So verbringen die Tiere den Winter

06.10.2010     

Kinderuni Bamberg Auftakt zur Kinderuni: Rund 120 Nachwuchsakademiker haben die Universität Bamberg gestürmt. Von Professor Steffen Schaal erfuhren die Kinder, wie Igel und Eichhörnchen den Winter verbringen.


Die Kinder machten begeistert mit. Fotos: Uni Bamberg
Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft war Veranstaltungsort für die erste Kinder-Uni-Vorlesung der Universität Bamberg im Wintersemester 2010/2011.

"Der Frost ist im Winter das größte Problem für die Tiere", erklärt Steffen Schaal. "Denn wenn die Körperzellen der Tiere gefrieren, gehen sie kaputt." Damit das nicht passiert, haben Tiere unterschiedliche Methoden entwickelt, um ihren Energiehaushalt im Winter zu regulieren und so die kalte Jahreszeit zu überleben.

Viele Vögel, wie die Schwalben zum Beispiel, verlassen Europa, fliegen tausende von Kilometern in den Süden und machen "Urlaub" im warmen Afrika.
Denn während bei uns auf der Nordhalbkugel Winter herrscht, ist auf der Südhalbkugel Sommer. Tiere, die eine so weite Strecke nicht zurücklegen können, bleiben hier und wappnen sich gegen die Kälte. Dabei machen einige es wie der Mensch: sie suchen sich einen Unterschlupf und ziehen sind warm an.
"Viele Tiere wechseln im Winter ihr Fell, so wie wir im Winter dickere Jacken anziehen. Das Winterfell des Steinbocks hat mehr Wollhaare und eine dickere Fettschicht als das Sommerfell", so Schaal.

Der Pelz des Hermelins ändert im Winter sogar seine Farbe und wird weiß, so dass es im Schnee besser getarnt ist.
"Das Fell ist aber nicht warm", meint der Kinder-Uni-Professor. "Es hält nur die Wärme im Körper und verhindert den Tempera-turangleich mit der kälteren Umgebung."
Um dies zu verdeutlichen füllt Schaal drei kleine Fläschchen mit heißem Wasser und umwickelt das erste mit Wollstoff, das zweite mit Blasenfolie und lässt das dritte einfach so stehen. Nach einer Temperaturmessung zeigt sich, dass das mit Wolle umhüllte Fläschchen die Wärme am besten gespeichert hat.
Ganz anders überwintern Igel oder Fledermäuse.
Sie halten Winterschlaf. Das heißt, sie bewegen sich kaum, schlafen die ganze Zeit und verringern ihren Stoffwechsel so drastisch, dass ihre Körpertemperatur stark absinkt. Professor Schaal nennt den Grund: "Je geringer der Temperaturunterschied zwischen zwei Körpern ist, desto langsamer gleichen sich die Temperaturen aneinander an. So kühlen die Tiere selbst bei kalten Temperaturen nicht so schnell aus."

"Und woher wissen die Winterschläfer, wann es Frühling ist und sie aufwachen sollen?", wollen einige Neugierige wissen.
Steffen Schaal weiß die Antwort: "Zum einen wird es draußen wärmer und das spüren die Tiere. Zum anderen wachen sie automatisch auf, wenn ihre Fettschicht aufgebraucht ist. Und außerdem hören sie am Zwitschern der Vögel, dass der Winter endlich vorbei ist."



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