Bühne: An fünf Tagen gehörte das E.T.A.-Hoffmann-Theater jugendlichen Laienschaupsielern. Bei den 17. Bamberger Schultheatertagen stand das Komische neben dem Tragischen.
Das Dientzenhofer-Gymnasium inszenierte "Der tollste Tag" von Peter Turrini. Foto: Ronald Rinklef
Bamberg - Oft müssen sie in Schulturnhallen spielen, die Theatergruppen der Bamberger Gymnasien und (Wirtschafts)-Schulen. Geradezu traumhaft muteten da die Bedingungen an, die sich den Ensembles jetzt bei den 17. Bamberger Schultheatertagen boten. Fünf Tage lang durften die sieben teilnehmenden Schulen ihr Können auf der Bühne im Großen Haus des E.T.A.-Hoffmann-Theaters präsentieren und dabei auch die professionelle Licht- und Tontechnik genießen. Erstmals mit dabei war die Georg-Hartmann-Realschule. Die sitzt zwar in Forchheim, aber Siegmar Walter vom Theaterverein sah das nicht so eng. Solange man in Bamberg spiele...
„Biss zum Morgengrauen“
Unter der Leitung von Sabine Flügel hatten sich die Forchheimer an Stephanie Meyers Vampirthriller „Biss zum Morgengrauen“ gemacht und ihn in einer Eigenproduktion für die Bühne bearbeitet. Die tempogeladene halbe Stunde kreiste um, was denn sonst, die Liebe. In der Welt der Vampire ist dies naturgemäß nicht ganz einfach. Leseförderung inbegriffen
Der kleinen Leonie (neun Jahre alt) hat das Stück mit „Biss“ gut gefallen. Sie möchte nun auch einmal Theater spielen (dazu hat sie im Jugendclub des E.T.A.-Hoffmann-Theaters unter der Leitung von Anja Simon Gelegenheit). Außerdem will sie das zugrundeliegende Buch lesen. Na bitte, so ist den Schultheatertagen am Rande auch noch ein wenig Leseförderung gelungen. Dass es sich bei „Biss“ lediglich um einen Ausschnittt gehandelt hat, habe man gar nicht gemerkt, meinte Anja Simon: „Das hat doch wunderbar geklappt!“ Vom Niveau der Schultheatertage war Simon sichtlich angetan. Schon der Auftakt am Dienstag sei „phantastisch“ gewesen. Das Clavius-Gymnasium hatte da mit Woody Allens „Tod“ begeistert. Voll des Lobes war Simon auch über „La Mandragola – Die Liebeswurzel“. Der Theaterkurs der Jahrgangsstufe 11 am Kaiser-Heinrich-Gymnasium hatte sich unter der Leitung von Andreas Kuhn an Machiavellis um 1500 in Florenz siedelnde Burleske gemacht und sie mit viel Schwung in Szene gesetzt. Und dies, obgleich es noch vor einer Woche zu einer kurzfristigen Umbesetzung gekommen war.
„Faust“ tanzt los
Für viel Musik und Tanz und eine gut besuchte Vorstellung hatte am Freitagabend das Eichendorff-Gymnasium gesorgt. Unter der am E.T.A.-Hoffmann-Theater nicht ganz unbekannten Tini Weidner boten die Schülerinnen und Schüler Goethes „Faust“ als Tanzstück. Fazit: Den Bamberger Schultheatertagen ist nur zu wünschen, dass sie weiterhin so munter bleiben.
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