottesdienst. In der vollbesetzten Aula begrüßte Kollegstufenbetreuer Fridolin Remmler, hieß Abiturienten, Eltern, Ehrengäste, Lehrkörper willkommen.
Oberstudiendirektor Hans Dietrich Unger brachte Zukunftsvisionen aus seinem Abiturjahr 1967 zur Sprache, damals alles Denken und Planen beherrschend. Heute? Gegenwind, die Erkenntnis der unbeherrschbarer Techniken. "Neuerungen sind gut, wenn sie sich über längere Zeit bewähren!" Er beendete seine Ausführungen, und Glückwünsche mit dem Zitat und Appell: "Nicht nach Vergangenem zurücksehnen, aber Gemächlichkeit, Beständigkeit wünschen und leben!"
Junge Gesangskünstler aus der Abi-Riege, Esther Frank und Maximilian Körnig, bringen sehr gekonnt, am Flügel begleitet von Marius Braun , das Duett "Halleluja", mit tosendem Beifall bedacht.
Landrat Thomas Bold begann sein Grußwort mit einem Hinweis auf das eben gehörte Lied : "Was sollte die Stimmung, die Feierlichkeit, die Würde des Anlasses besser ausdrücken als dieses Lied!" Weiter führt Bold an, dass das bestandene Abitur sicherlich alle bewegt, Erleichterung und berechtigter Stolz vorherrschen, am wenigsten lange Grußworte dazu passen. "Bewahren Sie sich die geistige Unabhängigkeit, zeigen Sie soziales Engagement in der Gesellschaft. Auch Dankbarkeit zeigen ist angesagt, das Besondere würdigen, in Erinnerung behalten, denn es war der letzte G9-Jahrgang."

"Sie haben durchgehalten"


Bürgermeister Helmut Blank: "Der Abiturausweis, den sie gleich erhalten, ganz unabhängig von der Zahl vor oder hinter dem Komma, sagt am meisten aus über eine ganz entscheidende Kompetenz, die Sie besitzen: Sie haben durchgehalten!" Angesichts des demografischen Wandels sowie einer zusammenwachsenden Welt seien die Aussichten, einen guten Job zu bekommen und persönliche Ziele zu erreichen, besser als für die Generation kurz zuvor. "Seid stolz auf eure Leistungen, geht die Zukunft offensiv und optimistisch an, gestaltet euer Leben eigenverantwortlich - und handelt klug!" riet Bürgermeister Blank den erfolgreichen Abiturienten.
Als Vertreter des Elternbeirates brachte Dr. Hans-Peter Pfeuffer, selbst Vater eines Abiturienten, in einer sehr sachlichen, aber gleichzeitig heiteren Sichtweise Vorteile und Nachteile, Für und Wider, bewährten Erfolg und zu beweisende Zweckmäßigkeit, die Freiheiten bzw. Un-Freiheiten für Schüler und Lehrkörper, der Schulsysteme G9 und G8 zum Ausdruck. Diese Schüler, Eltern und Lehrkräfte berührende Darstellung wurde von allen Seiten mit überwältigendem Beifall bedacht, hier hatte einer der ihren aus ehrlichem Herzen und tiefer Seele gesprochen!
Dann kamen die Abiturienten zur Entgegennahme der Reifezeugnisse. Diesmal verstärkt durch eine Dreingabe in Form eines Bocksbeutels mit Sonderabfülleng edlen Frankenweines, Spätlese aus Ramsthal.Eine Anspielung auf die Letzten der G9-Abgänger, sicherlich ein wertvolles Andenken.
Allerdings fehlten fünf an der Gesamtzahl der Abiturienten, sie hatten an diesem Tag schon ihr Studium begonnen. Für herausragende Leistungen wurde von Dr. Thomas Reuss, dem Vorsitzenden des Fördervereins "Freunde des Schönborn-Gymnasiums" eine ganze Reihe Ex-Gymnasiasten und Gymnasiastinnen mit zusätzlichen Preisen und Förderungen gewürdigt: Nicht auf Anhieb funktionierte die geplante Foto-Schau; also sprang der Schulchor nochmals in die Bresche und pushte die Versammlung mit einem swingenden, singenden, sehr rhythmisch, tänzelnd und schnippend vorgetragenem Song.
Auch das vorgesehene Gruppenfoto des immerhin letzten Abiturjahrgangs nach G9-Muster ging irgendwie im Getümmel unter.



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