"Arche Noah" geht nicht unter

26.10.2010   Ort: Münnerstadt     Saale-Zeitung

Rettungsaktion Das Tierheim "Arche Noah" Wannigsmühle bei Münnerstadt ist gerettet. Die Veröffentlichung in der "Saale-Zeitung" über die fehlenden 50 000 Euro und die damit drohende Insolvenz hat eine ungeheure Welle der Spenden- und Hilfsbereitschaft ausgelöst.


"Frau Miez" kann wieder gelassene in die Zukunft sehen, das Tierheim ist vor der Insolvenz gerettet. Aber eigentlich hätte die 14-jährige Katze viel lieber ein liebevolles Zuhause mit Freigang. Denn sie ist nun schon zwei Jahre in der Wannigsmühle. Foto: Malz
"Ich kann das nicht beschreiben, phänomenal, fantastisch", sagt Ursula Boehm, Tierheimleiterin und Vorsitzende des Kreistierschutzvereins.

Telefonleitungen liefen heiß


Zunächst liefen die Telefonleitungen heiß. Es gab zahlreiche Anfragen, Spenden wurden überwiesen, einige Tierliebhaber traten dem Kreistierschutzverein bei und sorgen so für dauerhafte Einnahmen. Dazu gab es neue Pfotentaler-Patenschaften und vieles, vieles mehr. Außerdem gebe es eine große Gesprächsbereitschaft bei den Kommunen, beim Kreis, und bei Sponsoren. "Es ist wirklich fantastisch", schwärmt Ursula Boehm. Das zeige aber auch, dass das Tierheim Wannigsmühle inzwischen einen guten Ruf genieße, wenn es so eine Wertschätzung erfährt. Und es sei eine Bestätigung, "dass es uns geben muss."

Kleine Rücklage gebildet


Das Problem mit den fehlenden 50 000 Euro hatte sich übrigens ganz schnell erledigt. Diese Summe übernahm eine einzige Person. Insgesamt kamen rund 100 000 Euro zusammen, sodass der Kreistierschutzverein sogar eine kleine Rücklage für 2011 hat. Das Geld wird aber bei Jahresausgaben zwischen 380 000 und 420 000 Euro auch dringend gebraucht.
Denn bei aller Euphorie über die abgewendete Insolvenz bleibt das Grundproblem. Seit die Erbschaften ausbleiben, leidet der Kreistierschutzverein an dauerhaften Finanzschwierigkeiten. "Es müssen zunkunftsweisende Projekte geschaffen werden, um das Tierheim dauerhaft zu erhalten, damit nicht jedes Jahr aufs Neue der Tanz auf Messers Schneide beginnt", meint Ursula Boehm.
Denn im letzten Jahr war der Verein in einer ähnlichen Situation, und wie es 2011 aussehen wird, ist derzeit noch völlig unklar. Absolut unberechenbar bleibt immer das Spendeaufkommen.

Tiere vermittelt


Zunächst aber ist die drohende Insolvenz vom Tisch. Für die Tiere, die in der Saale-Zeitung am 13. Oktober abgebildet waren, hat die ganze Aktion noch einen schönen Nebeneffekt: Husky "Rocky" (Titelseite) hat einen sehr ernsthaften Interessenten und wird wahrscheinlich vermittelt. Und die drei Kätzchen (Münnerstädter Seite) sind bereits fest reserviert. In einer Woche läuft die Quarantäne ab, dann bekommen sie ein neues Zuhause, sagt Ursula Boehm. Die Zahl der Katzen im Tierheim Wannigsmühle hat sich nach der Veröffentlichung von 217 auf rund 180 reduziert.


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Kommentare

 
1  Kommentare  
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Saaletaler - 28.10.2010 11:32    (0)   
 

Verein in der Dauerkrise
Das Engagement der Spender für die Rettung des Vereins zum Wohle der Tiere ist zu begrüßen.

Ich möchte aber als wirtschaftlich versierter Interessierter darauf hinweisen, dass man diesem Verein doch bitte einmal genauer in die Bücher sieht.

Ich kenne keinen Tierschutzverein mit eigenem Tierheim in der Umgebung, welcher so hohe Zuschüsse von Seiten der Kommunen einstreicht. In den Nachbarlandkreisen (NES, HAS, SW, MSP, FD, HBN) sind die Beiträge pro Kopf deutlich niedriger (teilw. 0,20 EUR pro Einwohner und Jahr) als im LKR KG.

Trotzdem hört man ausschließlich aus dem Wannigstal Rufe nach mehr und mehr Geld wegen einer drohenden Insolvenz.

Darum mein dringender Apell an alle Verantwortlichen und Mitglieder der Wannigsmühle:

Beseitigt das Ausgabenproblem! Dann reichen auch die Einnahmen. Dass das keine Zauberei ist belegen die Tierschutzvereine rundum.

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