Historische Mildenburg wird Museum

29.06.2011     

Museum Vor mehr als acht Jahrhunderten errichteten die Mainzer Bischöfe die Mildenburg als Zollstelle hoch über dem Main. Zuletzt stand das historische Gebäude lange leer - bis die Diözese Würzburg gemeinsam mit der Stadt Miltenberg ein Museum einrichtete.


Die Mildenburg thront über den Dächern von Miltenberg (Unterfranken).
Jahrzehntelang stand die Mildenburg hoch über der Stadt Miltenberg leer - nach langer Renovierungszeit ist dort nun ein Museum für Ikonen und moderne Kunst entstanden. "Die Burg ist ein Wahrzeichen unserer Stadt, nun ist sie auch innen zu einem Schmuckstück geworden", sagte Miltenbergs Bürgermeister Joachim Bieber (CSU).

Die Bischöfe von Mainz errichteten die Burg vor mehr als acht Jahrhunderten als Zollstelle. Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt sie Bauarbeiten im 16. Jahrhundert. Die Stadt ließ die Burg für 2,8 Millionen Euro renovieren, 1,9 Millionen Euro Fördergeld von Bund und Land konnten gewonnen werden.

An diesem Samstag (2. Juli) wird das Museum eröffnet, nachdem die Burg mehr als drei Jahrzehnte leergestanden hatte: 1979 hatte die Stadt Miltenberg das Gebäude gekauft und große Hoffnungen damit verbunden: Die Mildenburg sollte zu einer Außenstelle des bayerischen Nationalmuseums werden, ein Vertrag mit dem Kultusministerium in München wurde unterzeichnet. Rohbauarbeiten begannen für insgesamt 2,4 Millionen D-Mark. Doch die Museumspläne zerschlugen sich. Der Kommune habe schlichtweg das Geld gefehlt, sagte Bieber.

Der Vertrag mit dem Freistaat wurde aufgelöst, die Stadt suchte nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit für die historischen Gemäuer. Als Hotel oder Tagungseinrichtung habe sich die Burg nur bedingt geeignet, da es beispielsweise nicht genügend Parkplätze gebe und die Zufahrtswege nicht geeignet seien. Im Jahr 2000 dann lotete er zusammen mit Vertretern des Bistums Würzburg die Idee aus, ein Museum auf der Burg zu errichten, um dort Gegenständen aus der Kunstsammlung der Diözese zu zeigen. Nach und nach wurden die Pläne konkreter. "Wir haben uns bewusst Zeit gelassen", sagte Bieber.

Zu sehen sind nun russische und griechische Ikonen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert und etwa 200 Hinterglasikonen aus Rumänien. Zudem stiftete der Würzburger Domkapitular Jürgen Lenssen rund 170 Kunstwerke aus dem 20. und 21. Jahrhundert, wie Bistum und Stadt am Mittwoch erläuterten. Das Museum sei konzipiert worden, um die Ikonen und die modernen Kunstwerke "aufeinander reagieren zu lassen", erläuterte Lenssen. Er erhoffe sich einen "spannungsreichen Dialog". dpa


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