Gefahr für Mensch und Tier

10.02.2012   Ort: Landkreis Rhön-Grabfeld  Von: Hanns Friedrich  Saale-Zeitung

Fuchsräude Hunde- und Katzenbesitzer sollten ab sofort ganz besonders auf ihre Lieblinge achten. Die Fuchsräude ist nämlich auch im Landkreis Rhön-Grabfeld auf dem Vormarsch. Darauf verweist Manfred Schauer, Jagdberater bei der unteren Jagdbehörde am Landratsamt Rhön-Grabfeld in Bad Neustad. Inzwischen gibt es viele Meldungen aus dem Landkreis, die besagen, dass von den Jägern erlegte Füchsen die Fuchsräude hatten.


Ein von der Räude befallener Fuchs. Die Auswirkungen der Krankheit sind sehr gut zu erkennen. Foto: Manfred Schauer

Die Fuchsräude wird durch die 0,2 bis 0,6 Millimeter große Sarcoptes-Milben verursacht. Neben Säugetieren wie unter anderem Katze und Hund, kann auch der Mensch befallen werden. Vor allem aber tritt die Seuche beim Fuchs auf. Wie Schauer erläutert, sind die Milben Parasiten, die sich bei ihrem Opfer regelrechte Gänge durch die Haut graben.
Bei befallenen Füchsen erkennt man im fortgeschrittenen Stadium kahle Stellen am Kopf, am Rücken und an der Lunte. Die Krankheit verläuft beim Fuchs in der Regel bei fortschreitender Abmagerung tödlich. Manfred Schauer: "Es ist wahrscheinlich, dass die Erkrankung in der Zukunft in ganz Deutschland auftreten wird, wenn es nicht gelingt, die Fuchspopulation zu verringern."
Dieser Entwicklung könne durch eine fortgesetzt starke Bejagung der Fuchsbestände entgegengewirkt werden, dazu sei die gesamte Jägerschaft aufgerufen. Der Jagdberater nennt auch die Gefahr einer Ansteckung von Haushunden und Katzen. Hier ist es derzeit wichtig, dass diese an die Leine genommen werden. Besonders gefährdet sind streunende Hunde, die sich abseits der befestigten Wege und im Wald bewegen. "Wo mit vielen Hunde gassi gegangen wird, besteht die Gefahr nicht in dem Ausmaß, da der Fuchs hier wahrscheinlich nicht einbricht."
Manfred Schauer erwähnt auch die Gefahr einer Ansteckung für Menschen. Diese dürfe keinesfalls unterschätzt werden, denn nach der Infizierung zeige sich nicht gleich eine Reaktion. In diesem Zusammenhang verweist der Jagdberater wieder einmal darauf, dass Hunde außerhalb der Ortschaften auf befestigten Wegen und im Wald immer an der Leine zu führen sind.


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Kommentare

 
3  Kommentare  
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Rotfuchs3233 - 12.02.2012 12:35    (0)   
 

Fuchsjagd ist kontraproduktiv
Dass die Dezimierung von Füchsen mit jagdlichen Mitteln gar nicht möglich und die Bejagung von Füchsen bei der Bekämpfung von Wildseuchen hochgradig kontraproduktiv ist, sollten uns spätestens die Kampagnen zur Bekämpfung der Tollwut in den 1970er Jahren gezeigt haben. Damals versuchte man, Füchse mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln - bis hin zur Vergasung im Bau - zu dezimieren.

Nach vielen Jahren dieser erbarmungslosen Vernichtungsschlacht gab es jedoch bundesweit mehr Füchse als zu Beginn, und die Tollwut hatte sich schneller ausgebreitet als je zuvor.

Grund dafür ist, dass die Geburtenrate in Fuchspopulationen bei hohem Jagddruck dramatisch anwächst und selbst massive Verluste rasch kompensiert werden. Dies fördert jedoch - durch den steigenden Anteil vagabundierender Jungfüchse auf der Suche nach einem eigenen Revier - die Ausbreitung von Wildseuchen.

Damals konstatierte die Schweizerische Tollwutzentrale, dass man die Tollwut durch die Bejagung des Fuchses nicht bekämpfen kann.

Nachdem die Tollwut als Argument für die erbarmungslose Verfolgung des Fuchses weggefallen ist, versuchen die Jäger nun, die Räude auf dieselbe Art und Weise zu instrumentalisieren. Zu leiden haben darunter abermals die Füchse.

johannah - 10.02.2012 23:31    (0)   
 

Der ach so böse Jäger,
der pirscht wieder mal als der große Mörder durch sein Revier.

@ #1 Henner: Was wollen sie uns mit ihrem Beitrag sagen?

Henner - 10.02.2012 19:21    (0)   
 

SCNR
Ein älteres Ehepaar ging mit ihrem Hund am Waldesrand spazieren, als auf einmal ein Förster aus dem Gebüsch gesprungen kam, sich eine Sekunde den Hund ansah und ihn dann erschoss. Erschrocken, dann aber verärgert, gingen die beiden noch rüstigen Senioren nun zum Förster hin, ihn nahezu anschreiend, warum er den Hund, den lieben Waldi, erschossen habe. Der Förster: “Ich musste so handeln. Er hatte die Räude. Die ist ansteckend?” Die Ehefrau darauf: “Wie in aller Welt konnten Sie sehen, dass unser Hund die Räude hatte?” “Nun, sehen Sie den untersetzten Bauch, die tiefen Tränensäcke, die Hängeohren, den nahezu schon festgewachsenen Schnotter um die Nase und die stets baumelnde Rute….alles klare Anzeichen für die Räude, da musste ich so handeln!” Sie darauf ihren Mann anflüsternd: “Haribert, hau ab, sonst erschießt er dich auch noch!”

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