Blau-Weiß: 40 Jahre und kein bisschen müde

06.02.2012   Ort: Elfershausen  Von: Winfried Ehling  Saale-Zeitung

Prunksitzung Küssen ist ein Muss, prophezeite Sitzungspräsident Enrico Jopp. In der Tat: Geküsst wurde häufig und gerne in der Prunksitzung der Blau-Weißen, denen der 40. Geburtstag vor der Türe steht. Für das Jubiläum, das sie am dritten März-Wochenende feiern, sind die Karnevalisten gut gerüstet.


Die Jugendshowtanzgruppe hat sich zu Recht einen Namen im Fasching Elfershausens gemacht. "Alice im Wunderland" hieß diesmal ihre überaus gelungene Präsentation. Fotos: Winfried Ehling
Ihren Optimismus schöpft die gut aufgestellte Narrenschar aus den Erfolgen vergangener Jahre, ihrer Beliebtheit und dem Bewusstsein um erfahrene Kräfte, die - teils seit Jahrzehnten - dem Karnevalsverein ihren närrischen Stempel aufdrücken, wie beispielsweise Andreas Veth, der im siebenten Lebensjahr die Faschingsbühne erstmals betrat.

Der Beginn der Karriere


"Klein wie ich war, kam ich damals als Gartenzwerg - der Beginn meiner Narrenkarriere", erinnert er sich schmunzelnd. Von da an ließ er nicht mehr ab von Bütten, Sketchen oder zahlreichen Gardeeinsätzen. "Seit 35 Jahren bin ich Aktivist bei Blau-Weiß. Ich habe in allen Garden und dem Männerballett mitgewirkt, Bütten und Sketche alleine und mit anderen - darunter meine Mutter - gestaltet und mit meiner Gattin Bettina das Prinzenpaar gestellt", erzählt der Stratege.

Mamas und kee Papas


Faschingsfans erinnern sich an weitere Rollen des 42-Jährigen wie beispielsweise bei den "Golden Girls", beim Showtanz und bei den "Mamas und kee Papas". Irgendwann kam Veth auf die Idee seinem damals achtjährigen Sohn die Bütt schmackhaft zu machen. "Niklas trat gerne in meine Fußstapfen, was für mich sehr bewegend war", gestand der Vater, der "heute den Sohn bremsen muss wenn's auf den Fasching zugeht".

Wie der Vater so der Sohn


Als Lehrer und Schüler, als Clown und diesmal als Bauchrednerpuppe von Papa fühlt sich der Junior pudelwohl auf den Fasenachtsbrettern. "Das hab ich alles von meinem Vater gesehen und es macht mir großen Spaß", sagt Niklas, der die von Papa geschriebenen Texte auswendig lernt und "sie in zwei Tagen drauf hat". "Dabei fällt ihm immer noch der eine oder andere Gag ein", bestätigt Andreas Veth.

Scharf auf Orden


Das Vater-Sohn-Duo bestätigt dies mit pointierten Witzchen wie zum Beispiel der Frage: "Warum zündete Nero Rom an?" Antwort: "Weil es Elfershausen noch nicht gab". Das gar nicht bescheidene Ziel des kecken Zehnjährigen: "Ich will den höchsten Faschingsorden, den es gibt".


Weitere Highlights aus der Prunksitzung der Blau-Weißen



Tanzpräsentationen in den verschiedensten Varianten bildeten den Schwerpunkt der Sitzung, angeführt von den Blau-Weiß-Kids, die ihren Besuch auf dem Bauernhof inszenierten.

Premiere Die Blau-Weiß-Dancing Kids legten anschließend mit Bravour ihre Premiere ab und die Prinzengarde lieferte einen flotten Gardetanz.

Tanzmariechen Die heimischen Karnevalisten verfügen mit Sarah Völkl und Nathalie Nätscher über zwei charmante Tanzmariechen, die ihre Vorstellung mit Elan inszenierten.

Jugend Die Augenweide der Jugend-Showtanzgruppe trug den Titel "Alice im Wunderland", womit Blau-Weiß seinen Tanznachwuchs gesichert hätte.

Männer Die Männerballett-Schlümpfe verfügten sogar über ein "Schlumpfinchen" und den "Hardrock-Schlumpf".

Funkenmariechen Einlagen gab es vom Funkenmariechen aus Benshausen sowie der Aschfelder Garde mit ihrem Garde- und ihrem Showtanz a la Orient.

Büttenreden In der Bütt brillierte zum einen Andreas Veth und zum anderen nach mehrjähriger Pause auch wieder Winfried Kleinhenz als "Nepomuk von der Saalebruck", der das Bauwerk auf die Schippe nahm.

Lokalkolorit Die Geschäfts-Mülltonnen kommentierten mit viel Lokalkolorit die Ereignisse übers Jahr, etwa den ausgefallenen Weihnachtsmarkt oder das Feuerwehrjubiläum.

Computersprache Beim "Milchkontingent" zeigten Melanie Seit und Björn Rasch merhdeutig die Probleme mit der Computersprache auf.

Prunkstücke der Blau-Weiß-Sitzungen sind die Kreationen der Showtanzgruppe. Diesmal mit 21 Tänzerinnen und Tänzern bestückt, bot das Ensemble mit "Ballet meets Rock" ein Spektakel um die Band "Kiss", das an Akrobatik und Optik keine Wünsche offen ließ. heg





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