Finale in Bayreuth - Blick geht nach vorne

29.08.2010     inFranken.de

Festspiele Mit Katharina Wagners Inszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" haben die Bayreuther Festspiele geendet. Die 99. Saison verlief harmonisch. Die nächsten Jahre bringen aber neue Baustellen.


Die Festspielleiterinnen Katharina Wagner (l) und Eva-Wagner-Pasquier Foto: dpa
Mit Katharina Wagners Opern-Inszenierung "Die Meistersinger von Nürnberg" sind am Samstagabend die Bayreuther Festspiele zu Ende gegangen. Der Blick geht nun in die Zukunft: Im kommenden Jahr feiert bei den 100. Richard-Wagner-Festspielen der neue "Tannhäuser" in der Regie von Sebastian Baumgarten und dirigiert von Thomas Hengelbrock Premiere. Und 2013, zum 200. Geburtstag des Komponisten, wird "Der Ring des Nibelungen" neu inszeniert. Gerätselt wird noch, wer den Jubiläums-"Ring" inszenieren wird. Möglicherweise ist auch das Zusammenspiel mehrerer Regisseure denkbar, hieß es. Fest steht schon: Der Russe Kirill Petrenko wird am Dirigentenpult stehen.

Verzichten müssen Bayreuth-Besucher vorerst auf einen Besuch im "Haus Wahnfried", ehemals die Villa von Richard Wagner (1813-1883). In den nächsten drei Jahren bleibt das Richard-Wagner-Museum geschlossen. Es soll von Grund auf saniert und erweitert werden.

Nach fünf Wochen im Zeichen von Wagners Werken sprach Festspielsprecher Peter Emmerich von einer harmonischen Saison. Die quälenden Diskussionen um die Nachfolge des inzwischen gestorbenen Wolfgang Wagner scheinen vergessen. Die Festspielchefinnen Katharina Wagner und Halbschwester Eva Wagner-Pasquier bemühen sich um frischen Wind auf dem "Grünen Hügel": Auch in diesem Jahr erlebte die Live- Übertragung einer Wagner-Oper großen Publikumszuspruch auf dem Bayreuther Volksfestplatz. Ebenso erfolgreich lief das Projekt "Wagner für Kinder", bei dem es eine Kurzfassung des "Tannhäuser" zu sehen gab.

Erschüttert war man auch in Bayreuth über den Tod des Regisseurs Christoph Schlingensief. Ihm war die letzte Aufführung der diesjährigen Festspiele gewidmet. "Schlingensief hat vieles in Bewegung gesetzt", sagte Emmerich. Er hatte 2004 in Bayreuth mit seiner "Parsifal"-Inszenierung für Wirbel gesorgt. "Christoph Schlingensiefs "Parsifal" war eine Art Katalysator", sagte Emmerich.

Die 99. Wagner-Festspiele waren Ende Juli mit dem "Lohengrin" in der Neuinszenierung von Hans Neuenfels gestartet - traditionell waren wieder viele Prominente gekommen, darunter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Neuenfels sorgte für Aufsehen, weil er den Festspielchor verkleidet als Ratten auftreten ließ.

Für die auf zwölf Millionen Euro geschätzte Sanierung von "Haus Wahnfried" hat die Stadt Bayreuth einen Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnisse im Oktober vorgestellt werden. Geplant ist ein dreigeschossiger Neubau im Park der Villa Wahnfried mit zusätzlichen Ausstellungsflächen und Depoträumen für das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung.

Das Richard-Wagner-Museum wurde 1976 eröffnet. Bauschäden machen eine grundlegende Renovierung des Gebäudes unabweisbar. Nach Angaben von Oberbürgermeister Michael Hohl (CSU) will die Stadt das Museum als zentralen Ort der Darstellung und Forschung zu Leben und Werk Richard Wagners, aber auch der Rezeptions- und Wirkungsgeschichte stärken. Die Fertigstellung ist zum 200. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2013 geplant. dpa



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