Kälte legt Autos lahm

06.02.2012   Ort: Bad Kissingen  Von: Sabine Herteux  Saale-Zeitung

Minusgrade Der extreme Winter hat unsere Region fest im Griff. Auch unsere Autos haben zu kämpfen. Autohäuser in Bad Kissingen wissen, wie der eigene Pkw in Fahrt bleibt.


Verkäufer Bernd Hübner (Autohaus Gaul & Klamt) hilft einem liegen gebliebenen Auto auf die Sprünge. Bei diesen frostigen Temperaturen machen vor allem ältere Autobatterien schlapp. Ein Starterkabel emfpiehlt er immer mit an Bord zu haben. Foto: Sabine Herteux
Da überwindet und quält man sich bei dieser sibirischen Kälte schon aus dem Haus, steckt frierend und schlotternd den Schlüssel ins Zündschloss und was passiert? Nichts! Das Auto springt nicht an. Es scheint fast so, als würde es sich schlichtweg weigern, sich in dieser kalten Jahreszeit nur einen einzigen Zentimeter fortzubewegen. Temperaturen bis zu Minus 20 Grad machen nicht nur uns zu schaffen, auch unsere Autos können an ihre technischen Grenzen geraten.
Die Pannenhilfe vom ADAC hat in diesen Tagen viel zu tun. Wer sie telefonisch erreichen möchte, braucht Geduld. Auch die umliegenden Autohäuser in Bad Kissingen bekommen die eiskalten Temperaturen zu spüren. "Wir haben viel mehr Anrufe, viel mehr Liegenbleiber und viel mehr Batterien, die wir verkaufen", erklärt Julia Metz, Service-Assistentin bei Auto-Center Kluske. Dort herrscht angesichts der beißenden Kälte seit letzter Woche Hochbetrieb. Viele Batterien geben ihren Geist auf, vor allem die etwas in die Jahre gekommenen Exemplare machen schneller schlapp. Oft müssen sie ausgetauscht werden, manchmal reicht aber auch eine Starterhilfe. Springt das Auto nicht an, sollten Autofahrer auf keinen Fall versuchen, es mit einem Abschleppseil selbst wieder zum Laufen zu bekommen. "Man weißt ja nicht, ob es wirklich die Batterie ist", warnt Service-Leiter Alexander Emmerling. Er empfiehlt deswegen den direkten Gang in die Werkstatt seines Vertrauens.
Im Autohaus Gelder & Sorg ist der Betrieb trotz der bitterkalten Temperaturen bisher noch eher ruhig. Auch beim Autohaus Gaul & Klamt hält sich der Ansturm in Grenzen. "Es ist jetzt nicht so, dass die Kunden uns die Bude einrennen", meint der Verkäufer Bernd Hübner.
Damit das Auto und sein Besitzer möglichst unbeschadet und ohne technische Zwangspause durch den Winter kommen können, rät Hübner vor allem eins: "Rechtzeitig testen lassen." Dann könne überprüft werden, ob genügend Frostschutz im Kühlsystem und in der Scheibenwischanlage ist und wie es mit der Leistung der Batterie bestellt ist. Und: "Bei Kurzstreckenfahrten sollte man das Radio auch einfach mal ausmachen." Kurzstrecken mögen Batterien nämlich ohnehin nicht so gerne, da sich das Stromaggregat dabei nicht ausreichend nachladen kann.

Starterkabel ist ein Muss


Was jetzt in keinem Auto fehlen sollte, sind Überbrückungskabel, Eiskratzer und Frostschutz, empfiehlt Hübner. Zusätzlich rät er außerdem zu einer Wolldecke. Falls das Auto mal stillsteht.
Auf eine Autowäsche sollten Autofahrer bei diesen Temperaturen dagegen tunlichst verzichten. Vor allem, wenn das Auto nicht in einer Garage parkt, sondern draußen auf der Straße steht. Sonst muss mit eingefrorenen Türen, Schlössern und Scheiben gerechnet werden - wissen alle drei Autohäuser zu berichten.
Im Gegensatz zu Fahrern von Benzinern, sollten Diesel-Fahrzeugbesitzer an der Tankstelle immer gezielt nach der Frostschutzgrenze fragen. Inzwischen wird Winterdiesel mit speziellen Additiven angeboten, der bis zu Minus 35 Grad aushält.

Wenn der Diesel streikt:
Vorsorge Fahrern von Diesel-Fahrzeugen rät der Automobilclub von Deutschland (AvD) den Tank möglichst immer voll gefüllt zu halten. Steht keine Garage zur Verfügung, sollte man das Fahrzeug nachts möglichst windgeschützt parken. Bei Motoraussetzern muss der Fahrer auf das Versagen von Lenkungs- und Bremsverstärker vorbereitet sein.
Aufwärmen Einmal eingefroren, hilft nur das Abstellen in einem warmen Raum. Dann verflüssigt sich der Diesel wieder.


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