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Melanie Huml besucht Wirtschaftsschüler
Die Staatssekretärin für Umwelt und Gesundheit ließ sich von Schülern der Bamberger Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschüler die schuleigene Übungsfirma zeigen und diskutierte anschließend mit den Jugendlichen über die Themen Ausbildung und Ausbildungsplätze.

Die Bamberger Wirtschaftsschüler haben sich über den Besuch von Staatssekretärin Melanie Huml gefreut.
Bild/Autor: privat

Diese Woche besuchte uns Melanie Huml. Sie ist die Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und Mitglied des Bayerischen Landtags. Als Erstes zeigten wir ihr unsere Übungsfirma: Dort arbeiteten einige Mitschüler bereits fleißig. „Das Überweisen von Eingangsrechnungen macht mir am meisten Spaß“ erklärte Marco Fleischmann aus der Klasse 9 c der Besucherin. Mit Hilfe der kaufmännischen Software KHK, die auch von Unternehmen in der Praxis genutzt wird, erfassen wir Schüler Bestellungen - natürlich nicht real. Mit 250 weiteren Übungsfirmen anderer Wirtschaftsschulen können wir so lernen, mit virtuellen Waren und Geld zu handeln. Hierbei sind natürlich auch Mahnungen zu erstellen. „Wir sind begeistert von dem Fach, weil wir lernen, Problemstellungen im Team zu lösen“, so die Schülerinnen Lisa Römer und Nadja Seidenath aus der Klasse 9 c. 

Spannende Lebensstationen

Beim anschließenden Gespräch gab Melanie Huml uns einen kurzen Überblick über ihre Biografie: Sie ist 1975 in Bamberg geboren und die jüngste Abgeordnete des Bayerischen Landtags. Bei der Landtagswahl 2003 schaffte sie auf Anhieb den Sprung in den Landtag. Dort arbeitet sie im Ausschuss für Sozial-, Gesundheits- und Familienpolitik und ist dort zuständig für Krankenhäuser und Hospize. Aber gerade als junger Politikerin sind ihr auch die Themen Bildung und Ausbildung sehr wichtig. Im Landtag gehört sie zudem der Jungen Gruppe und der Frauengruppe an. In der Region Bamberg engagiert sie sich seit 2008 als Stadträtin und seit Mitte 2009 ist sie stellvertretende Bezirksvorsitzende der CSU Oberfranken. Überdies ist sie seit 2005 Mitglied im Parteivorstand der CSU, dem höchsten Gremium der CSU.

Wie wird man eigentlich Politiker?

Wir wollten natürlich gleich wissen, wie man Mitglied des Landtags wird. Melanie Huml betonte, dass es zwar keine Eingangsvoraussetzungen für den Landtag gibt, sie hält jedoch eine solide Ausbildung für absolut notwendig, da der Abgeordnete beruflich gesehen nicht von der Politik abhängig werden darf. So ist sie selbst von der Ausbildung her Ärztin und sieht ihren Beruf im Landtag als Berufung und Lebensentscheidung an. Die Tatsache, dass ihr bei der letzten Landtagswahl 2008 viele Menschen in ganz Oberfranken ihre Stimme gegeben haben, sei für sie eine neue Herausforderung gewesen, die sie sehr gerne angenommen habe. „Wenn einem soviel Vertrauen entgegengebracht wird, dann darf man nicht zögern, sondern dann muss man handeln“, begründete Melanie Huml ihren Schritt, sich der Landtagsarbeit voll und ganz zu widmen. „Das ist man sich und seinen Wählern einfach schuldig“, so die Abgeordnete weiter, die auch 2013 wieder für das Bamberger Direktmandat kandidieren wird.

Huml: allerschlimmster Berufsstart ist der in die Arbeitslosigkeit

Einen Kernpunkt der Diskussion bildete der Wunsch, dass jeder Schulabgänger einen Ausbildungsplatz finden kann. Melanie Huml sagte dazu: „Unser Ziel muss es sein, allen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, denn der allerschlimmste Berufsstart ist der in die Arbeitslosigkeit!“ Politik könne zwar die Rahmenbedingungen schaffen, so Huml weiter, aber das Anbieten von Ausbildungsstellen sei allein Sache der heimischen Betriebe. Es zeige sich, dass große Betriebe sehr viel weniger als mittelständische Unternehmen ausbilden, die derzeit immerhin mehr als 80 Prozent der Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. „Gerade in einem globalisierten Europa muss der Freistaat Bayern deshalb gezielter auf den Mittelstand setzen, da gerade dort noch am ehesten Wachstumspotential für Ausbildungsplätze vorhanden ist“, so die Politikerin.

Die Zukunft der Bamberger Wirtschaftsschule

Befragt zu dem von der Stadt Bamberg bereits 1970 gestellten Antrag auf Verstaatlichung unserer Wirtschaftsschule führte Melanie Huml, die seit 2005 selbst wieder in Bamberg lebt, aus, dass die Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule eine städtische Schule sei, die die Stadt Bamberg zu einer Zeit, als der Freistaat Bayern noch städtische Schulen als staatliche Schulen übernommen hat, nicht hergeben wollte. Ein brauchbarer Lösungsansatz, der einst im Kultusministerium diskutiert wurde und vom Schulleiter Martin Mattausch als Wunsch angemerkt wurde, sei die schrittweise Verstaatlichung. Dies würde bedeuten, dass aus dem Schuldienst ausscheidende städtische Lehrer nach und nach durch staatliche Lehrkräfte ersetzt würden! Dies wäre sicherlich eine Perspektive, allerdings erst auf längere Sicht!  

Autoren: Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule Bamberg
 

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