Finale in Bayreuth - Blick geht nach vorne
29.08.2010
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Festspiele Mit Katharina Wagners Inszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" haben die Bayreuther Festspiele geendet. Die 99. Saison verlief harmonisch. Die nächsten Jahre bringen aber neue Baustellen.
Verzichten müssen Bayreuth-Besucher vorerst auf einen Besuch im "Haus Wahnfried", ehemals die Villa von Richard Wagner (1813-1883). In den nächsten drei Jahren bleibt das Richard-Wagner-Museum geschlossen. Es soll von Grund auf saniert und erweitert werden. Nach fünf Wochen im Zeichen von Wagners Werken sprach Festspielsprecher Peter Emmerich von einer harmonischen Saison. Die quälenden Diskussionen um die Nachfolge des inzwischen gestorbenen Wolfgang Wagner scheinen vergessen. Die Festspielchefinnen Katharina Wagner und Halbschwester Eva Wagner-Pasquier bemühen sich um frischen Wind auf dem "Grünen Hügel": Auch in diesem Jahr erlebte die Live- Übertragung einer Wagner-Oper großen Publikumszuspruch auf dem Bayreuther Volksfestplatz. Ebenso erfolgreich lief das Projekt "Wagner für Kinder", bei dem es eine Kurzfassung des "Tannhäuser" zu sehen gab. Erschüttert war man auch in Bayreuth über den Tod des Regisseurs Christoph Schlingensief. Ihm war die letzte Aufführung der diesjährigen Festspiele gewidmet. "Schlingensief hat vieles in Bewegung gesetzt", sagte Emmerich. Er hatte 2004 in Bayreuth mit seiner "Parsifal"-Inszenierung für Wirbel gesorgt. "Christoph Schlingensiefs "Parsifal" war eine Art Katalysator", sagte Emmerich.
Die 99. Wagner-Festspiele waren Ende Juli mit dem "Lohengrin" in der Neuinszenierung von Hans Neuenfels gestartet - traditionell waren wieder viele Prominente gekommen, darunter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Neuenfels sorgte für Aufsehen, weil er den Festspielchor verkleidet als Ratten auftreten ließ. Für die auf zwölf Millionen Euro geschätzte Sanierung von "Haus Wahnfried" hat die Stadt Bayreuth einen Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnisse im Oktober vorgestellt werden. Geplant ist ein dreigeschossiger Neubau im Park der Villa Wahnfried mit zusätzlichen Ausstellungsflächen und Depoträumen für das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung. Das Richard-Wagner-Museum wurde 1976 eröffnet. Bauschäden machen eine grundlegende Renovierung des Gebäudes unabweisbar. Nach Angaben von Oberbürgermeister Michael Hohl (CSU) will die Stadt das Museum als zentralen Ort der Darstellung und Forschung zu Leben und Werk Richard Wagners, aber auch der Rezeptions- und Wirkungsgeschichte stärken. Die Fertigstellung ist zum 200. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2013 geplant. dpa
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