Praxis-Unterricht: Die drei angehenden Rettungshunde Brino, Urgel und Max zeigten den Schülerinnen am Bamberger Eichendorff-Gymnasium, wie sie vermisste Menschen aufspüren: Gesucht wurde Hausmeister Wittner. Die Spürnasen-Aktion fand im Rahmen des Praxis-Seminars "Hund-Mensch" statt.
Fein gemacht: Die angehenden Rettungshunde bewiesen, dass sie bei der Personensuche die Schnauze vorn haben. Foto: Eichendorff-Gymnasium
Bamberg - Die drei Rettungshunde-„Azubis“ Brino, Urgel und Max besuchten das Eichendorff-Gymnasium Bamberg im Rahmen des P-Seminars „Hund-Mensch“ im Leitfach Ethik unter der Leitung von Dr. Anette Belke. Aber nicht etwa, weil Schülerinnen vermisst wurden, nein, es handelte sich hierbei um einen Besuch im Rahmen des neu eingeführten Praxis-Seminars. Dieses Seminar, das nun verpflichtend ist für die Schülerinnen und Schüler der neuen Oberstufe, gibt den Jugendlichen Gelegenheit, ihre Schnauze – pardon: Nase - in das Berufsleben zu stecken und ein wenig darin herumzuschnüffeln.
Groß angelegte Suchaktion
Und wie das geht, das machten Brino, Urgel und Max mit ihren Hundeführern Bianca Körbert, Brigitte Fiedler und Günther Dorstler gleich einmal vor. „Der Hund lernt, dass es Spaß macht“, erklärte Bianca Körbert den Mädchen und demonstrierte dies auch gleich in einer groß angelegten Suchaktion auf dem Gelände der Schule. Gesucht wurde nämlich die gute Seele des Eichendorff-Gymnasiums: Hausmeister Herr Wittner, seines Zeichens Hundeliebhaber. Die Aufgabe der drei angehenden Lebensretter war es, die Geruchsspur des Hausmeisters aus drei verschiedenen Duftspuren herauszufiltern und ihn auf dem Schulgelände zu finden. Dabei wurde den Mädchen unter anderem vorgeführt, wie sehr Wind und andere Gerüche die Fährte beeinflussen können und den Hund somit auch zu Negativanzeigen verleitet. Aber dennoch fand Max Herrn Wittner trotzdem immer wieder, egal wie gut sich der Hausmeister auch versteckte. Und auch die Gerüche der Schülerinnen oder der Wind waren für den treuherzigen Max ein Kinderspiel.
Herrchen folgt Hund
Kein Wunder, immerhin ist Max auch der Boss. Zumindest sobald er das Geschirr angelegt bekommt; dann heißt es nämlich Herrchen folgt Hund und nicht umgekehrt. Auch Brino und Urgel durften bei dieser Gelegenheit einmal zeigen, was sie können und brachten erfolgreich die „vermissten“ Schülerinnen zurück zum Kurs. Allerdings sind für solche Leistungen schon zwei bis drei Jahre an Ausbildung erforderlich, bei welcher der Hund auf diese von Haus aus verfügbaren Fähigkeiten lediglich spezialisiert wird. Die Hunde lernen also im Prinzip nichts Neues, sondern nur besser mit den ihnen gegebenen „Werkzeugen“ umzugehen - und natürlich vor allem den Spaß an ihrem Beruf als Rettungshund.
Stars auf vier Pfoten
Dieser Nachmittag hat vielen der Schülerinnen das „Haustier“ und den „Arbeitspartner“ Hund nähergebracht und wieder einmal das Leitthema des Praxis-Seminars bewiesen: „Menschen brauchen Hunde“. Max, Brino und Urgel werden da sicher zustimmen, immerhin waren sie die Stars des Nachmittags.
Diesen Artikel haben Ilona Treml, Susanna Weinke, Maite Bollerhoff und Tamara FöselMelanie Müller und Dorothea Wächtler verfasst. Fotografiert haben
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